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Fachliche Bedenken gegen Bau des Windparks Katzenwinkel bei Beerfelden

Auch der Lebensraum des geschĂŒtzten Schwarzstorchs wĂ€re mit dem Bau des Windparks Katzenwinkel bei Beerfelden einmal mehr höchst gefĂ€hrdet.

Anerkannte Umweltvereinigung >Initiative Hoher Odenwald< positioniert sich klar im Rahmen einer UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung

ODENWALD / BEERFELDEN. - Klar positioniert hat sich die Initiative Hoher Odenwald (IHO) e.V., Verein fĂŒr Landschaftsschutz und Erhalt der Artenvielfalt, zum Bauvorhaben „Windpark Etzean“, bei dem auf der Gemarkung „Katzenwinkel“ fĂŒnf WindrĂ€der auf dem GelĂ€nde des Grafen Louis zu Erbach-FĂŒrstenau entstehen sollen.

In einer ausfĂŒhrlichen Stellungnahme hat die nach § 3 UmwRG anerkannte Umweltvereinigung IHO (Waldbrunn) die Problematik des Standorts zwischen Beerfeldener Galgen und Marbach-Stausee aufgezeigt.

„Es ist mit erheblichen Konflikten in Bezug auf Artenschutz, Habitatschutz, Landschaftsbild sowie StĂ€tten des kulturellen und des geologischen Erbes (im UNESCO Global Geopark) zu rechnen, die aus unserer Sicht konsequent und sorgfĂ€ltig im Rahmen einer UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung (UVP) geprĂŒft werden mĂŒssen“, betont IHO-Vorsitzender Michael Hahl.

Alleine die in einem aktuellen Gutachten von Dirk Bernd (BĂŒro fĂŒr Faunistik und Landschaftsökologie) dargestellten avifaunistischen Kartierungen fĂŒr das Untersuchungsgebiet bei Etzean offenbarten zu erwartende erhebliche Artenschutzkonflikte.

„Mit Schwarzstorch, Rotmilan, Schwarzmilan, Baumfalke, Wespenbussard und Waldschnepfe wurden sechs planungsrelevante Brutvogelarten mit Tabu- und PrĂŒfbereichen nachgewiesen, fĂŒr die durch Zuwegung und mit dem Betrieb von WKA im Wald mit der Verwirklichung von VerbotstatbestĂ€nden zu rechnen ist, die nicht ausreichend minimierbar oder vermeidbar sind.

Nachweislich gilt dies in signifikanter Weise fĂŒr den Schwarzstorch und den Rotmilan. FĂŒr beide Arten wurde ein Dichtezentrum fĂŒr die jeweilige Art nachgewiesen, diese sind gemĂ€ĂŸ Fachkonvention der LAG-VSW-2015 frei von WEA zu halten“, schreibt Bernd dazu.

Außerdem seien, wie Michael Hahl betont, nicht nur Brut- und LebensstĂ€tten, sondern auch ein rĂ€umlich-funktionaler Zusammenhang maßgeblich. Explizit gelte dies keineswegs nur fĂŒr den Fall eines etwaigen Horstfundes, sondern auch bei der Nahrungssuche seien die Schwarzstörche vor erheblichen Störungen zu schĂŒtzen, zumal eine ausgeprĂ€gte Störempfindlichkeit dieser Vögel belegt sei, wie das Oberverwaltungsgericht fĂŒr das Land Nordrhein-Westfalen am 04.10.2017 festgestellt habe.

Dies gelte fĂŒr das Gebiet Katzenwinkel wie fĂŒr einige weitere Windkraft-VorrangflĂ€chen im sĂŒdlichen Odenwald, so auch im benachbarten Wald-Michelbach beim WKA-Gebiet StillfĂŒssel, gleichermaßen.

Bernd kommt zu dem abschließenden Fazit, aufgrund eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos sei „das Planvorhaben eines Windparks innerhalb der VorrangflĂ€che bei Beerfelden-Etzean aus artenschutzfachlichen und naturschutzrechtlichen GrĂŒnden nicht genehmigungsfĂ€hig“.

Im sogenannten Scoping-Verfahren, einem Sondierungstermin, der vom RegierungsprĂ€sidium (RP) Darmstadt in der UVP zum Bauvorhaben anberaumt worden war, begrĂŒĂŸte die IHO, dass auf Antrag der Firma JUWI AG (Wörrstadt), dem Projektierer der fĂŒnf geplanten WindrĂ€der bei Beerfelden, ein förmliches Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen soll.

Als erster formeller Schritt einer UVP wurde dazu das Scoping mit verschiedenen zu beteiligenden Einrichtungen abgehalten, um alle fĂŒr die PrĂŒfung relevanten Aspekte im Vorfeld miteinander abzustimmen.

Die von der IHO zum UVP-Scopingtermin eingereichte ausfĂŒhrliche schriftliche Stellungnahme kann nachgelesen werden unter: www.hoher-odenwald.de/wp-content/uploads/2017/11/Etzean-WEA-UVP-Scoping-IHO-22.11.2017-1.pdf