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VorrangflĂ€chen fĂŒr Windkraft: Mittelhessen entlastet - Odenwald weiter stark belastet

Auch im neuen >Teilplan Erneuerbare Energien< des FlĂ€chennutzungslanentwurfs, der vom RegierungsprĂ€sidium Darmstadt jetzt dem Regionalverband FrankfurtRheinMain als Beschlussvorlage fĂŒr die Verbandskammerder vorgelegt wwurde, ist der Odenwald stark mit Windkraft-VorrangflĂ€chen belastet, so wie hier in einer Fotomontage dargestellt im Gebiet Katzenwinkel bei Beerfelden...

... oder das hier ebenfalls als Fotomontage dargestellte Gebiet im Raum Oberschönmattenwag bei Wald-Michelbach.

Der fĂŒr die Gemeinde Wald-Michelbach inzwischen vom RP genehmigte regionale Teilplan, der sich auf das bereits mit Windkraftanlagen bebaute Gebiet StillfĂŒssel beschrĂ€nkt, wĂ€re mit Rechtskraft des jetzt vorgelegten RP-Entwurfs damit ebenso hinfĂ€llig, wie sich die Klage der Odenwaldkreis-Kommunen gegen den vom RP abgelehnten gemeinsamen Teilplan fĂŒr WindkraftvorrangflĂ€chen erledigt hĂ€tte.

WĂ€hrend die mittelhessische Region um Wölfersheim ĂŒber Entlastung bei den PlĂ€nen des RegierungsprĂ€sidiums Darmstadt und des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zu WindkraftvorrangflĂ€chen frohlockt, sind die Bewohner des Odenwaldes entsetzt ĂŒber eine auch weiterhin starke Belastung durch Windkraftanlagen

SÜDHESSEN / ODENWALD. - Im Wetteraukreis und insbesondere in und rund um Wölfersheim jubilieren die Bewohner: Die vom RegierungsprĂ€sidium (RP) Darmstadt und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain der Verbandskammer jetzt vorgelegte Beschlussempfehlung zum FlĂ€chennutzungsplan mit VorrangflĂ€chen fĂŒr Windkraftanlagen entlastet diese Region deutlich.

Wesentlich anders sieht es dagegen im Odenwald aus. WĂ€hrend alle geplanten VorrangflĂ€chen um den Wölfersheimer Ortsteil Wohnbach in den neusten Planungen komplett entfallen, und die FlĂ€che zwischen Melbach, Södel, Wisselsheim und Rödgen „aus NaturschutzgrĂŒnden um mehr als die HĂ€lfte verkleinert werden muss“ (siehe FACT-Bericht unter: www.de-fakt.de/bundesland/hessen/wetteraukreis/details/?tx_ttnews), sind die VorrangflĂ€chen im sĂŒdhessischen Bereich und hier insbesondere im Odenwald nur unwesentlich verkleinert worden.

Naturschutz und Kulturerbe Burg MĂŒnzenberg haben Windkraftgebiet gestoppt

NaturschutzgrĂŒnde und insbesondere auch die in Sichtweite gelegene Burg MĂŒnzenberg haben das seit 2014 im „Teilplan erneuerbare Energien“ des FlĂ€chennutzungsplanentwurfs vorgesehene große Gebiet zwischen Wölfersheim, MĂŒnzenberg und Rockenberg gestoppt.

Alleine dieses Gebiet umfasste ĂŒber 38% der gesamten fĂŒr Rhein-Main vorgesehenen WindvorrangflĂ€chen. Nachdem das Gebiet zunĂ€chst reduziert wurde, fĂ€llt es nun komplett weg. Dagegen werden im neuen Planentwurf die VorrangflĂ€chen im Odenwald lediglich um 314,8 ha von ursprĂŒnglich vorgesehenen 3.544,8 ha auf nunmehr 3.230 ha reduziert.

Insgesamt umfassen die VorrangflĂ€chen der Planungsregion SĂŒdhessen außerhalb des Regionalverbandes 11.117 ha. Im Gebiet des Regionalverbandes sind 1.396,9 ha, somit insgesamt 12.513,9 ha fĂŒr VorrangflĂ€chen im Planentwurf enthalten.

Mindestens rund 320 WindrÀder könnten im Odenwald entstehen

Regional am stĂ€rksten belastet werden dabei der Odenwaldkreis und Teile des Landkreises Darmstadt-Dieburg im sĂŒdöstlichen Bereich von Groß-Umstadt bis Rothenberg, sowie grĂ¶ĂŸere Abschnitte im benachbarten Landkreis Bergstraße zwischen Reichelsheim, Lindenfels, FĂŒrth, Grasellenbach und Rimbach sowie rund um Wald-Michelbach und Hirschhorn/Neckarsteinach.

Auf diesen Odenwald-VorrangflĂ€chen könnten gemĂ€ĂŸ der Faustregel (mindestens 1 Windrad pro 10 ha FlĂ€che) mindestens rund 320 WindrĂ€der entstehen.

UnberĂŒcksichtigt bleiben darĂŒber hinaus noch angrenzende VorrangflĂ€chen in den sĂŒdhessischen Nachbarkreisen Rhein-Neckar (Baden-WĂŒrttemberg), Aschaffenburg und Miltenberg-Obernburg (Bayern), die in grenznahen Bereichen die Gesamtbelastung mit WindrĂ€dern noch deutlich erhöhen können.

Gemeinsamer Regionalplan der Odenwald-Kommunen wertlos

Sofern dieser Regionalplan Rechtskraft erlangt, wĂ€ren sowohl der derzeit noch vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel beklagte, vom RP Darmstadt abgelehnte gemeinsame >Teilplan erneuerbarer Energien< der StĂ€dte und Gemeinden des Odenwaldkreises mit deutlich weniger VorrangflĂ€chen fĂŒr WindrĂ€der, als auch der vom RP bereits genehmigte entsprechende Teilplan fĂŒr die Gemeinde Wald-Michelbach bedeutungslos.

„Auch massive Proteste, fachlich versiert vorgetragene Fakten und gutachterlicher Stellungnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen (Naturschutz, Denkmalschutz, Trinkwasserschutz, Landschaftsschutz usw.)“ hĂ€tten die VergrĂ¶ĂŸerung der VorrangflĂ€chen nicht verhindern können, sagt RenĂ© Rock, FDP-Fraktionschef im hessischen Landtag.

„Sogar FlĂ€chen, die im Rahmen von Genehmigungsverfahren bereits intensiv untersucht und dann abgelehnt wurden (z.B. „Hohe Wurzel“), wurden erneut als Vorranggebiete ausgewiesen.“ Am Freitag, 14. Dezember, wird die Regionalversammlung SĂŒdhessen ĂŒber die GĂŒltigkeit dieser VorrangflĂ€chen abstimmen.

FDP-Fraktionschef René Rock lÀdt zur Besprechung nach Wiesbaden ein

Deshalb lĂ€dt RenĂ© Rock fĂŒr Dienstag, 20. November, 14.30 Uhr in den Hessischen Landtag (Raum 510W) nach Wiesbaden ein, „um hier die Ergebnisse im Einzelnen (auch bezogen auf die einzelne VorrangflĂ€che) zu besprechen und unsere PlĂ€ne fĂŒr das weitere Vorgehen darzustellen“.

Dabei seien auch mehrere Vertreter der FDP-Fraktion in der Regionalversammlung SĂŒdhessen anwesend, um weitere Argumente aufzunehmen, die fĂŒr die Sitzung der Regionalversammlung am 14. Dezember von Bedeutung sein könnten. „Deshalb ist fĂŒr uns eine möglichst breite UnterstĂŒtzung durch die BĂŒrgerinitiativen wichtig.“

Wichtiger Hinweis: Aus SicherheitsgrĂŒnden mĂŒssen sich alle Besucher seit dem 1. September schriftlich bei der Landtagsverwaltung anmelden. Deshalb ergeht die Bitte an alle Interessenten, sich kurz und verbindlich namentlich anzumelden. Außerdem ist es notwendig einen Lichtbildausweis an der Pforte zu hinterlegen, um Zugang zum Landtag zu bekommen.