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Heftiger Gegenwind fĂŒr geplanten Windpark durch gut 300 Demonstranten

Gut 300 Demonstranten waren ...

... am gestrigen Donnerstagabend ...

... in Rothenberg ...

... unterwegs, um heftig ...

... gegen den gepanten ...

... weiteren Windpark ...

... mit 13 Rotoren auf dem...

... Höhenzug zwischen ...

... Rothenberg und Beerfelden ...

... zu demonstrieren. Fotos: Vera Krug / Stephan Hoerdt / Agentur Wolf-Khosrowi

Massiver Protest aus dem gesamten Odenwald gegen den geplanten weiteren Windpark mit 13 Rotoren auf dem Höhenzug zwischen Rothenberg und Beerfelden

ODENWALD / ROTHENBERG. - Es war ein starker Auftritt der jungen Rothenberger BĂŒrgerinitiative >proNatur< mit UnterstĂŒtzung aus vielen Teilen des Odenwaldes.

„Sogar Vertreter aus Breuberg, dem Gersprenztal, Siedelsbrunn und Vielbrunn waren angereist“, berichtet ein Teilnehmer der Demonstration am gestrigen Donnerstagabend, 23. Januar, in Rothenberg.

Trotz empfindlicher KĂ€lte waren an der Turnhalle in Rothenberg gut 300 Menschen aller Altersschichten mit Transparenten, Trommeln, Trillerpfeifen und Warnwesten zusammengekommen, um sich lautstark gegen den geplanten weiteren Windpark enormen Ausmaßes in der Region zu stemmen.

Mittlerweile hĂ€ngen auch an vielen HĂ€usern in Rothenberg Transparente mit „Nein“ zu den geplanten 13 WindrĂ€dern auf dem Höhenzug zwischen Rothenberg und Beerfelden.

Irmgard Neuer, Sprecherin der erst vor sechs Tagen gegrĂŒndeten BĂŒrgerinitiative >proNatur<,  begrĂŒĂŸte die große Menschenansammlung ĂŒber Megaphon.

Vera Krug (Siedelsbrunn) ermahnte die Mitstreiter „nicht locker zu lassen, und alle Zeitgenossen ĂŒber die negativen Auswirkungen durch die Industriealisierung der Natur aufzuklĂ€ren“. 

Die WĂ€lder seien die grĂ¶ĂŸten CO2-Speicher, und sie und ihre Mitstreiter der BĂŒrgerinitiative >Gegenwind< Siedelsbrunn hĂ€tten erleben mĂŒssen, dass sie als Kriminelle betitelt wurden, weil sie sich fĂŒr die Belange von Mensch und Natur eingesetzt hatten.

„Keine Naturzerstörung hat jemals positive Auswirkungen auf das Klima“, konstatierte Vera Krug.

Der frĂŒhere OdenwĂ€lder Landrat Horst Schnur erklĂ€rte den „Ernst der Lage in Rothenberg“, und erntete mit den bekannten Argumenten immer wieder Applaus und Trommelwirbel.

Es dĂŒrfe kein VerpĂ€chter auf Kosten der MitbĂŒrger deren LebensqualitĂ€t durch Windindustrieanlagen zerstören. Denn genau das wĂŒrde passieren, wenn hier 13 weitere riesige Rotoren ohne wirklichen Nutzen fĂŒr das Klima aufgestellt wĂŒrden, sagte Schnur.

Danach setzte sich der Zug in Bewegung und ging ĂŒber die Landwehrstraße ins Dorf hinab. Bei mehreren Stopps und Kundgebungen wurden immer wieder Stimmen aus der Bevölkerung laut, die Angst vor einer Spaltung der Ortsbevölkerung skizzierten, wenn „Geldgier der VerpĂ€chter die Vernunft besiegt“.

Doch wer wolle dann noch in Rothenberg wohnen, „wenn mega-große Windindustrieanlagen das Dorf ĂŒberschatten, und der Infraschall die Menschen krank macht“?

Bevor sich der Demonstrationszug am Ortsmittelpunkt auflöste, waren sich „alle einig, dass die Zerstörung der Natur weder im Odenwald, noch in irgendeinem anderen Wald durch Windindustrieanlagen erlaubt werden darf“.

Die BĂŒrger versicherten, sie wĂŒrden das nicht einfach hinnehmen und seien bereit, sich fĂŒr den Schutz von Mensch und Tier sowie den Erhalt der Natur einzusetzen.

„Das war ein starker Anfang und hat mit Sicherheit sowohl viele BĂŒrger als auch Waldbesitzer und insbesondere die Projektierer nachdenklich gemacht.

Sie hatten offenbar das Problem gespĂŒrt und ihre gepante Abendveranstaltung in der >Frischen Quelle< mit dem Ziel der PachtvertragsabschlĂŒsse kurzfristig abgesagt“, vermutete ein Teilnehmer den Grund fĂŒr die Kehrtwende der Projektierer, die nach Augenzeugenberichten die Veranstaltung aus der Dunkelheit heraus beobachtet haben sollen.

„Wir mĂŒssen hellwach bleiben, denn die heutige gelungene Veranstaltung bedeutet nicht, dass die Projektierer nicht dennoch alles versuchen werden, um doch noch PachtvertrĂ€ge auf der Höhe im Wald zu erhalten“, warnte Horst Schnur vor vorzeitigem SiegesgefĂŒhl.

Aus Berlin war Ruth Bender vom >Wall Street Journal< extra angereist, um ĂŒber die Demo zu berichten.

Sie ĂŒbernachtete im örtlichen „Hirschen“ und hat vor Ort mit mehreren Protagonisten gesprochen.

Auch der SĂŒdwestrundfunk (SWR) hatte ein Kamerateam zur Berichterstattung nach Rothenberg entsandt.