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Viel Lob fĂŒr engagierten Einsatz der OdenwĂ€lder SchĂ€fer fĂŒr Tierzucht und Kulturlandschaft

Beim Kommersabend des OdenwĂ€lder SchĂ€fervereins in Langen-Brombach wurden elf Aktive fĂŒr 25 Jahre Mitgliedschaft durch den Vorsitzenden Bernd Keller (rechts) geehrt. Foto: Manfred Giebenhain

Kommersabend: Festliches Programm und Ehrungen bei der 25-Jahr-Feier

ODENWALDKREIS / LANGEN-BROMBACH. - 25 Jahre OdenwĂ€lder SchĂ€ferverein - ein runder Geburtstag ist ein schöner Grund zum Feiern, aber auch eine willkommene Gelegenheit fĂŒr einen RĂŒckblick und eine Bestandsaufnahme. Ganz in diesem Sinne bekamen die Besucher aus Nah und Fern und zahlreich erschienenen Mitglieder des Vereins am Freitag, 28. Oktober, beim Kommersabend der OdenwĂ€lder SchafzĂŒchter im Odenwald-Gasthaus "Zum Löwen" in Brombachtal/Langen-Brombach ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Viel Lob fĂŒr das grĂ¶ĂŸtenteils ehrenamtliche Engagement in der Schafszuchthaltung und in der Landschaftspflege, aber auch deutliche Kritik an den erschwerten Bedingungen durch bĂŒrokratische Vorgaben kennzeichneten die RedebeitrĂ€ge.

25 Jahre organisierter Einsatz fĂŒr die Ă€lteste Nutztierhaltung, die auch im Odenwald auf eine Tradition von mehreren Jahrhunderten zurĂŒckblicken kann, sei im öffentlichen Leben des Odenwalds nicht mehr wegzudenken, sprach Landrat a. D. Horst Schnur vielen aus dem Herzen.

Der besonders seines engagierten Eintretens fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum wegen bekannte Politiker war bereits bei der GrĂŒndung des SchĂ€fervereins im Oktober 1991mit von der Partie und hat maßgeblich zum Gelingen der OdenwĂ€lder Lammwochen beigetragen.

Schafe werden seit acht- bis zehntausend Jahre gezĂŒchtet und gehalten, merkte Ferdinand Böhm von der Slow Food-Organisation dazu an.

Bernd Keller aus Michelstadt-Rehbach, der seit MĂ€rz dieses Jahres dem SchĂ€ferverein vorsteht, erinnerte an die BeweggrĂŒnde, die zur GrĂŒndung des Vereins vor 25 Jahren gefĂŒhrt haben. Um Kosten zu senken, wurde darĂŒber ein gemeinsamer Einkauf von Futtermittel und Material organisiert und die Zusammenarbeit mit VerbĂ€nden und Ämtern verbessert.

"Die Wollpreise waren zusammengebrochen", so Keller. Das Augenmerk verlegte sich immer mehr auf die Vermarktung der LĂ€mmer und von Lammfleisch. Mit den OdenwĂ€lder Lammwochen wurde die Zusammenarbeit mit den Gastronomen im Odenwald gestĂ€rkt und die Direktvermarktung von Lammprodukten deutlich verbessert. Nicht zuletzt erfreut sich seitdem eine FĂŒlle von regelmĂ€ĂŸigen Veranstaltungen, vom SchĂ€fertag bis zu den "Lammguck"-Wanderungen, steigender Beliebtheit.

Auch beim Außenauftritt sei der OdenwĂ€lder SchĂ€ferverein vorbildlich unterwegs, bescheinigte Reinhard Heintz vom Schafzuchtverband Hessen eine bemerkenswert gute Arbeit. Hervorzuheben sei die Gestaltung und AktualitĂ€t der Homepage, die PrĂ€senz auf Facebook wie die Bewerbung von Großveranstaltungen, die auch Besucher von weit her in den Odenwald locken.

So trĂ€gt die Arbeit der SchĂ€fer auch zur Steigerung der touristischen Attraktion des Odenwalds bei, was in der Landschaftspflege und auf kulinarischem Gebiet sowieso schon unumstritten ist und wie selbstverstĂ€ndlich erscheint. Doch so einfach ist es leider nicht, fĂŒhrten die Fachleute unter Beifall auch Entwicklungen ins Feld, die als beschwerlich bis gar existenzbedrohend empfunden werden.

Dazu Alfons Gimber, stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen LandesschafzuchtverbĂ€nde und Vorsitzender des Landesverbands von Baden-WĂŒrttemberg: "Bundesweit gehen die Schafszahlen weiter zurĂŒck", seien die negativen VerĂ€nderungen bereits zu spĂŒren.

BĂŒrokratische Vorgaben aus BrĂŒssel wie die Ohrmarkierung, unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Auflagen fĂŒr die Haltung der HĂŒtehunde und ein untĂ€tiges Zusehen, wie Wölfe im großen Stil bereits Herden empfindlich geschadet hĂ€tten, ließen am ernsthaften Interesse einer gelingenden Schafszucht von Seiten der Politik zweifeln.

Von der Versammlung begrĂŒĂŸt wurden Forderungen nach einer MutterschaftsprĂ€mie und finanziellen Hilfen zur vorbeugenden Abwehr in Form von stĂ€rkeren ZĂ€unen, um WolfseinfĂ€lle in Herden zu verhindern. Ihre uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung sicherten die zahlreichen Landes- und Kommunalpolitiker unter den EhrengĂ€sten zu.

Grußworte ĂŒberbrachten, neben weiteren Verbandsvertretern, der OdenwĂ€lder Landtagsabgeordnete RĂŒdiger Holschuh und Willi Kredel als gastgebender BĂŒrgermeister von Brombachtal. Die Entwicklung der Vereinsgeschichte und die damit verbundenen PrĂ€senz der OdenwĂ€lder SchĂ€fer durch eigene Veranstaltungen und auf Großereignissen wie dem Hessentag zeichnete Martina Emmerich in einer PrĂ€sentation in Wort und Bild nach.

Schließlich wĂŒrdigte Bernd Keller stellvertretend fĂŒr alle derzeit rund 100 Mitglieder elf Anwesende GrĂŒndungsmitglieder fĂŒr ihr Engagement mit einem PrĂ€sent. FĂŒr 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden Herbert Egly, Hubertus und Hildegard Setzer, Hans Peter MĂŒller, Georg Brecht, Markus Stapp, JĂŒrgen Kunz, Wilhelm Vollrath, GĂŒnter Amend, Udo WĂŒstenhagen und Hilde Krug.

Fehlt auf den Weiden bislang die Rasse eines Odenwald-Schafs, so feierte diese an diesem Abend in Form einer NudelspezialitÀt von BÀckermeister Rainer Heist aus Rehbach Premiere.

Mit drei LiedbeitrĂ€gen, in denen Schafe nicht zu kurz kommen durften, unterhielten die SĂ€ngerin Beate Braner-Möhl und Loni Jaschke am Klavier die GĂ€ste beim Kommersabend. Auf den offiziellen Teil folgte eine gemĂŒtliche Runde, zu der Kostproben vom Lamm und GetrĂ€nke aus der Region gereicht wurden.

Heute schon richtet sich der Blick auf den 25. OdenwÀlder SchÀfertag, der mit einem reichhaltigen Informations- und Unterhaltungsprogramm am 3. September 2017 im Volksbank-Atrium am Haus der Energie in Erbach begangen wird.