NEWS

Begeisterung fĂŒr Europa: Karlspreis fĂŒr Emmanuel Macron

AACHEN. - Der französische PrĂ€sident Macron ist im Königssaal des Aachener Rathauses mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden. Macron erhielt den Preis fĂŒr seine Vision von einem neuen Europa. „Deine Begeisterung, Dein Einsatz, Deine Courage reißen andere mit“, wĂŒrdigte Kanzlerin Merkel den französischen PreistrĂ€ger.

„Du sprĂŒhst vor Ideen und hast die europapolitische Debatte mit VorschlĂ€gen neu belebt“, sagte Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Laudatio fĂŒr Emmanuel Macron. „So wie es Europa verdient, gefeiert zu werden, so verdienen es auch Menschen geehrt zu werden, die an dieses Europa nicht nur glauben, sondern die es durch eigene Taten mit Leben erfĂŒllen.“

KĂ€mpfer fĂŒr die europĂ€ischen Werte Macrons BegeisterungsfĂ€higkeit fĂŒr Europa motiviere nicht nur diejenigen, die sich fĂŒr Europa engagieren. Vor allem gewinne seine Begeisterung auch „Zögernde und Zaudernde“ und sei entscheidend, „um sich dem Ewiggestrigen entgegen zu stellen“, betonte die Bundeskanzlerin.

Mit Macron habe ein junger dynamischer Politiker die europĂ€ische BĂŒhne betreten, „fĂŒr den die europĂ€ische Integration, fĂŒr den die gemeinsame WĂ€hrung eine SelbstverstĂ€ndlichkeit ist“. Gerade deshalb spĂŒre er aber auch, dass diese SelbstverstĂ€ndlichkeit das grĂ¶ĂŸte Risiko fĂŒr die europĂ€ische Integration darstelle, erklĂ€rte Merkel.

Macron habe sich wiederholt gegen engstirnige rĂŒckwĂ€rtsgewandte Nationalismen gewandt und von der „AutoritĂ€t der Demokratie gesprochen, die stĂ€rker sein muss als diese autoritĂ€ren Versuchungen“, hob Merkel hervor.

Es sei deshalb Aufgabe der heutigen Generation, „alles, was die europĂ€ische IdentitĂ€t ausmacht, zu verteidigen, zu festigen und – wo erforderlich – auf eine neue Grundlage zu stellen“.

Zukunftsprojekt Europa

Ein RĂŒckzug ins Nationale fĂŒhre in die Irre, warnte die Kanzlerin. „Uns EuropĂ€er verbindet mehr als nur der gemeinsame Markt oder die gemeinsame WĂ€hrung.“ Europa sei das entscheidende Zukunftsprojekt unseres Kontinents.

Angesichts der großen globalen Herausforderungen „sind wir EuropĂ€er nur zusammen in der Lage, unseren Einfluss geltend zu machen“.

Europa mĂŒsse zeigen, dass es in einer globalisierten Welt nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sei. Deshalb habe der französische PrĂ€sident die europĂ€ische Erneuerung in den Mittelpunkt seiner Politik gestellt.

„Gemeinsam mit Frankreich sind wir ĂŒberzeugt, dass wir einen neuen Aufbruch in Europa brauchen", machte die Kanzlerin deutlich. Ich freue mich, auf diesem Weg mit dir gemeinsam arbeiten zu können.“
Der Internationale Karlspreis zu Aachen wĂŒrdigt seit 1950 Verdienste um Europa und die europĂ€ische Einigung. Vor zehn Jahren erhielt Angela Merkel den Karlspreis. Auch Konrad Adenauer (1954) und Helmut Kohl (1988) zĂ€hlen zu den PreistrĂ€gern.

Namensgeber des Preises ist der erste Einiger Europas - Kaiser Karl der Große. Er wĂ€hlte Ende des 8. Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingspfalz. Durch ihn wurde eine BrĂŒcke zwischen europĂ€ischer Vergangenheit und Zukunft geschlagen. Die Verleihung findet traditionell am Himmelfahrtstag statt.