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Sicherheit durch funktionierende Lebensmittel- und Fleischhygiene├╝berwachung

Dr. Veronika Ibrahim bei der Untersuchung von Schlachtschweinen bei der Ankunft im Schlachtbetrieb.

Lebensmittelkontrolleur Achim Nagel bei der Kontrolle von Fleisch im K├╝hlhaus einer Metzgerei.

Lebensmittelkontrolleur Marius H├Âhl bei Kontrolle eines Rinderschlachtk├Ârpers.

Lebensmittelkontrolleur Achim Nagel bei der Kontrolle von Wurst.

Lebensmittelkontrolleur Hanno Gerstenberg bei der Kontrolle eines Lagerraums einer EU-zugelassenen Gro├čk├╝che.

WETTERAUKREIS. - Wie wichtig die Arbeit der Lebensmittel- und Fleischhygiene├╝berwachung ist, zeigt der jetzt erschienen Jahresbericht, darin sind sich Landrat Joachim Arnold und der Leiter des Veterin├Ąramtes Dr. Rudolf M├╝ller einig. So konnte wieder ein hohes Niveau der Lebensmittelqualit├Ąt und ÔÇôSicherheit erreicht werden.

Im Bereich der Lebensmittel├╝berwachung gab es zahlreiche Ereignisse, bei denen die Kontrolleure einschritten: Ein Novovirusausbruch in einer Rehaklinik, Bananen mit HIV Verdacht oder Glasscherben in der Tomatensauce.

Die Leiterin des Fachgebietes Lebensmittel- und Fleischhygiene├╝berwachung Dr. Veronika Ibrahim und die derzeit sechs Lebensmittelkontrolleure haben im vergangenen Jahr regelm├Ą├čig die im Wetteraukreis ans├Ąssigen Lebensmittelbetriebe kontrolliert.

Hierbei handelt es sich beispielsweise um Lebensmitteleinzelhandelsgesch├Ąfte, B├Ąckereien, Metzgereien, Gastst├Ątten, Produktionsbetriebe und Handelsniederlassungen. Insgesamt wurden in den derzeit 3032 Betrieben 3289 Betriebskontrollen, durchgef├╝hrt.

Bei rund einem Drittel der Betriebe M├Ąngel festgestellt

Bei 35 Prozent der Betriebskontrollen wurden geringe M├Ąngel, bei 4,7 Prozent der Kontrollen gr├Â├čere M├Ąngel festgestellt, die zu weiteren Ma├čnahmen f├╝hrten. In 155 F├Ąllen wurden kostenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen, die sich auf insgesamt 8.525 Euro summierten.

In neun besonders schwerwiegenden F├Ąllen wurden die Missst├Ąnde durch die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens geahndet und dabei Bu├čgeldbescheide mit Bu├čgeldern zwischen 200 Euro und 700 Euro erlassen. Insgesamt war wegen der konsequenten Kontrollen ein R├╝ckgang der gravierenden Verst├Â├če in den Betrieben feststellbar.

Die aufgrund von Verbraucherbeschwerden im Jahr 2016 erforderlichen zus├Ątzlichen 81 Beschwerdekontrollen sind im Vergleich zum Vorjahr erstmals leicht gesunken. Die Beschwerden waren z.B. Erbrechen oder Durchfall nach einem Restaurant- oder Imbissbesuch, verdorbene W├╝rste in der K├╝hltheke, unhygienische Zust├Ąnde bei der M├╝lllagerung in Gastst├Ątten, und ├Ąhnliches.

Dr. Ibrahim erkl├Ąrt dazu: ÔÇ×Jeder Meldung und Beschwerde wurde unverz├╝glich nachgegangen und vor Ort wurden bei Bedarf die entsprechenden Ma├čnahmen ergriffen. Jeder berechtigte Hinweis hilft uns, die Verbraucher im Wetteraukreis vor Lebensmittelvergiftungen zu sch├╝tzen.ÔÇť

Restriktive Ma├čnahmen mussten sowohl bei den normalen planm├Ą├čigen Kontrollen als auch bei Verbraucherbeschwerden ergriffen werden. Dabei wurde beispielsweise verdorbene Ware sichergestellt und entsorgt oder es wurde eine unhygienische oder renovierungsbed├╝rftige Gastst├Ąttenk├╝che geschlossen.

H├Ąufig wurden Proben entnommen, um die Erreger einer m├Âglichen Lebensmittelvergiftung zu identifizieren. In anderen F├Ąllen wurden T├Ątigkeiten untersagt oder bei Bedarf eine professionelle Sch├Ądlingsbek├Ąmpfung angeordnet.

Mehr als 800 Lebensmittelproben wurden 2016 genommen

Neben den Betriebskontrollen und den Beschwerdekontrollen wurden im Jahr 2016 zus├Ątzlich 816 Lebensmittel- und Bedarfsgegenst├Ąndeproben, darunter 55 Verdachts- und Beschwerdeproben zur amtlichen Untersuchung entnommen. Die Anzahl der als Verbraucherbeschwerden eingereichten Proben ist 2016 leicht gesunken.

Von allen planm├Ą├čigen und au├čerplanm├Ą├čigen Proben wurden 16 Prozent von den Sachverst├Ąndigen in den Hessischen Landeslaboren in Gie├čen, Kassel oder Wiesbaden beanstandet. Geringf├╝gige Verst├Â├če wie z.B. kleinere Kennzeichnungsm├Ąngel f├╝hrten zu einer Belehrung der Betroffenen. Bei irref├╝hrenden und den Verbraucher t├Ąuschenden Angaben wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Immer h├Ąufiger werden Pakete aus dem Ausland ├╝berpr├╝ft

Die Lebensmittel├╝berwachung des Wetteraukreises ist auch immer h├Ąufiger mit der ├ťberwachung von Paketen besch├Ąftigt, die vom Zoll entdeckt und zur ├ťberpr├╝fung vorgelegt werden, da die Kosmetika, Nahrungserg├Ąnzungsmittel und Tabakwaren aus der ganzen Welt unzureichend gekennzeichnet oder aus sonstigen Gr├╝nden nicht EU-rechtskonform sind.

In nahezu allen F├Ąllen wurde die Zollfreigabe verweigert und die Ware musste zur├╝ckgesandt werden. Verd├Ąchtige Produkte wurden beprobt. Dabei wurde zum Beispiel in Kapseln eines angeblich rein pflanzlichen Schlankheitsmittels aus Thailand ein nicht deklarierter gesundheitsgef├Ąhrdender Arzneistoff entdeckt. Zwecks Ahndung wurde dieser Fund an das Pharmaziedezernat des Regierungspr├Ąsidiums Darmstadt weiter gemeldet.

Wiederholt wurden im Jahr 2016 Informationen ├╝ber Produkte, die nicht den gesundheitlichen Anforderungen entsprechen, ├╝ber ein EU-Schnellwarnsystem ├╝bermittelt und falls n├Âtig auch an andere europ├Ąische Mitgliedsstaaten weiter gegeben. Dieses System ist in F├Ąllen wie erh├Âhten Dioxinwerten oder Salmonellenbefall von Lebensmitteln f├╝r den Verbraucherschutz von enormer Bedeutung.

Bei Vor-Ort-Kontrollen aufgrund von Schnellwarnungen der EU wurde beispielsweise kontrolliert, ob die zur├╝ckgerufenen Waren, zum Beispiel Glasscherben in Tomatensauce, oder ob Lebensmittel mit nicht deklarierten Allergenen aus allen belieferten Superm├Ąrkten zur├╝ckgeholt worden waren. Wurde diese noch aufgefunden, wurden sie sichergestellt.

In unz├Ąhligen weiteren F├Ąllen sch├╝tzt die Wetterauer Lebensmittel├╝berwachung die deutschen Verbraucher dadurch, dass sie die gro├čen Importeure und H├Ąndler des Kreises zwingend dazu auffordert, zeitnah Lieferlisten zu ├╝bermitteln, um sie dann f├╝r fl├Ąchendeckende Warenr├╝ckrufe an die Kontrolleure anderer Bundesl├Ąnder weiterzugegeben.

├ťberwachung von Lebensmitteltransporten

Zudem hat das Team der Lebensmittel├╝berwachung im Vorjahr 169 Lebensmitteltransporte sowie auf der A5 gemeinsam mit der Autobahnpolizei Butzbach 92 Lebensmitteltransporte kontrolliert. Bei den Autobahnkontrollen war auffallend, dass immer wieder kleine gewerbliche Obst-/Gem├╝setransporte von der Gro├čmarkthalle in Frankfurt ausgehend mit Fleisch und Milchprodukten (frisches Putenfleisch, Joghurt, Schafsk├Ąse) ohne K├╝hlung unterwegs waren. Einmal wurden dort sogar zwei lebende Tauben in einem vorgefunden.

Beratung bei der Einrichtung von Fl├╝chtlingsunterk├╝nften

Auch die Fl├╝chtlingsversorgung besch├Ąftigte die Lebensmittel├╝berwachung im Jahr 2016 weiter. Die ehemaligen Kasernen in B├╝dingen und Friedberg wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Hessisches Baumanagement (HBM) seit Ende 2015 bei der Einrichtung der Essenausgabestellen lebensmittelrechtlich beraten und bis zum erfolgreichen Abschluss der Umbauarbeiten kontrolliert.

Einige Beispiele aus der Praxis: 1. Glasscherbe in der Tomatensauce

Ein Verbraucher des Wetteraukreises fand in einem Glas mit Tomatensauce aus dem Supermarkt eine gro├če Glasscherbe und lieferte das angebrochene Glas sowie drei weitere geschlossene Gl├Ąser als Verbraucherbeschwerde bei der Lebensmittel├╝berwachung ab.

Der zust├Ąndige Lebensmittelkontrolleur informierte unverz├╝glich den Supermarkt und lie├č die restlichen Gl├Ąser vorsorglich aus dem Regal nehmen. ├ťber die Meldung an die hessische Schnellwarnstelle wurde am n├Ąchsten Tag ein R├╝ckruf der betroffenen Charge ├╝ber eine EU-Schnellwarnung in allen damit belieferten Superm├Ąrkten eingeleitet.

2. Bananen mit HIV-Verdacht

Ein Verbraucher lieferte mehrere Bananen als Verdachtsprobe bei der Lebensmittel├╝berwachung ab, da sie nach dem Sch├Ąlen braun-rote, blut├Ąhnliche Flecken aufwiesen. Er gab an, dass im Internet eine Meldung kursiere, dass mit HIV-Blut verseuchte Bananen im Umlauf seien.

Nach R├╝cksprache mit dem Untersuchungsamt Gie├čen wurde die Probe der Kripo Friedberg ├╝bergeben, die eine Untersuchung im Institut f├╝r Rechtsmedizin in Gie├čen veranlasste. Es konnte festgestellt werden, dass es sich bei den Flecken nicht um Blut handelte.

3. Norovirusausbruch in einer Rehaklinik

Im Juli erhielt die Lebensmittel├╝berwachung die Mitteilung, dass in der vorausgegangenen Nacht ca. 40-50 Patienten einer Klinik an Erbrechen und Durchfall erkrankt seien. Die Lebensmittel├╝berwachung ├╝bernahm unverz├╝glich die Ermittlungen und brachte alle tiefgek├╝hlten R├╝ckstellproben zum Untersuchungsamt Gie├čen.

Zudem wurden in der K├╝che Tupferproben entnommen. Die epidemiologischen Ermittlungen beim Krisengespr├Ąch mit dem Chefarzt der Klinik, der Hygienefachkraft, dem K├╝chenleiter und dem Amtsarzt lie├čen auf einen lebensmittelbedingten Ausbruch schlie├čen. Daf├╝r sprach die Vielzahl der pl├Âtzlich zeitgleich an Norovirus erkrankten Patienten.

Die epidemiologische Bewertung des Speiseplans und der Zubereitung der Speisen ergaben einen starken Hinweis auf Tiefk├╝hl-Himbeeren (Himbeerjoghurt). Der Lieferant veranlasste freiwillig die Sperrung der aus China nach Nordrhein-Westfalen importierten 15 Tonnen Tiefk├╝hl-Himbeeren. Bei der Beprobung dieser Himbeeren im Hessischen Landeslabor konnte jedoch kein Norovirus nachgewiesen werden.

Nicht auszuschlie├čen ist, dass erkrankte Personen den Norovirusausbruch ├╝ber eine Kontamination des Buffets beg├╝nstigt haben. Letztlich konnte die genaue Ursache des Ausbruchs, bei dem insgesamt 106 Personen erkrankten und der die Klinik fast zwei Wochen in Atem hielt, nicht gesichert festgestellt werden.

4. Betrug bei Schafsk├Ąse

Ein Importeur von griechischen K├Ąseprodukten hatte einen Grillk├Ąse aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch, unter Verwendung irref├╝hrender Informationen in den Verkehr gebracht. Bei der Untersuchung durch das Landeslabor Berlin Brandenburg wurde festgestellt, dass sich auf der Verpackung des Produktes die Bezeichnung ÔÇ×aus Kuh-, Schaf- und ZiegenmilchÔÇť befand.

Mittels molekularbiologischer Methoden wurde in dem k├Ąseartigen Lebensmittel aber nur die Tierart ÔÇ×RindÔÇť positiv nachgewiesen. Es erging ein Bu├čgeldbescheid ├╝ber 500 Euro.

Gesunde Tiere aus hofnaher Wetterauer Schlachtung

Aus dem Bereich der Fleischhygiene gibt es zu berichten, dass im Jahr 2016 in den 46 EU-zugelassenen handwerklich gepr├Ągten Schlachtbetrieben des Wetteraukreises sowie in einem Genossenschaftsschlachthof in B├╝dingen 19.581 Schweine, 1.848 Rinder, 1.391 Schafe und 158 Ziegen geschlachtet wurden.

Diese Tiere wurden entsprechend den fleischhygienischen Vorschriften von den beim Wetteraukreis besch├Ąftigten 15 amtlichen Tier├Ąrzten/innen und Fleischbeschauern einer Schlachttier- und Fleischuntersuchung unterzogen.

Es wurden 17 Schlachttiere als untauglich zum menschlichen Verzehr beurteilt und aus dem Verkehr gezogen. Dar├╝ber hinaus untersuchten die amtlichen Tier├Ąrzte und Fleischbeschauer bei Hausschlachtungen 706 Schafe, 602 Schweine, 239 Rinder und 17 Ziegen.

Die Schweineschlachtungen sind zwar mit drei Prozent leicht r├╝ckl├Ąufig, bei den Rinder- und Ziegenschlachtungen ist ein leichter Anstieg um etwa 100 Tiere je Tierart feststellbar. In den gewerblichen Wildbearbeitungsbetrieben und bei Farmwildvermarktern wurden 238 Wildschweine, 141 Rehe, 39 St├╝ck Damwild und 40 St├╝ck Rotwild gewerblich in den Verkehr gebracht.

Wetteraukreis liegt bei der Anzahl der Schlachtbetriebe in Hessen an der Spitze

Im hessischen Vergleich nimmt die Zahl der im Wetteraukreis EU-zugelassenen 47 Schlachtbetriebe die Spitzenposition ein, wof├╝r der Wetteraukreis engagiert einsteht. Dies ist eine wichtige Voraussetzung f├╝r die regionale Vermarktung und die Erzeugung von sicheren sowie hochwertigen Lebensmittel.

Im Oktober f├╝hrte Dr. Ibrahim eine j├Ąhrliche Hygieneschulung f├╝r 92 Mitarbeiter aus den in der Wetterau ans├Ąssigen Schlachtbetrieben durch. Sie erl├Ąuterte dabei praxisnah die genauen Anforderungen f├╝r eine tierschutzgerechte Schlachtung sowie f├╝r eine hygienisch einwandfreie Zerlegung und Verarbeitung.

Die regionale Vermarktung wurde zudem durch Beteiligung am Projekt ÔÇ×Modellregion ├ľkologischer Landbau in der WetterauÔÇť und durch Vortr├Ąge zum Thema ÔÇ×Hofnahe SchlachtungÔÇť gef├Ârdert.

Dr. M├╝ller erkl├Ąrt dazu: ÔÇ×Die Unterst├╝tzung der Direktvermarktung und die intensive Schulung der ans├Ąssigen Schlachtbetriebe st├Ąrkt die regionale Vermarktung, verhindert lange Tiertransporte und ist somit praktizierter Tierschutz.ÔÇť

20.000 Schweine auf Parasiten getestet

Die Untersuchungen der Schweine und Wildschweine auf den Parasit ÔÇ×Trichinella spiralisÔÇť wurden in den akkreditierten Laboren in Friedberg und in B├╝dingen durchgef├╝hrt. Dieser Parasit kann beim Verzehr von nicht ausreichend durcherhitzten Schweinefleischprodukten (z.B. Mett, Rohw├╝rste) beim Menschen eine schwerwiegende Erkrankung verursachen (Fieber, Muskelschmerzen, ├ľdeme), die bei Nichterkennen zum Tode f├╝hren kann.

Im vergangenen Jahr wurden 20.183 Schweine und 2.566 Wildschweine auf Trichinenfreiheit untersucht und als trichinenfrei beurteilt.

32 J├Ąger aus der Wetterau wurden im letzten Jahr an zwei Terminen von Dr. Ibrahim darin geschult, eine korrekte Trichinenprobenentnahme bei Wildschweinen durchzuf├╝hren.

BSE- Untersuchung gilt nur noch f├╝r verendete Rinder

Die BSE-Untersuchungspflicht gilt aufgrund des rein theoretischen Risikos seit 28.04.2015 nicht mehr f├╝r gesunde Schlachtrinder, sondern nur noch f├╝r verendete oder aus besonderem Anlass geschlachtete verd├Ąchtige Rinder. 2016 wurden zwei Rinder aus diesem Grund auf BSE mit negativen Ergebnis getestet. Nach wie vor werden aber Schafe und Ziegen ├╝ber 18 Monate routinem├Ą├čig auf TSE, der BSE entsprechenden Erkrankung bei diesen Tierarten, untersucht. Alle 42 Schaf- und Ziegenhirnproben waren negativ.

├ťberpr├╝fung von Tieren auf Antibiotika. und Hormonr├╝ckst├Ąnden: Grenzwerte nicht ├╝berschritten

Dar├╝ber hinaus wurden 144 Schlachttiere entsprechend dem nach Vorgaben der EU erstellten Nationalen R├╝ckstandskontrollplanes auf R├╝ckst├Ąnde wie vor allem Antibiotika, aber auch auf sonstige verbotene Substanzen wie Hormone, Entwurmungsmittel, Schmerzmittel und Schwermetalle kontrolliert.

Bei allen Stichproben aus Schlachtbetrieben der Wetterau wurden erfreulicherweise keine verbotenen Medikamente oder Grenzwert├╝berschreitungen bei R├╝ckst├Ąnden gefunden. Ein weiteres Indiz daf├╝r, dass die Fleischprodukte aus der Region sichere und gesunde Lebensmittel sind.

Einige Beispiele aus der Praxis Islamisches Opferfest:

Auch beim allj├Ąhrlichen Islamischen Opferfest im September 2016 engagierten sich die Amtstier├Ąrzte und Tiergesundheitsaufseher des Veterin├Ąramtes ganzt├Ągig bei der ├ťberwachung von insgesamt 14 Schlachtst├Ątten im gesamten Kreisgebiet. Sch├Ąchten wurde nicht erlaubt.

Insgesamt wurden an den drei Tagen im Wetteraukreis 627 Schafe und 148 Rinder mit Bet├Ąubung geschlachtet, wobei im Gegensatz zu den Vorjahren erstmals ein R├╝ckgang der Schlachtzahlen festzustellen war.

Bu├čgeld wegen Schwarzschlachtung

Ein Fl├╝chtling aus Afghanistan hat wegen der Schwarzschlachtung von zwei Schafen ein Bu├čgeld erhalten. Um zuk├╝nftig dieses Fehlverhalten zu verhindern, erhielt er von Dr. Ibrahim eine zweist├╝ndige Aufkl├Ąrung, welche tierschutz-, fleischhygiene- und tierseuchenrechtlichen Regelungen bei einer Hausschlachtung zu beachten sind. Anhand von Videos wurden ihm die korrekte Elektrobet├Ąubung und die Entblutung eines Lamms demonstriert. Auch wurde er intensiv zum Sch├Ąchtverbot belehrt.

Brucella suis beim Wildschwein

Ein J├Ąger lieferte ein St├╝ck Leber sowie den Kehlkopf eines Wildschweines zur ÔÇ×Erg├ĄnzungsbeschauÔÇť zusammen mit der Trichinenprobe ab. In der mit vielen kleinen erhabenen Abszessen durchsetzten Leberprobe konnten vom Untersuchungsamt Gie├čen ├╝berraschenderweise Brucellose, eine auch f├╝r den Menschen gef├Ąhrliche bakterielle Infektion, nachgewiesen werden.

Zus├Ątzlich wurden in der Leber Bandwurmfinnen nachgewiesen. Der Befund zeigt anschaulich, wie wichtig es ist, dass J├Ąger bei ÔÇ×bedenklichen MerkmalenÔÇť die amtlichen Tier├Ąrzte informieren, damit sie und die Verbraucher vor Zoonosen gesch├╝tzt werden k├Ânnen. Das Wildschwein wurde ├╝ber die Tierk├Ârperbeseitigungsanstalt unsch├Ądlich beseitigt.

Entlaufener Schlachtbulle

Anfang Dezember entlief in W├Âlfersheim ein Schlachtbulle beim Entladen und durchquerte das gesamte Dorf w├Ąhrend gerade die Schulkinder unterwegs waren. Der Metzger bat verzweifelt um Rat, da sich der ortsans├Ąssige J├Ąger aus nachvollziehbaren Gr├╝nden weigerte, den inzwischen aggressiven Bullen zu schie├čen.

Dr. Ibrahim vermittelte ihm innerhalb von 20 Minuten einen sachkundigen Metzger mit Kugelschusserlaubnis, der den Bullen am Ortsrand aus 10 Metern Entfernung sicher mit Kugelschuss bet├Ąubte und entblutete. Mit einem Radlader wurde er zum Schlachtbetrieb zur├╝ckgebracht und dort der Schlachtprozess ordnungsgem├Ą├č abgeschlossen.