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Arteriosklerose: Zwischen dem „guten“ HDL- und „bösen“ LDL-Cholesterin unterscheiden

Dr. Detlef Eichberg ist selbstĂ€ndiger Apotheker und Buchautor. FĂŒr FACT schreibt er in wöchentlichen AbstĂ€nden zu Gesundheits- und gesellschaftlich relevanten Themenbereichen, heute zum Thema: Arteriosklerose

Ab einem bestimmten Alter werden wir mehr oder weniger intensiv mit dem Thema Durchblutung, Sauerstoffversorgung der Zellen, Konzentration, GedÀchtnis, Atemnot bei körperlicher Belastung und einigen anderen EinschrÀnkungen unserer LeistungsfÀhigkeit konfrontiert.

Diese EinschrĂ€nkungen der körperlichen LeistungsfĂ€higkeit sind u. a. das Resultat einer Verengung der BlutgefĂ€ĂŸe aufgrund von Ablagerungen („Leise rieselt der Kalk“.).

Arteriosklerose wird in den Medien gerne mit dem Schreckgespenst Cholesterin verbunden. Das ist auch grĂ¶ĂŸtenteils richtig. Nur ist Cholesterin nicht grundsĂ€tzlich von Übel, sondern zum Teil sogar lebensnotwendig.

So benötigen wir zum Beispiel Cholesterin fĂŒr die Synthese von Hormonen. Ob Cholesterin zum Problem fĂŒr die Adern wird, hĂ€ngt von so genannten Lipoproteinen ab, die eine Transportfunktion fĂŒr Cholesterin inne haben.

Hierbei kann das LDL als Flugzeug betrachtet werden, das Cholesterin zu all den Zellen fliegt, wo es benötigt wird. Das HDL ist dann der Bus, der den Passagier Cholesterin nach seinem RĂŒckflug wieder abholt und nach Hause bringt.

Liefern nun zu viele Flugzeuge mehr Cholesterin ab, als Busse fĂŒr den Heim -Transfer zur VerfĂŒgung stehen, so stranden grĂ¶ĂŸere Mengen LDL-Cholesterin an den GefĂ€ĂŸwĂ€nden an und lagern sich ab.

Somit wird klar, warum wir zwischen dem „guten“ HDL- und dem „bösen“ LDL-Cholesterin unterscheiden. HDL-Cholesterin ist sogar in der Lage, bereits abgelagertes Cholesterin in gewissem Maß wieder aus der GefĂ€ĂŸwand heraus zu lösen.

Wie lĂ€sst sich nun eine Senkung von LDL und Erhöhung von HDL erreichen? An erster Stelle steht da die Stoffklasse der Statine. Sie bewirken vornehmlich eine Senkung von LDL. Ein anderer Wirkstoff, das Ezetimib, reduziert die Aufnahme von Cholesterin aus dem DĂŒnndarm.

Es ist auch eine Kombination aus Simvastatin und Ezetimib im Handel, die aufgrund der Doppelwirkung besonders effektiv ist, so dass die Konzentration des Statin -Anteils auf ein Minimum reduziert werden kann.

Aus dem Bereich der Naturstoffe kann L-Arginin, eine in der Natur und in vielen Lebensmitteln vorkommende AminosÀure, die Synthese des Neurotransmitters Stickstoffmonoxid fördern.

Das Stickstoffmonoxid wiederum hĂ€lt BlutgefĂ€ĂŸe elastisch und soll verschiedenen Studien zufolge in der Lage sein, bereits vorhandene Ablagerungen an den GefĂ€ĂŸwĂ€nden sogar wieder abzulösen.

Es konnte belegt werden, dass gerade bei “Verkalkung“ der BlutgefĂ€ĂŸe (Arteriosklerose) und Bluthochdruck (Hypertonie) hĂ€ufig ein Arginin-Mangel im Körper vorliegt. Weil der Körper Arginin nicht ausreichend selbst herstellen kann, sollte der Mangel möglichst frĂŒh durch Gabe von Arginin als NahrungsergĂ€nzung ausgeglichen werden. So kann die Verkalkung der GefĂ€ĂŸe gestoppt und hoher Blutdruck wieder auf natĂŒrliche Weise etwas gesenkt werden.

Auch Omega-3-FettsÀuren (z.B. Lachsöl) können das ungute LDL senken. Dem LDL ist es letztendlich egal, ob es Cholesterin oder einen anderen Passagier befördert.

Daher kann man mit ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren das LDL beschĂ€ftigen und vom Transport des Cholesterins in die GefĂ€ĂŸwĂ€nde ablenken.

GrundsĂ€tzlich gilt bei erhöhten Cholesterinwerten folgender Stufenplan: Bewegung, ErnĂ€hrung, Reduzierung von Risikofaktoren wie Rauchen, ĂŒbermĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum - und dann erst, falls noch erforderlich, der Einsatz einer medikamentösen Therapie.