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Kommunale Zusammenarbeit auch in der Krise

Organisieren gemeinsame Fahrten f├╝r Senioren zu den Impfzentren: die B├╝rgermeister Eike See, W├Âlfersheim, Wilfried Mogk, Echzell, Lena Herget-Umsonst, Reichelsheim und Herbert Unger, Florstadt (von links nach rechts). Foto: Sebastian G├Âbel

ECHZELL / FLORSTADT / REICHELSHEIM / W├ľLFERSHEIM. - Die Corona-Impfungen kommen zunehmend in Gang. Erst zwischen den Jahren wurde im W├Âlfersheimer Seniorenzentrum mit den Impfungen durch mobile Impfteams begonnen.

Auch B├╝rgerinnen und B├╝rger ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben, k├Ânnen sich impfen lassen. Doch gerade f├╝r ├Ąltere Menschen ist die Fahrt zu einem der Impfzentren nicht immer ohne weiteres m├Âglich.

Viele St├Ądte und Gemeinden bieten daher meist ├╝ber Ehrenamtliche getragene Fahrdienste an. In Echzell, Florstadt, Reichelsheim und W├Âlfersheim werden Fahrten, die nicht ├╝ber ehrenamtliche abgedeckt werden k├Ânnen, nun gemeinsam ├╝ber die Jugendpflege 4.0 realisiert.

Am 19. Januar ├Âffneten in Hessen die ersten f├╝nf Corona-Impfzentren. B├╝dingen ist noch nicht dabei, aber Gie├čen. Dort k├Ânnen sich dann auch Wetterauer ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben, impfen lassen.

Hierzu ist jedoch eine Terminvereinbarung notwendig. Die Terminvergabe f├╝r Impfungen verl├Ąuft telefonisch ├╝ber die Rufnummer 116 117 oder ├╝ber die Internetplattform Impfterminservice.de.

ÔÇ×Es gibt leider einige ├Ąltere Mitb├╝rgerinnen und Mitb├╝rger, die keine Verwandten oder Bekannten haben, die sie fahren k├Ânnen. An dieser Stelle wollen wir als Kommunen mit einem Fahrservice unterst├╝tzenÔÇť, so W├Âlfersheims B├╝rgermeister Eike See.

Dabei greifen die Kommunen auf das breite ehrenamtliche Engagement der B├╝rgerinnen und B├╝rger zur├╝ck. ÔÇ×Im Rahmen unserer Aktion W├Âlfersheim hilft haben sich viele B├╝rgerinnen und B├╝rger gemeldet, die bereit sind mit anzupacken.

Auf unseren Aufruf an die Ehrenamtlichen haben sich innerhalb k├╝rzester Zeit Mitb├╝rger bereiterkl├Ąrt mit Fahrten zu unterst├╝tzenÔÇť, berichtet die in W├Âlfersheim zust├Ąndige Projektkoordinatorin Martina Schmitt.

Auch in den anderen Kommunen kann man auf entsprechende Netzwerke bauen. ÔÇ×Wir werden auch das Netzwerk der im Fr├╝hjahr bereits gegr├╝ndete ÔÇÜB├╝rgerhilfe ReichelsheimÔÇś nutzen.

Das damals geschaffene Hilfsangebot ist ein wichtiger Pfeiler. Es tut gut, zu sehen, wie viele Menschen vor Ort helfen m├Âchten und sich in der Pandemie solidarisch zeigenÔÇť, lobt Reichelsheims B├╝rgermeisterin Lena Herget-Umsonst.

Doch nicht immer wird es m├Âglich sein, die Fahrten ├╝ber ehrenamtliche abzuwickeln. An dieser Stelle wollen die Kommunen zusammenarbeiten. ÔÇ×Wir arbeiten bereits in den verschiedensten Bereichen wie der Sozialstation und der Gemeinschaftskasse erfolgreich zusammen.

Unsere gemeinsame Jugendpflege 4.0 leistet hervorragende Arbeit und wird auch an dieser Stelle einspringen, wenn Not an Mann istÔÇť, so Florstadts B├╝rgermeister Herbert Unger, ÔÇ×auch wenn wir in Florstadt ebenfalls auf eine gro├če ehrenamtliche Unterst├╝tzung bauen k├Ânnen.ÔÇť

├ťber die vorhandenen Kleinbusse der Kommunen sollen Fahrten in die Impfzentren realisiert werden. ÔÇ×Einmal mehr zeigt sich, wie gut die vier Kommunen harmonieren und zum Wohle ihrer Einwohner eine gemeinsame L├Âsung gefunden haben, welche auch alleinstehenden Senioren erm├Âglicht, sicher und zuverl├Ąssig zu einem Impfzentrum zu gelangenÔÇť, zeigt sich Echzells B├╝rgermeister Wilfried Mogk begeistert.

Wer einen Termin im n├Ąchstgelegenen Impfzentrum vereinbart hat und Unterst├╝tzung beim Transport in das Impfzentrum ben├Âtigt, kann sich telefonisch in den Rath├Ąusern der vier St├Ądte und Gemeinden melden.

Bei der Vergabe der Impftermine ist in Florstadt auch die dortige B├╝rgerhilfe gerne unterst├╝tzend t├Ątig, w├Ąhrend die Fahrtermine von den Ansprechpartnerinnen in den jeweiligen Kommunen koordiniert werden.

Die vier B├╝rgermeister vers├Ąumen es jedoch nicht auch Kritik an der Vorgehensweise des Landes zu ├╝ben, das in einem Brief an die St├Ądte und Gemeinden verweist.

ÔÇ×Das Feedback der B├╝rger, die bis jetzt versucht haben, einen Termin zu vereinbaren, ist leider alles andere als gut. Lange telefonische Wartezeit, abst├╝rzende Server bei Online-Terminvereinbarungen und ausbleibende R├╝ckrufe sind nur einige Beispiele, die unsere B├╝rger an uns heran tragen.

Ebenfalls w├Ąre es sehr w├╝nschenswert, wenn die Landesregierung auch ├╝ber eine finanzielle Unterst├╝tzung bei der Organisation des Fahrdienstes nachdenken w├╝rde.

Es darf nicht von der finanziellen Leistungsf├Ąhigkeit einer Kommune abh├Ąngen, ob man sich solidarische Projekte, wie dieses, leisten kannÔÇť, sind sich die B├╝rgermeister einig.