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Windpark Etzean: Die BĂŒrgerinitiativen Gegenwind sehen BefĂŒrchtungen bestĂ€tigt

Im WaldgelĂ€nde des FDP-Politikers Graf Luis zu Erbach-FĂŒrstenau sind aktuell fĂŒnf WindrĂ€der in der Gemarkung des Beerfeldener Stadtteils Etzean mit einer Höhe von jeweils 229,5 Metern beantragt

ODENWALDKREIS / BEERFELDEN. - „Ungebremst geht die Landschaftszerstörung mitten im UNESCO Naturpark Odenwald voran. Gerade sind beim RegierungsprĂ€sidium in Darmstadt BauantrĂ€ge fĂŒr fĂŒnf WindrĂ€der in der Gemarkung des Beerfeldener Stadtteils Etzean gestellt worden“, teilen die BĂŒrgerinitiativen (BI) Gegenwind Beerfelden-Rothenberg in einer PresseerklĂ€rung mit.

Bei den beantragten Windkraftanlagen handelt es sich um Anlagen des Typs Enercon E141 des Herstellers Enercon mit einer bisher noch nicht dagewesen Gesamthöhe von 229,5 Metern und einer angegebenen Nennleistung von 4,2 MW, „sofern ausreichend Wind weht“.

Eine ganzjÀhrige Messung der WindstÀrke sei bisher nicht erfolgt, weshalb nicht davon ausgegangen werden könne, dass die Nennleistung im Windpark Etzean im windschwachen Odenwald annÀhernd erreicht wird. Offenbar beziehe man sich auf die seither immer wieder unzutreffende Prognose, die bei der Genehmigungsbehörde im RegierungsprÀsidium anerkannt werde.

„Der Zusammenhang zwischen Windgeschwindigkeit und Leistung fĂŒr eine Windkraftanlage folgt physikalischen Gesetzen und finden sich in der natĂŒrlichen Wirklichkeit des windschwachen Odenwaldes selten bestĂ€tigt.“

So habe zum Beispiel die Strombörse in Leipzig eine Analyse der vorliegenden Daten ausgewertet, aus denen hervorgehe, dass im Zeitraum von Juli 2012 bis Juni 2013 die tatsĂ€chliche mittlere Leistung von Windkraftanlagen in Deutschland nur 16% und in Baden-WĂŒrttemberg sogar nur 5% der installierten Nennleistung entspreche.

„NatĂŒrlich sind die Windkraftanlagen bei Etzean wieder mitten im Wald und ohne RĂŒcksicht auf die Aspekte des Artenschutzes im Lebensraum von Schwarzstörchen zur Genehmigung angemeldet“, stellt Andreas Krauch von der BI Gegenwind Beerfelden-Rothenberg fest.

„Die Höhe von 229,5 m ĂŒbertrifft alle bisher im Odenwald errichteten Rotoren und lĂ€sst auch das Greiner Eck bei Langenthal, Kahlberg bei Gras-Ellenbach und StiillfĂŒssel bei Wald-Michelbach in seiner alles ĂŒberragenden Höhe hinter sich zurĂŒck.

Bei der bevorstehenden Landschaftszerstörung des BergrĂŒckens bei Beerfelden entstehen kein Arbeitsplatz und kein wirtschaftlicher Nutzen fĂŒr die Bevölkerung und die Kommunen.“

Die BĂŒrgerinitiative sei unverzĂŒglich aktiv geworden und habe Akteneinsicht bei der Genehmigungsbehörde des RegierungsprĂ€sidiums beantragt. „Sie wird das Verfahren mit allen ihr zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln dem Ziel der Verhinderung der Baumaßnahme begleiten. Die Akteure der BĂŒrgerinitiative wissen sehr wohl, dass die Gesetzgebung und die angepasste Rechtsprechung dem BĂŒrgerwillen entgegenstehen und die Verdrossenheit der Menschen verstĂ€rken werden.“

Wie jedermann habe erkennen können, „standen die WindrĂ€der auf dem benachbarten Geisberg tagelang still“. Stattdessen sei nach dem physikalischen Prinzip Strom aus den Kohlekraftwerken und möglicherweise aus den Kernkraftwerken der benachbarten Regionen ins Netz der Stromverteiler gekommen.

„Der Windpark Hainhaus lĂ€sst in einer aktuellen Pressemitteilung verlauten, dass die von der Gemeinde LĂŒtzelbach und der kommunalen Odenwald-Regional-Gesellschaft und von der Energie-Genossenschaft Odenwald (EGO) in Erbach getragene Windenergieanlage fĂŒr das Wirtschaftsjahr 2016 durch die auch in 2016 wie in den Vorjahren schwachen WindverhĂ€ltnissen und einen aus Umfinanzierung aufgrund von Bilanzierungsrichtlinien resultierenden Jahresverlust mit einer deutlichen Höhe von 320.000 Euro abschließt.“ Sie dazu FACT-Bericht unter: )

Damit steigt das bis Ende 2016 aufgelaufene Gesamtdefizit auf rund 800.000 Euro, was die Betreibergesellschaft des Gemeinschaftsunternehmens nach wie vor in einer angespannten Lage verharren lĂ€sst. „Woraus sich die positive Betrachtung der Zukunft fĂŒr den Windpark Hainhaus bei den Betreibern speist, bleibt der BĂŒrgerinitiative ein RĂ€tsel.“

Ausgehend von diesen Erkenntnissen fordert die BĂŒrgerinitiative eine ganzjĂ€hrige Windmessung. Mit Inkrafttreten des ersten Energieeinspeisungsgesetzes im Jahr 2000 wurde allen Windkraftanlagen die EEG-VergĂŒtung fĂŒr eine Laufzeit von 20 Jahren zugesichert.

„Mit dieser Umlage zahlen Privathaushalte und Unternehmen den Umbau der Energieversorgung auf grĂŒnen Strom aus WindrĂ€dern, Solarfeldern und Biomasseanlagen, egal woher bei Windstille der Strom von Kohlekraftwerken und Kernkraftwerken kommt.“

Mit dem Ende des 20-jĂ€hrigen VergĂŒtungszeitraums fallen zum 31. Dezember des Jahres 2020 erstmals Anlagen aus der EEG-VergĂŒtung heraus. Das setze sich in den folgenden Jahren fort. „Da die Marktpreise durch die Anlagenbetreiber nicht beeinflusst werden können, ist es fĂŒr den Betreiber nur möglich, den Anreiz zum Weiterbetrieb zu erhöhen, indem die Kosten gesenkt werden, wozu auch die PachtvertrĂ€ge zĂ€hlen“.

Abschließend sei festzustellen, dass zu den aktuellen Marktkonditionen fĂŒr die Mehrzahl von Alt-Windenergieanlagen ohne EEG-Förderung kein rentabler Weiterbetrieb nach 2020 möglich sei „Was danach an Konkursen und RĂŒckbauforderungen diskutiert wird, bleibt abzuwarten.“

Die BĂŒrgerinitiative Gegenwind Beerfelden-Rothenberg sieht in dem jetzt beantragten Windparkvorhaben bei Etzean „ein unsinniges Unterfangen und historisches Vergehen an der Landschaft“.

Daher werde sie ihren Widerstand verschĂ€rfen und die Informationen an die Bevölkerung weitergeben, „die seither weder von dem Betreiber, noch von der Genehmigungsbehörde beim RP und von den politischen Gremien ausreichend gegeben wurden“.