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Berliner Republik steuert auf Neuwahlen zu

Sie konnten nicht zueinander finden: FDP-Chef Christian Linder...

...und der (Noch-)CSU-Frontmann Horst Seehofer mit...

...Cem ├ľzdemir, dem GR├ťNEN-Sprecher, unter der...

...gesch├Ąftsf├╝hrenden Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Archivbilder: -pdh-

BERLIN. - Deutschland ist gerade noch einmal davongekommen, kurz vor der Gefahr drohender Koalitionsverhandlungen der Klientelparteien CDU/CSU, FDP und B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen wurde die Rei├čleine gezogen.

Und dies von einer Partrei, die dies gar nicht geplant hatte. Die FDP hatte gehofft, dass sich Gr├╝ne und CSU derma├čen in die Haare geraten, dass von dieser Seite die Jamaika-Verhandlungen platzen w├╝rden.

Doch als die Gr├╝nen, wie an dieser Stelle lange prophezeit, alle ihre Ziele und Ideologien ├╝ber den Haufen geworfen hatten und alle hehren Prinzipien zugunsten von Minister├Ąmtern (wie in Hessen) verraten hatten, da musste Lindner handeln.

Urpl├Âtzlich und unerwartet schien aus FDP-Sicht das Scheitern der Sondierungsverhandlung gef├Ąhrdet. Je weiter sich die Gr├╝nen seit Donnerstag der CSU ann├Ąherten, entfernte sich daraufhin die FDP.

Denn das eigentliche Lindner-Ziel wird von Beginn an wohl Rache an Merkel f├╝r 2009 und 2013 gewesen sein, zumal die Liberalen noch nicht einmal ausreichend regierungstaugliches Personal anbieten k├Ânnten.

Warum ist Deutschland noch einmal davongekommen? Die vier verhandelnden Parteien vertreten reine Klientelpolitik, sind alle Parteien der Besserverdiener und von daher an sozialen Themen noch nicht einmal ansatzweise interessiert.

Vier Wochenlang wurde ├╝ber Migration, Zuzug, Soli, Stein- und Braunkohle gesprochen. Kein Wort wurde w├Ąhrend der ganzen Zeit ├╝ber Pflegenotstand, Altersarmut, Rentendesaster, Leiharbeit und Werksvertr├Ąge, Mindestlohn, Niedriglohnsektor und Entsendegesetz, Ungleichheit und Steuergerechtigkeit verloren.

Von Paradise-Papers wurde nicht geredet, diese Themen interessieren die Protagonisten der verhandelnden Parteien nicht nur nicht, sie sind ihnen geradezu unangenehm. Daher helfen auch neue Verhandlungen nicht, wie Bundespr├Ąsident Frank-Walter Steinmeier soeben gefordert hat.

Die sozial engagierten Parteien w├╝rden ausschlie├člich auf der Oppositionsbank sitzen. Hat die Mehrheit der W├Ąhler das wirklich gewollt?