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Zensus statt VolkszÀhlung

Die Zensus Erhebungsstelle hat ihre Arbeit aufgenommen. Jetzt werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Landrat Jan Weckler, Astrid Damerau und Patricia Kappes (von links nach rechts), die die Zensus Erhebungsstelle leiten wird. Foto: Pressedienst Wetteraukreis

WETTERAUKREIS / FRIEDBERG. - Im kommenden Jahr wird eine stichprobenartige Befragung der Menschen in ganz Deutschland durchgefĂŒhrt.

Neben der Feststellung der amtlichen Einwohnerzahlen sollen Informationen gewonnen werden zu Wohnraum, Bildung und Erwerbsleben. In der Kreisverwaltung wird dazu eigens eine Erhebungsstelle eingerichtet.

Wie viele ErwerbstÀtige gibt es eigentlich? Wie viele Menschen sind davon selbststÀndig? Wo werden in den kommenden Jahren wie viele Kinder eingeschult? Wie viele Wohnungen gibt es im Land und wie sind sie ausgestattet?

„Das sind wichtige Fragen, die fĂŒr systematische Planung zur Zukunft unseres Landes wichtig sind und die nicht aus aktuellen Registern und Datenbanken nicht immer zuverlĂ€ssig zu erheben sind“, sagt Landrat Jan Weckler.

Zum Stichtag 15. Mai 2022 findet in ganz Deutschland der Zensus statt. Viele Entscheidungen in Bund und LĂ€ndern beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Um verlĂ€ssliche Basisdaten fĂŒr Planungen zu haben, ist eine regelmĂ€ĂŸige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl wichtig.

Daher fĂŒhren die Statistischen Ämter des Bundes und der LĂ€nder alle zehn Jahre den Zensus durch. UrsprĂŒnglich sollte er im Jahre 2021 stattfinden. Die Corona-Pandemie sorgte fĂŒr eine Verlegung um ein Jahr.

Bundesweit nehmen nur zehn Prozent der Bevölkerung an einem kurzen Interview durch Erhebungsbeauftragte teil. Die meisten Daten stammen aus Verwaltungsregistern.

Die Stichprobenbefragung ist notwendig, um etwaige Ungenauigkeiten der Melderegister festzustellen und um Daten zu erheben, die nicht in den Registern vorliegen, wie zum Beispiel Angaben zu Bildung und Ausbildung oder zu ErwerbstÀtigkeit.

Zahlen sind wichtig fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden

Die Ergebnisse des Zensus sind die Grundlage dafĂŒr, wie viel Geld StĂ€dte und Gemeinden in Zukunft durch den LĂ€nder- und kommunalen Finanzausgleich sowie durch EU-Fördermittel zugewiesen bekommen.

Auch die Einteilung der Wahlkreise und die Stimmverteilung im Bundesrat orientieren sich an der amtlichen - das heißt, an der durch den Zensus ermittelten - Einwohnerzahl.

Zahl der Wohnungen wird ermittelt

Neben der Einwohnerzahl ermittelt der Zensus auch die Zahl der Wohnungen und GebĂ€ude in Deutschland. Weil es dafĂŒr keine flĂ€chendeckenden Register gibt, werden die EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer von Wohnungen oder WohngebĂ€uden postalisch durch das Hessische Statistische Landesamt angeschrieben und gebeten, ĂŒber einen Online-Fragebogen Angaben zur GrĂ¶ĂŸe, Heizungsart, Ausstattung und Kaltmiete ihrer Wohnung bzw. ihres WohngebĂ€udes zu machen. Auf Wunsch kann der Fragebogen auch in Papierform angefordert werden.

Kreis richtet Erhebungsstelle ein

„FĂŒr die Vorbereitung und DurchfĂŒhrung des Zensus 2022 im Wetteraukreis haben wir eine Erhebungsstelle eingerichtet“, berichtet Landrat Jan Weckler.

Die Erhebungsstelle kĂŒmmert sich um die Anwerbung, Betreuung, Schulung und Koordination von Interviewerinnen und Interviewern, den sogenannten Erhebungsbeauftragten. Die QualitĂ€t der Erhebungen und der Datenschutz werden von der Erhebungsstelle fortlaufend sichergestellt.

Die Erhebungsbeauftragten fĂŒhren die Befragung vor Ort durch. Sie befragen die in der Stichprobe ausgewĂ€hlten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, erfassen die dafĂŒr notwendigen Daten und ĂŒbergeben die Zugangsdaten fĂŒr die Online-Befragung.

Vor ihrem Einsatz mĂŒssen sie sich gesetzlich auf die Wahrung des Statistikgeheimnisses und zur Geheimhaltung der Erkenntnisse, die sie wĂ€hrend und nach ihrer TĂ€tigkeit gewonnen haben, schriftlich verpflichten.

Daten sind anonymisiert

Alle Daten werden ausschließlich anonymisiert ausgewertet. Beim Zensus geht es nicht darum, etwas ĂŒber die individuellen LebensverhĂ€ltnisse der Einwohnerinnen und Einwohner zu erfahren.

Ziel und Zweck des Zensus ist ausschließlich eine verlĂ€ssliche Datenbasis fĂŒr weitere Planungen. Wie Landrat Jan Weckler mitteilte, werden die Ergebnisse des Zensus voraussichtlich Ende des Jahres 2023 vorliegen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.zensus2022.de.