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Nach drei Wahlniederlagen in Folge: Ist diese SPD noch zu retten?

Sigmar Gabriel: F√ľhrte er die einstige Arbeiterpartei in die falsche Richtung?

Martin Schulz: Soll die verlorenen Kohlen aus dem Feuer holen.

Hannelore Kraft: Hat gerade ihren Ministerpräsidentinnen-Job verloren.

Andrea Nahles: Lässtunsoziale Arbeitsverhältnisse zu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Profitiert sie von der seither "unsozialen" SPD-Haltung? Fotos: by -pdh-

BERLIN. - Der Schock sitzt den Genossen in Berlin und in den Bundesl√§ndern noch immer in den Knochen. Drei Wahlniederlagen bei Landtagswahlen in Folge, und diese nach einer sichtbaren Erholung der Sozialdemokraten in den letzten Monaten, haben ihre Grundfeste ersch√ľttert.

Ihre Grundfeste? Welche? Und schon sind wir mit dieser Fragestellung mitten im Dilemma der Sozis oder ‚ÄěSozen‚Äú (Helmut Kohl). Und erkennen pl√∂tzlich, wie stark sich die potentiellen SPD-W√§hler von einer Partei abgewendet haben, die fr√ľher einmal eine Arbeiterpartei war und sich Schritt f√ľr Schritt in eine konturlose Beliebigkeitspartei verwandelt hat, die √ľber keinerlei Fundament mehr verf√ľgt.

Mit Gerhard Schr√∂der, dem ‚ÄěGenossen der Bosse‚Äú im Brioni-Anzug und dicker Cohiba-Zigarre begann die sichtbare Abkehr vom Arbeiter, dem sicheren Gefolgsmann. Man wollte in den besseren Kreisen agieren. Dass da schon eine Partei residierte, verdr√§ngte man gro√üz√ľgig.

In der ‚ÄěMitte‚Äú sollte jetzt Platz f√ľr zwei Volksparteien sein, vielleicht sogar f√ľr eine dritte, kleinere. Denn auch die Gr√ľnen mit ihrem ungl√ľcklichen neuen Spitzenpersonal haben mittlerweile ihre Herkunft verdr√§ngt, repr√§sentieren die Besserverdiener und biedern sich als r√ľckgratloser Steigb√ľgelhalter der Union an.

In der Gro√üen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte die SPD dann, wie sehr sie sich von ihrer fr√ľheren Basis entfernt hat. Obwohl die SPD die Arbeitsministerin stellt, feiern unsoziale Arbeitsverh√§ltnisse fr√∂hliche Urst√§nd.

Trotz st√§ndiger Beteuerungen, f√ľr die Arbeitnehmer einzustehen, steigt die Anzahl der Werksvertr√§ge und Leiharbeiter, die entsprechenden neuen Gesetze sind ein Treppenwitz, denn sie erlauben Ausnahmen ohne Ende.

Die prekären Beschäftigungsverhältnisse, dreiste Ausbeutung der wehrlosen Arbeitnehmer stand noch nie so im Fokus wie zurzeit. Denn das Resultat der Unzahl prekärer Jobs sind dann später Renten, von denen die Betroffenen ebenso wenig leben können wie zuvor von ihrer prekären Beschäftigung. Von unbefristeten Arbeitsverträgen können zudem immer weniger Beschäftige profitieren.

Wer soll also die SPD in Zukunft w√§hlen, egal, ob sie durch Gabriel oder Schulz repr√§sentiert wird? Es sieht so aus, dass Gabriel und Nahles die Sozialdemokraten durch ihre willf√§hrige Politikbeteiligung der letzten Jahre in eine derart schwierige Situation man√∂vriert haben, dass auch ein ‚ÄěStankt Martin‚Äú die Partei bis zur Bundestagswahl im September 2017 nicht mehr retten kann, wenn er nicht tats√§chlich eine komplette Kehrtwendung hinlegt. Und danach sieht es nicht aus.

Wer also sollte noch die SPD wählen? Vielleicht die Arbeitgeber, um sich die paradiesischen Zustände zu erhalten!