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Anhaltende Trockenheit: Landrat erl√§sst Allgemeinverf√ľgung

Das wird k√ľnftig nicht mehr erlaubt sein: Wasserentnahmen aus der Usa mit Hilfe eines Gartenschlauches und einer elektrischen Pumpe.

Wasserentnahme aus Oberflächengewässern ab sofort untersagt

WETTERAUKREIS. - Nachdem es in den Monaten Januar und Februar noch durchschnittlich geregnet hat und teilweise sogar kleinere Hochwasserereignisse verursacht wurden, sind ergiebige Niederschläge seit Anfang März eine Seltenheit.

Das Regendefizit aus den Jahren 2018 und 2019 konnte √ľber das Winterhalbjahr nicht ausgeglichen werden. Nach wie vor ist es viel zu trocken.

‚ÄěWas wir brauchen, ist ergiebiger Regen √ľber mehrere Tage, der den Wasserhaushalt wieder ausgleicht‚Äú, sagt Landrat Jan Weckler.

Ein solcher ergiebiger Regen ist aber nicht in Sicht. Vielmehr wird erwartet, dass die Trockenheit auch in den nächsten Wochen weiter anhalten wird.

Manche Bäche sind zu Rinnsalen geschrumpft

Die Wasserf√ľhrung in den oberirdischen Gew√§ssern des Wetteraukreises ist in den vergangenen Wochen stark zur√ľckgegangen. Stellenweise beginnen Gew√§sser schon g√§nzlich trocken zu fallen. Manche B√§che sind zu Rinnsalen geschrumpft.

Deshalb f√ľhrt eine zus√§tzliche Belastung durch Wasserentnahmen sowohl im Einzelfall als auch in der Summenwirkung zu einer erheblichen und weitreichenden Beeintr√§chtigung des √Ėkosystems Flie√ügew√§sser.

‚ÄěWir haben uns aus diesem Grund entschieden, den Eigent√ľmer- und Anliegerverbrauch zu beschr√§nken. Ab sofort ist jegliche Wasserentnahme aus B√§chen und Fl√ľssen unzul√§ssig‚Äú, fasst Landrat Jan Weckler zusammen. Die Anordnung betrifft insbesondere die Eigent√ľmer und Anlieger der Gew√§sser.

Nicht betroffen von der Verf√ľgung sind Entnahmen im Rahmen wasserrechtlicher Erlaubnisse. Hier ergeben sich aber auch Beschr√§nkungen aus der jeweiligen Erlaubnis selbst. Das Sch√∂pfen mit Handgef√§√üen ist im Rahmen des Gemeingebrauchs weiterhin zul√§ssig.

Wer also mit der Gießkanne am benachbarten Fluss Wasser schöpft, ist von dieser Regelung nicht betroffen. Der Einsatz von elektrisch oder Benzin betriebenen Pumpen ist hingegen verboten.

Gleichzeitig appelliert Landrat Jan Weckler an alle B√ľrgerinnen und B√ľrger, in jeglicher Hinsicht sparsam mit Wasser umzugehen.

Die aktuell erlassene Allgemeinverf√ľgung wird im Amtsblatt des Wetteraukreises ver√∂ffentlicht und gilt ab dem Tag der Bekanntgabe, also mit dem heutigen Donnerstag, 04. Juni.

Die Verf√ľgung beh√§lt ihre G√ľltigkeit bis einschlie√ülich 30. November 2020 oder bis auf Widerruf durch den Kreisausschuss des Wetteraukreises. Die sofortige Vollziehung der Allgemeinverf√ľgung wird angeordnet.

Die Fachstelle Wasser und Bodenschutz weist darauf hin, dass die Einhaltung des Verbots im erforderlichen Umfang, insbesondere an wasserwirtschaftlich und ökologisch gefährdeten Gewässerabschnitten kontrolliert wird. Ein Verstoß kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Sinkende Pegelstände im Internet abrufbar

Wie sehr die Pegelst√§nde in den Gew√§ssern zur√ľckgegangen sind, kann im Internet unter www.hlnug.de verfolgt werden. Das Hessische Landesamt f√ľr Naturschutz, Umwelt und Geologie misst hessenweit regelm√§√üig an 108 Stellen die Pegelst√§nde von B√§chen und Fl√ľssen.

In der Wetterau wird unter anderem an folgenden B√§chen und Fl√ľssen gemessen:

- an der Ulfa, zwischen Ulfa und Kohden,

- an der Nidda, bei Unter-Schmitten, Nieder-Florstadt, Ilbenstadt und Bad Vilbel,

- an der Nidder, bei Steinberg und Glauberg sowie in Nidderau-Windecken (Main-Kinzig-Kreis),

- am Seemenbach, in B√ľdingen,

- an der Wetter, vor Trais-M√ľnzenberg und oberhalb von Friedberg-Bruchenbr√ľcken,

- an der Usa, in Friedberg.