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Klimawandel: Warum unsere Wälder wirklich brennen

Prof. a.D. Roland Irslinger: Auch Deutschland leidet zunehmend unter Feuerkatastrophen, daran sind die D√ľrren schuld ‚Äď und die Forstwirtschaft + + + Wer allerdings fordert, die W√§lder sich selbst zu √ľberlassen, geht einer √∂kopopulistischen Politik auf den Leim und nimmt noch weit verheerendere Fl√§chenbr√§nde in Kauf

T√úBINGEN. - Am 19. Juli dieses Jahres stand der Waldbrandgefahrenindex in ganz Deutschland auf den Stufen vier bis f√ľnf, also hoch bis sehr hoch. Treten Waldbr√§nde bei uns k√ľnftig so h√§ufig und verheerend auf wie im Mittelmeergebiet?

Hitzeperioden sind weltweit h√§ufiger geworden. 1976, 1982 und 1992 waren extrem trockene Jahre, 2003 und 2010 wurde der f√ľnfhundertj√§hrige Sommer-Temperaturrekord gebrochen, die Sommer 2018, 2019 und 2020 waren in Mitteleuropa extrem trocken.

Hitze-Trends in Westeuropa bisher eher unterschätzt

Forschungsergebnisse aus dem Potsdam-Institut f√ľr Klimafolgenforschung zeigen, dass Hitzewellen √ľber Europa drei- bis viermal schneller zugenommen haben als etwa in den USA oder Kanada, offenbar wurden diese Hitze-Trends in Westeuropa bisher eher untersch√§tzt.

Und es geht weiter so. Mit 9,0 Grad lag der Fr√ľhling 2022 bei uns um 1,3 Grad √ľber dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990, es war der drittsonnigste Fr√ľhling seit 1951, und es fielen nur zwei Drittel des √ľblichen Niederschlags. Im Juli 2022 wurden weitere Hitzerekorde gebrochen.

Das bedeutet nichts Gutes f√ľr unseren Wald. Hohe Verdunstungsraten bei riesigem Wasserdampf-S√§ttigungsdefizit der Luft und gleichzeitigem Mangel an Bodenfeuchtigkeit f√ľhren zu einem starken R√ľckgang der Produktivit√§t der Vegetation.

Bäume sterben an Wasser- und Hitzestress

D√ľrre, Hitze und hohe Strahlungsintensit√§t lassen den Oberboden und Teile der Waldvegetation verwelken, B√§ume sterben an Wasser- und Hitzestress und nachfolgenden Sekund√§rerkrankungen.

Beste klimatische Voraussetzungen also f√ľr erh√∂hte Waldbrandrisiken. Tage hoher Feuergefahr werden h√§ufiger und die Feuersaison dauert l√§nger.

Der aktuelle Klimatrend bedeutet folglich eine Gefahrenerh√∂hung f√ľr den Wald, deshalb wird f√ľr Mitteleuropa in den n√§chsten Jahrzehnten ein weiter stark steigendes Waldbrandrisiko prognostiziert. Der S√ľden und der Osten Deutschlands werden heftiger betroffen sein.

Die Bedrohung r√ľckt n√§her

Wir n√§hern uns klimatisch einer mediterranen Feuerlandschaft, auch dort wird das Risiko noch weiter wachsen. Jahrzehntelang schienen riesige Waldbr√§nde eher ein Problem der Mittelmeerl√§nder zu sein, doch inzwischen ist erkennbar: Die Bedrohung r√ľckt n√§her ‚Äď es gilt, die vegetationsbedingten Waldbrandrisiken zu reduzieren.

Forstpioniere und Kiefernkulturen Schon 2018 brannten in Treuenbrietzen im Brandenburger Fläming vierhundert Hektar Wald, Ende Juni 2022 brannten dort und im benachbarten Beelitz erneut zweihundert Hektar.

Die Flammen kamen den Wohnhäusern so nahe, dass Evakuierungsmaßnahmen nötig waren. Die im Boden noch vorhandenen Kampfmittel kamen erschwerend hinzu. Zu den am meisten waldbrandgefährdeten Gebieten Deutschlands zählen das Nordostdeutsche, das östliche Nordwestdeutsche und das Oberrheinische Tiefland sowie der Pfälzerwald.

Reinbest√§nde aus Kiefern existieren aus historischen Gr√ľnden insbesondere im niederschlagsarmen Brandenburg, wo am Ende des 18. Jahrhunderts die W√§lder durch √úbernutzung, Waldweide und Streunutzung weitgehend zerst√∂rt und sich daraufhin ausgedehnte Heidefl√§chen gebildet hatten.

Die Kiefer ist die einzige Baumart, mit der unter diesen Voraussetzungen eine Wiederbewaldung gelingen kann. Deshalb war es eine Kulturtat, die devastierten Böden mit dieser Pionierbaumart aufzuforsten, maßgeblich vorangetrieben durch Georg-Ludwig Hartig aus Hessen (1764 bis 1837), den bekanntesten Förster aller Zeiten.

Zwar k√∂nnen Kiefern der Sommerhitze einigerma√üen trotzen, Holz und Nadeln enthalten aber reichlich √§therische √Ėle und Harz. Kiefernw√§lder sind zudem licht mit einem trockenen Waldinnenklima, die grobk√∂rnigen Sandb√∂den, auf denen sie meist wachsen, neigen zur Austrocknung, trockene √Ąste und eine Schicht aus Nadelstreu bedecken den staubtrockenen Boden.

Aus Aufforstung hervorgegangene Kiefernbest√§nde akkumulieren im Unterschied zu nat√ľrlichen Kiefernw√§ldern eine z√ľndanf√§llige Streuauflage mit Heide und Gr√§sern wie Sandrohr und Drahtschmiele. Diese Kombination ist leicht entflammbar und meist der Ort der Initialz√ľndung.

Einmal entfacht, breitet sich das Feuer rasend schnell aus. √úber die Gr√∂√üe und Ausbreitung der Br√§nde entscheidet der Wind. Besonders junge Kiefernw√§lder sind gef√§hrdet, weil die Flammen leicht vom Boden auf die Baumkronen und dann von Krone zu Krone √ľberspringen k√∂nnen.

Solche Vollbrände nehmen schnell gewaltige Dimensionen an, insbesondere, wenn Totholz am Boden das Feuer im Kronenbereich dauerhaft nährt. Brandgefährdet sind insbesondere Nadelbaum-Reinbestände, auch Fichtenwälder.

Buchen- und Laubmischw√§lder sind bisher weniger betroffen, da sie auch im Fr√ľhjahr und Sommer eher k√ľhl und feucht sind. Der Unterschied liegt jedoch nicht nur an den Baumarten selbst, sondern ganz wesentlich auch an den B√∂den, auf denen sie wachsen.

Weniger z√ľndanf√§llige Laubw√§lder wachsen eher auf lehmigen B√∂den, die mehr Wasser speichern k√∂nnen und deshalb nicht so schnell austrocknen. Schon fr√ľher gab es auch bei uns Waldbr√§nde gro√üen Ausma√ües.

Am 4. August 1800 brach nach langer sommerlicher Trockenheit im Nordschwarzwald ein Waldbrand aus, der bis zum 21. August w√ľtete und rund 2.800 Hektar Wald zerst√∂rte. Dieses Feuer hat einen wesentlichen Anteil an der dortigen Ausbreitung der Fichte auf Kosten der Buche, denn vor dem Brand wuchsen dort haupts√§chlich nat√ľrliche Buchenw√§lder.

Die gr√∂√üte Waldbrandkatastrophe im Nachkriegsdeutschland ereignete sich 1975 in der L√ľneburger Heide knapp drei Jahre nach dem Orkan ‚ÄěQuimburga‚Äú am 13. November 1972.

Zwar hatte man gl√ľcklicherweise viel verwertbares Sturmholz aus den W√§ldern geholt, gro√üe Mengen an im Wald verbliebenem harzreichem Totholz der Kiefern bildeten gleichwohl eine hohe Brandlast.

Nach einer langen trocken-heißen Witterungsphase brachen ab dem 8. August 1975 mehrere Feuer aus, die rasend schnell außer Kontrolle gerieten.

15.000 Feuerwehrleute mit 3.800 Feuerwehrfahrzeugen, unterst√ľtzt von 11.000 Bundeswehrsoldaten mit 360 Bergepanzern, schafften es erst am 17. August, das Feuer zum Stillstand zu bringen, f√ľnf Feuerwehrleute starben, 8.000 Hektar Wald waren am Ende verbrannt.

Mehr Brandlast als im S√ľden Kurzfristig entscheidet das Klima √ľber das Waldbrandrisiko, mittelfristig die Brandressourcen, also die Menge an brennbarer Vegetation. Denn f√ľr Waldbr√§nde braucht es Biomasse, die unsere W√§lder in unglaublich hohen Mengen enthalten.

Mit einem mittleren Vorrat von 358 Kubikmetern brauchbarem Derbholz je Hektar (das Holz von B√§umen ab sieben Zentimeter Durchmesser in Brusth√∂he mit Rinde sowie √Ąste dieser Dimension wird Derbholz genannt).

Insgesamt sind dies 3,9 Milliarden Kubikmeter, liegt Deutschland an der Spitze der EU. √úberlie√üe man unseren Wald der Natur, k√∂nnten die im Wald akkumulierten Holzmengen kaum gr√∂√üer sein. Die Brandlast der deutschen W√§lder ist insofern mehrfach h√∂her als die der W√§lder S√ľdeuropas.

Es ist noch nicht in unserem Bewusstsein angekommen, dass sich durch Trockenheit und Borkenk√§fer ein Teil der Biomasse unserer W√§lder mehr und mehr in Brennstoff verwandeln wird, der Feuer in einem Ausma√ü erm√∂glicht, das unser Vorstellungsverm√∂gen √ľbersteigt und unsere Siedlungen gef√§hrden kann.

Präventiver Brandschutz durch Waldumbau heißt die Zauberformel. Strukturreiche Mischwälder mit hohem Anteil klimastabiler Laubbäume widerstehen der zunehmenden Trockenheit eher und haben ein feuchteres Waldinnenklima, solange die Bodenfeuchtigkeit eine Transpiration erlaubt.

Waldumbauprogramme wurden deshalb gleich nach der Wende deutschlandweit ausgearbeitet und begonnen. Das gestaltet sich weit schwieriger als es klingt, denn erst mit zunehmendem Lehm- und Humusanteil im Boden steigen die Erfolgschancen.

Hilfreich war daf√ľr auch das Verbot von Waldweide und Streunutzung im 19. und 20. Jahrhundert, weil die B√∂den seitdem wieder etwas Humus aufbauen konnten. Buchen und Traubeneichen, die urspr√ľnglich dort wuchsen, Linden, Ahorne, Hainbuchen oder Roteichen werden beim Waldumbau in die Kiefernbest√§nde gepflanzt.

Gelingt dies, wird Graswuchs mittelfristig unterdr√ľckt, das gr√ľne Laub der gepflanzten B√§ume isoliert den Brennstoff am Boden von jenem im Kronenraum. Gen√ľgend Ausdauer und eine geringe Rehwildpopulation vorausgesetzt, wird Waldumbau mittelfristig gelingen.

Aber Rehe sind Feinschmecker und zu viele davon sorgen daf√ľr, dass am Ende doch wieder nur Kiefern √ľbrigbleiben. Nur eine intensive Bejagung macht den Waldumbau zum Erfolgsprogramm. Waldumbau muss aktiv erfolgen, denn wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit.

Zwar k√∂nnte man diesen Prozess auch der Natur √ľberlassen ‚Äď was vor allem auf armen Sandb√∂den viel zu lange dauern w√ľrde, mit weiterhin erh√∂hten Waldbrandrisiken f√ľr Jahrzehnte.

Allein auf die Selbstheilung der Wald√∂kosysteme zu hoffen, k√∂nnen wir uns in einem dicht besiedelten Land mit so vielf√§ltigen Anspr√ľchen an die √Ėkosystemleistungen des Waldes wie Grundwasserschutz und Erholungsfunktion nicht erlauben.

Wald in Deutschland ist Teil der Kulturlandschaft und braucht die Hand des F√∂rsters. Man sollte sich allerdings auch keine √ľbertriebenen Illusionen machen: Bei anhaltender Trockenheit werden auch Laub- und Mischw√§lder brennen, wenn auch hoffentlich eher am Boden, weil dicke St√§mme kaum Feuer fangen.

W√§lder haben eine vom Klima determinierte nat√ľrliche Dichte, was dar√ľber hinausgeht, stirbt. Je trockener das Klima wird, desto lichter werden auch unbewirtschaftete W√§lder. B√§ume erst in h√∂herem Alter als heute √ľblich zu ernten und W√§lder dichter werden zu lassen, um das Waldinnenklima zu k√ľhlen, hie√üe, Risikovorr√§te anzulegen.

Deshalb ist es ein denkbar schlechter Rat, den Wald sich selbst zu √ľberlassen. Denn mit zunehmendem Alter der B√§ume steigt ihr Risiko, D√ľrreperioden nicht zu √ľberleben.

Naturnahe Waldwirtschaft sorgt dagegen f√ľr eine Reduktion der Brandlast, indem B√§ume geerntet werden, bevor sie vertrocknen, und das Holz in H√§usern verbaut wird, bevor es im Wald verbrennt.

In Deutschland wird auf sechs Prozent der Waldfl√§che kein Holz geerntet, auf zehn Prozent der nutzbaren Holzmenge wird √ľberdies zugunsten einer Totholzanreicherung verzichtet, und das Nichtderbholz (mit weniger als sieben Zentimeter im Durchmesser) bleibt zus√§tzlich zur√ľck im Wald.

Die massiven Waldsch√§den der vergangenen Jahre haben die Brandlast dar√ľber hinaus erh√∂ht. Halb zersetztes Totholz kann zwar beachtliche Mengen an Wasser aufnehmen, in Zeiten der D√ľrre trocknet aber auch das Totholz aus.

Je gr√∂√üer die Menge des verf√ľgbaren Brennstoffs, desto h√∂her sind Intensit√§t und Schwere des Feuers und damit die Hitzeentwicklung und die Folgen eines Brandes.

So kommt es im Mittelmeerraum in j√ľngster Zeit verst√§rkt zu gro√üen Waldbr√§nden, weil infolge der Landflucht und aus Naturschutzgr√ľnden viele W√§lder nicht mehr genutzt werden. Was fr√ľher als Brennholz zum Kochen und Heizen diente, liegt jetzt im Wald und bietet dem Feuer Nahrung.

Waldwildnis-Strategien sind in diesen Zeiten keine wirklich gute Idee. Der aktuelle Waldzustand in Mitteleuropa wird zum Ende des Jahrhunderts Geschichte sein.

Es ist eine universell geltende Regel, dass mit zunehmender Hitze und Trockenheit die Biomassevorräte abnehmen, die hohen Holzvorräte in unseren Wäldern werden deshalb absehbar zum Hochrisiko.

Wälder sind systemimmanent labil, weil sie wegen ihrer Langlebigkeit und Ortsgebundenheit klimasensitiv sind, vor allem in höherem Alter. Der Abbau von Biomasse kann langsam vonstattengehen, indem Bäume nach und nach absterben, ihr Holz langsam verrottet und neue Baumarten an ihrer Stelle wachsen.

Oder es greifen eben katastrophale Waldbrände um sich. Beides heizt den Klimawandel weiter an, weil in beiden Fällen riesige Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen.

Waldbrandschutz ist deshalb auch Klimaschutz. Nachhaltige Bewirtschaftung auf akzeptablem Holzvorratsniveau kann diese Szenarien verhindern, fachgerechte Waldpflege ist in der Lage, katastrophale Brände weitgehend zu unterbinden.

Offenbar ist das Wissen um diese Zusammenh√§nge aber noch nicht in der Politik angekommen, denn Berlin wie Br√ľssel setzen auf noch mehr Biomasseanreicherung im Wald als Strategie des Klimaschutzes. Dabei ist weitere Akkumulation von Biomasse im Wald alles andere als Klimaschutz.

Das Versprechen, unsere W√§lder als Kohlenstoffsenken (https://www.naturefund.de/wissen/kompensation/co2_kompensieren/kompensation_durch_kohlenstoffsenken) auszubauen, t√§uscht die Bev√∂lkerung, es hat lediglich eine Alibifunktion, weil eine biogene Senke wie eine vermiedene Emission behandelt und die √Ėffentlichkeit so √ľber die tats√§chliche H√∂he der fossilen Emissionen im Ungewissen gelassen wird.

Dasselbe gilt f√ľr sogenannte Verurwaldungsprojekte. Dabei werden CO -Zertifikate generiert, indem Waldbesitzer dazu √ľberredet werden, ihren Wald verwildern zu lassen in der tr√ľgerischen Hoffnung, Nutzungsverzicht w√ľrde f√ľr h√∂here Biomassevorr√§te sorgen.

Die Zertifikate werden √ľber den Emissionsrechtehandel verkauft, ein Teil des Erl√∂ses flie√üt an die Waldbesitzer als Ausgleich f√ľr den Verzicht auf die Holzernte. Wer diese Zertifikate erwirbt, kann damit eigene Emissionen vermeintlich kompensieren.

Obwohl in einschl√§gigen Normen festgelegt, wird dabei das Prinzip der Permanenz mit F√ľ√üen getreten. Eine zus√§tzliche Kohlenstoffspeicherung muss grunds√§tzlich dauerhaft sein. Im schlimmsten Fall f√ľhrt der Klimawandel zum Totalverlust durch Waldbrand.

Aber auch ohne Feuer wird die zunehmende Trockenheit das Baumwachstum bremsen und einzelne B√§ume und ganze W√§lder absterben lassen. In beiden F√§llen entstehen gewaltige ‚ÄěKohlenstoffschulden‚Äú, denn der in der Biomasse akkumulierte Kohlenstoff geht als Kohlendioxid in die Luft.

Es ist das krasse Gegenteil von Nachhaltigkeit, wenn unsere Enkel diese Schuldenhypothek wieder abtragen m√ľssen.

Über die Ursachen von Waldbränden

Waldbr√§nde sind in Deutschland wie im Mittelmeergebiet nur vereinzelt nat√ľrlichen Ursprungs, Blitzschlag als Ursache ist selten. Waldbr√§nde werden meist vors√§tzlich oder fahrl√§ssig verursacht.

Ein Gro√üteil wird durch Lagerfeuer, Rauchen, weggeworfene Streichh√∂lzer und vergleichbare Unachtsamkeiten ausgel√∂st. Auch ein hei√üer Auto-Katalysator kann d√ľrres Gras entflammen, entlang von Schienen kann es durch erhitzte Radsatzlager, sogenannte ‚ÄěHei√ül√§ufer‚Äú, zu einer Z√ľndung kommen.

Funkenflug und schnell drehende Maschinenteile von forst- oder landwirtschaftlichen Maschinen bergen ein weiteres Risikopotenzial. Andererseits muss ein erhöhtes Waldbrandrisiko nicht notwendigerweise bedeuten, dass es mehr Brände und größere Brandflächen gibt.

Ob die steigenden klimatischen Potenziale f√ľr Waldbr√§nde tats√§chlich zu mehr Waldbr√§nden f√ľhren, h√§ngt in erster Linie vom Umweltverhalten der Menschen ab und vom Management der W√§lder zur Verringerung der Brandlasten.

Durch Waldumbau ändert sich die Zusammensetzung der Wälder, allerdings werden wir damit mindestens bis zum Ende des Jahrhunderts beschäftigt sein.

Der Autor Roland Irslinger (https://www.oekom.de/buch/vom-glueck-der-ressource-9783962383626), Jahrgang 1949, war von 1982 bis 2014 Professor f√ľr Wald√∂kologie an der Hochschule f√ľr Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar.

Er forschte in der Mata Atlantica, dem atlantischen Regenwald Brasiliens, und war beratend t√§tig beim Aufbau des WWF-Goldstandards zur Zertifizierung von Aufforstungsprojekten f√ľr den Klimaschutz.