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Talsperren und Pegel haben sich bewÀhrt

Thomas Buch erlÀutert Landrat Jan Wecker die Funktionsweise der Hochwasserwarnung im Internet. Foto: Pressedienst Wetteraukreis

RegierungsprÀsidium attestiert Wetteraukreis sehr guten Hochwasserschutz

WETTERAUKREIS. - Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft im Sommer haben die Gefahr von Sommerhochwasser noch einmal deutlich gemacht.

Landrat Jan Weckler hat das Thema Hochwasserschutz auf die Tagesordnung der letzten BĂŒrgermeisterdienstversammlung gesetzt. Fachleute aus RegierungsprĂ€sidium, Unterer Wasserbehörde und vom Katastrophenschutz des Wetteraukreises haben ĂŒber Möglichkeiten und Grenzen des Hochwasserschutzes referiert.

Elisabeth Geselle, Dezernatsleiterin in der Oberen Wasserbehörde beim RegierungsprÀsidium, beurteilte den Hochwasserschutz im Wetteraukreis als weitgehend sehr gut.

„Talsperren und Pegel haben sich bisher grundsĂ€tzlich bewĂ€hrt.“ Ein Problem sind Starkregenereignisse im Sommer, die plötzlich und rĂ€umlich sehr begrenzt auftreten.

Dabei sei es auch fĂŒr Meteorologen nicht vorhersehbar, wo die Wassermassen niedergehen. Die HĂ€ufungen solcher WolkenbrĂŒche im Sommer werden von vielen Experten als Hinweis auf den Klimawandel gewertet.

Die OberlĂ€ufe der FlĂŒsse und BĂ€che im Wetteraukreis sind durch die engen TĂ€ler ohnehin schwer zu prognostizieren. „Bei sommerlichen Starkregenereignissen sind solche Vorhersagen gar nicht zu treffen“, bestĂ€tigte auch Elisabeth Geselle.

Dabei gibt es im Einzugsgebiet der Nidda, das fast den ganzen Wetteraukreis umfasst, eine ganze Reihe von Hochwasserschutzeinrichtungen. Das sind in erster Linie die Niddatalsperre bei Schotten, aber auch die großen HochwasserrĂŒckhaltebecken an Eichelbach und bei BĂŒdingen-DĂŒdelsheim.

Zudem gibt es eine ganze Reihe von Pegeln, durch die rund um die Uhr die WasserstĂ€nde in den BĂ€chen ĂŒberwacht werden. Bei Überschreiten von bestimmten Höhen wird automatisch die Leitstelle und damit den Rettungs- und Katastrophenschutz informiert.

Im Auftrag des Landes Hessen sind beim RegierungsprÀsidium Darmstadt mittlerweile eine Vielzahl von Gefahren- und Risikokarten nach EU-Richtlinie geschaffen worden, die die Auswirkungen von extremem Hochwasser, mittleren Hochwassern(100-jÀhrliches Hochwasser), und Hochwasserereignisse, die etwa alle zehn Jahre vorkommen, aufzeigen.

Der Deutsche Wetterdienst gibt regelmĂ€ĂŸig Wetterwarnungen heraus, die man sich durch verschiedene Warn-Apps aufs Handy laden kann, zum Beispiel KATWARN oder hessenWARN.

Eine HochwasserfrĂŒhwarnung mit genauen Daten fĂŒr Landkreise oder noch kleinere FlĂ€chen sind allerdings fachlich nicht möglich.

Das gilt sowohl fĂŒr die Starkregenereignisse in den Sommerzeiten, aber auch fĂŒr Hochwasserereignisse im Winter, die durch starken Regen und gleichzeitiger Schneeschmelze entstehen, wie etwa Anfang des Jahres in BĂŒdingen geschehen.

Am Beispiel des Hochwassers in BĂŒdingen zeigt sich, dass im steilen GelĂ€nde auch Vorwarnfunktionen durch Messeinrichtungen oberhalb ihre Grenzen haben. Der maximale Pegelstand in Wolferborn war quasi zeitgleich mit dem höchsten Wasserstand in BĂŒdingen erreicht.

FĂŒr die grĂ¶ĂŸeren BĂ€che lĂ€sst sich der weitere Hochwasserverlauf dann recht gut vorhersagen. Generell sei es wichtig die verschiedenen Hochwassermeldestufen auch richtig zu interpretieren.

„Dann mĂŒssen die richtigen SchlĂŒsse im Zweifel sofort gezogen werden, insbesondere dann, wenn die Pegel schnell steigen. Darauf muss man vorbereitet sein, in dem man sich rechtzeitig mit den Hochwassergefahren vor Ort auseinandersetzt“, so die Dezernatsleiterin im RegierungsprĂ€sidium Elisabeth Geselle

„Den Kommunen kommt eine wichtige Aufgabe beim Hochwasserschutz zu, schon bei der Bauleitplanung und bei der GewĂ€sserunterhaltung“, sagt Thomas Buch, Leiter der Unteren Wasserbehörde, die in der Kreisverwaltung angesiedelt ist.

Er bezeichnet die Erhaltung der RĂŒckhalterĂ€ume und den konsequenten Schutz der Auen fĂŒr unerlĂ€sslich. „Nur wenn es genĂŒgend FlĂ€chen gibt, in denen sich das Wasser nach Starkregenereignissen ausbreiten kann, können grĂ¶ĂŸere SchĂ€den vermieden werden.“

Weitere Informationen gibt es im Internet im Hochwasserportal Hessen: www.hochwasser-hessen.de.