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Deutsches Elfenbeinmuseum im Erbacher Schloss neu eröffnet

Die Schatzkammer im neuen Erbacher Elfenbeinmuseum.

Frauenakte in Elfenbein.

Der Vitrinensaal.

Die Erbacher Rose. Fotos: © Sichau&Walter

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: Land Hessen stellt 1,25 Millionen Euro f√ľr Ausstellungsr√§ume bereit

ERBACH / WIESBADEN. - Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat am gestrigen Dienstag, 8. November, die Sammlung des Deutschen Elfenbeinmuseums im Erbacher Schloss neu er√∂ffnet. Die wertvollen Schnitzereien sind nun in den historischen, vorher nicht √∂ffentlich zug√§nglichen R√§umen des ehemaligen Schloss-K√ľchentraktes zu sehen.

F√ľr den Umzug der Sammlung sowie die Sanierung und Einrichtung der Ausstellungsr√§ume im Schloss hat die hessische Landesregierung rund 1,25 Millionen Euro aus dem neu aufgelegten Kulturinvestitionsprogramm zur Verf√ľgung gestellt.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: ‚ÄěMit der heutigen Ausstellungser√∂ffnung der Elfenbeinkunst im Erbacher Schloss tr√§gt das Land Hessen seiner kulturpolitischen Verantwortung f√ľr den Odenwald ein weiteres Mal Rechnung: 2006 haben wir die Gr√§flichen Sammlungen und das Schloss √ľbernommen.

Im vergangenen Jahr sicherten wir mit der Übernahme des Deutschen Elfenbeinmuseums das Überleben des weltweit einzigen Spezialmuseums dieser Art. Ich freue mich sehr, dass unser Kulturinvestitionsprogramm nun eine moderne Präsentation dieser jahrhundertealten Erbacher Kunst ermöglicht hat, die sicher viele Besucher in ihren Bann ziehen wird.“

Auf 450 Quadratmetern k√∂nnen die G√§ste zuk√ľnftig filigrane Elfenbeinfiguren vom Mittelalter bis zur Gegenwart bestaunen. Auch die Techniken, Werkzeuge und Materialien werden gezeigt. Ein 90 Meter langer, beleuchteter Steg f√ľhrt durch die R√§ume und an die klimatisierten Spezialvitrinen heran.

‚ÄěMit der neuen Ausstellung kehrt das Thema Elfenbein an seinen Ausgangspunkt zur√ľck: Die Stadt Erbach konnte den Betrieb des Museums am alten Standort nicht aufrechterhalten. Die enge Beziehung zwischen den vom Land √ľbernommenen Gr√§flichen Sammlungen und der Geschichte des 1966 gegr√ľndeten Deutschen Elfenbeinmuseums begr√ľnden die Entscheidung, beide Museen miteinander im Schloss Erbach zu vereinigen.

Diese r√§umliche Einbindung vervollst√§ndigt zudem die Sammlungen des Grafen Franz I., der die Elfenbeinschnitzerei im Odenwald einf√ľhrte, und wertet sie zus√§tzlich auf‚Äú, erg√§nzte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Das Erbacher Schloss ist der Ausgangspunkt f√ľr die Einf√ľhrung der Elfenbeinschnitzerei, die Graf Franz I. zu Erbach-Erbach (1754-1823) im ausgehenden 18. Jahrhundert im Odenwald heimisch machte. Die Exponate des Deutschen Elfenbeinmuseums f√ľhren die Entwicklung Erbachs zu einem deutschen und europ√§ischen Zentrum des Elfenbeinkunsthandwerks im 19. und 20. Jahrhundert vor Augen.

In der Museumswerkstatt erhalten Interessierte einen Einblick in die Elfenbeinschnitzkunst und können sich auch selbst daran versuchen. Es wird dort ausschließlich fossiles Mammutelfenbein verwendet.

‚ÄěDie neue Pr√§sentation der Elfenbeinkunst st√§rkt Erbach als kulturelles Kleinod im Odenwald. Ich danke allen Beteiligten f√ľr ihren Einsatz und w√ľnsche einen guten Start in den Museumsalltag‚Äú, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschlie√üend.