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Tetanus weltweit auf dem RĂŒckzug

Mariama Tahirou erhĂ€lt Ihre Impfung im Dorf Radi, Ost-Niger im Jahr 2012. Sie wurde ĂŒber die Impfung vom DorfĂ€ltesten informiert und versprach, das alle Frauen aus dem Dorf zur Impfung durch Unicef kommen werden. Foto: Kiwanis International

Immer mehr LĂ€nder sind offiziell von mĂŒtterlichem und frĂŒhkindlichem Tetanus befreit, nicht zuletzt dank des Engagements von ĂŒber 3.000 Deutschen Kiwanis

DÜSSELDORF. - Wer an Kinderhilfsorganisationen denkt, dem fĂ€llt oft zuerst Unicef ein. Das Kinderhilfswerk der Vereinigten Nationen ist das grĂ¶ĂŸte Netzwerk dieser Art und leistet an vielen Orten in der Welt Übermenschliches, um Kindern in den verschiedensten Situationen zu helfen.

Doch auch Unicef braucht Partner, die projektbezogen finanzielle Hilfe leisten. Einer dieser Partner ist Kiwanis, mit fast 600.000 ehrenamtlichen Mitgliedern weltweit das zweitgrĂ¶ĂŸte Kinderhilfswerk hinter Unicef. Gemeinsam konnte man in den neunziger Jahren bereits eine Kampagne gegen Jodmangel durchfĂŒhren.

Im Jahr 2010 starteten die beiden Organisationen das gemeinsame ELIMINATE Projekt. Dabei soll mĂŒtterlicher und frĂŒhkindlicher Tetanus (MNT) weltweit eliminiert werden. Neben anderen Kooperationspartnern hat sich Kiwanis International verpflichtet, 110 Millionen US$ zu sammeln. Auch der Kiwanis Distrikt Deutschland mit seinen ĂŒber 3.000 Mitgliedern in 130 Clubs versprach, 670.000 € fĂŒr das Mammutprojekt zu spenden.

„Es fehlen noch etwa 80.000 Euro in Deutschland, um unsere Verpflichtung zu erfĂŒllen. Es ist toll zu sehen, wie in so vielen Clubs auf unterschiedlichsten Wegen Geld fĂŒr die Kampagne gesammelt wird“, so der Deutsche ELIMINATE-Verantwortliche Stefan Uhrig.

Die Fortschritte der Kampagne sind greifbar, allein in 2017 wurden Haiti und Äthiopien von der Weltgesundheitsorganisation als MNT frei erklĂ€rt. Damit sind nun noch 16 LĂ€nder von MNT betroffen, im Jahr 2012 waren es ĂŒber 30.

Tetanus ist eine neurologische Infektion, die KrĂ€mpfe, BerĂŒhrungs- und Lichtempfindlichkeit hervorruft und in den meisten FĂ€llen tödlich endet. Gerade durch die schlechten hygienischen Bedingungen in vielen armen LĂ€ndern kommt es zu Ansteckungen kurz nach der Geburt, die das Leben der Babys und der MĂŒtter gefĂ€hrden.

Das internationale Unicef Netzwerk sorgt dafĂŒr, dass die Impfungen dort ankommen, wo sie gebraucht werden. In vielen Regionen der Welt ist das durch schwache Infrastrukturen oder instabile politische Situationen nicht einfach. Noch immer sterben weltweit 30.000 Babys an MNT, eine hohe Zahl, zumal der Impfstoff schon fĂŒr 1,50 Euro inklusive Logistik und Verpackung zu haben ist.

„Tetanus kennt man in Deutschland nur, wenn man sich mal an einem Nagel oder Ähnlichem verletzt und beim Arzt nach der letzten Impfung gefragt wird. Wir wollen dafĂŒr sorgen, dass diese Krankheit auch bald auf der ganzen Welt vergessen werden kann“, sagt Uhrig.

Die guten Nachrichten aus Haiti und Äthiopien geben der Kampagne wieder RĂŒckenwind fĂŒr das nĂ€chste Jahr. In Deutschland ist man sehr stolz, Teil dieses historischen Projekts zu sein. „Jeder Kiwanis und jeder UnterstĂŒtzer kann mit wenig Geld viel erreichen. Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir hoffen in ein bis zwei Jahren den erfolgreichen Abschluss feiern zu können“, so der Appell.

In Deutschland sind bereits fast 590.000 Euro in den letzten sieben Jahren zusammengetragen worden, was fast 400.000 Impfstoffe bedeutet. So wichtig das Engagement in der Region, so wichtig ist es auch ĂŒber den Tellerrand hinauszuschauen.

Und so folgen auch die Deutschen Kiwanis begeistert dem internationalen Motto „Wir dienen den Kindern dieser Welt“. Auf der Deutschen Kiwanis Internetseite www.kiwanis.de kann man sich ĂŒber den aktuellen Status der Kampagne und ĂŒber Spendenmöglichkeiten informieren.