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Bundesdelegiertenkonferenz: Die Gr├╝nen baden in Selbstmitleid ÔÇô Diskussion verboten

BERLIN. - Nat├╝rlich wissen wir es inzwischen alle: Die Liberalen sind Schuld am Scheitern der Sondierungsgespr├Ąche f├╝r ein Jamaika-B├╝ndnis. Und sie sind es ja auch, und zwar mit Vorsatz, der wahrscheinlich tats├Ąchlich bereits weit vor Beginn der Sondierungen gefasst wurde. Alles, um den Gr├╝nen zu schaden.

Die Bundesdelegiertenkonferenz (BDK), wie B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen ihre Parteitage nennen, war f├╝r diesen Sonnabend einberufen worden, um die Ergebnisse der Parteiengespr├Ąche zu diskutieren und gegebenenfalls eine Genehmigung zur Jamaika-Koalition zu geben oder zu verweigern.

Aufgrund der unglaublich weitgehenden Zugest├Ąndnisse, die die Verhandlungsgruppe um Cem ├ľzdemir und Katrin G├Âring-Eckardt den Verhandlungsgegnern gemacht hatten, w├Ąre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von der (Delegierten-)Basis keine Zustimmung gekommen. Die war aufgrund des Scheiterns der Verhandlung dann auch nicht mehr notwendig.

Absolut nicht notwendig war die Änderung der Tagesordnung der BDK der Grünen, denn selbst jetzt wurde eine kritische Aussprache über die Konzessionen, die die Grünen eingegangen waren, von der Parteitagsleitung verhindert.

Stattdessen wurde erneut das nur geringf├╝gig bessere Wahlergebnis der Gr├╝nen bei der Bundestagswahl im September bejubelt (8,9% = +0,5). Obwohl man auf Platz sechs statt des angestrebten Platz drei gelandet war, fand man es f├╝r richtig, das Ergebnis hochzujazzen. Das k├Ânnen wohl auch nur die Gr├╝nen. Als sechstst├Ąrkste Partei im Deutschen Bundestag die Korken knallen lassen.

Dazu passt nat├╝rlich keine Aussprache ├╝ber das grenzenlose Entgegenkommen und den Verrat der eigenen Prinzipien, nur um zu Minister├Ąmtern zu gelangen. Das peinlich devote Verhalten gegen├╝ber der Kanzlerin sollte nicht thematisiert werden.

Und so hat dann der kurzfristig eingeladene Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber den Part ├╝bernommen, das Klimageschehen zu beschreiben und somit eine kritische Bestandsaufnahme schon zeitlich zu verhindern. Stattdessen durften die Diskutanten einstimmig rufen: Never change a winning team. Archivbild: pdh