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Odenwald-Till: Geschichten aus dem Odenwald

Heute schreibt Odenwald-Till in seinem Satire-Beitrag √ľber einen am Hungertuch nagenden Energiekonzern aus dem Nachbarland

Kennen Sie den Odenwald, das lauschige Pl√§tzchen mit den Rehlein, V√∂gelein, K√§ferlein und den dort beheimateten Ureinwohnern? Sie wissen schon, der Ort, wo jetzt munter dran gebaut wird, dass es mit der Lauschigkeit aufh√∂rt, indem man n√§mlich vorhat, Hunderte von windigen Industrieanlagen dort reinzuhauen nach dem Motto ‚Äěden Wald samt dem Rest, den kriegen wir schon klein‚Äú.

Nun kann man sich das zwar nicht vorstellen, ist aber eine Tatsache ‚Äď ab und an bebt in Hessen die Erde, dass so manche Deckenleuchte schaukelt und die Teetassen im Schrank vibrieren. Und aus diesem Grund hat die hessische Regierung, die um das Wohl ihres V√∂lkchens so liebevoll bem√ľht ist, u.a. im Odenw√§lder F√ľrth (Kreis Bergstra√üe) eine Erdbebenwarte vor Jahren errichten lassen.

Bei soviel Sorge kann einem schon warm um's Herz werden, finden Sie nicht auch? 2016 wurde auf Staatskosten diese Erdbebenwarte √ľppigst renoviert, musste sein. Das hei√üt √ľbersetzt ‚Äď Sie und ich und ja, Sie da hinten auch, Sie haben das finanziert. Ist soweit in Ordnung, finde ich.

Aber - jetzt kommt ein windschnittiger Konzern daher mit der Einstellung einer schw√§bischen Hausfrau ‚Äď ‚Äědarf net viel koste‚Äú. Aber rausholen, was geht. Der besagte w√ľrttembergische Energiekonzern baut nun innerhalb eines Radius der Erdbebenwarte, der in Hessen nun mal vorgegeben ist (in anderen Bundesl√§ndern ist er anders, da hat wohl jedes Bundesland seine eigenen physikalischen Gesetzm√§√üigkeiten).

Da die Windmonster einen großen Teil der Energie in Schallwellen umsetzen, der sich auch im Boden fortsetzt und zwar kilometerweit, verfälschen diese die Ergebnisse der Messungen, geht also nicht. Was macht man also, jetzt raten Sie mal - plötzlich ist es möglich, dass man die Erdbebenwarte versetzt!

Und sollten wir, Sie und ich und ja, auch Sie da hinten, uns nicht fragen ‚Äď wer tr√§gt denn nun hierf√ľr die Kosten?? Sollte der Verursacher, also der Energiekonzern, der anscheinend am Hungertuch nagt (einen Schwank dazu ein anderes Mal) nicht dann daf√ľr aufkommen?

Tut er das auch wirklich oder kommt ihm die liebevoll sich sorgende hessische Regierung gener√∂s entgegen? Und wenn ja, wie weit? Fragen √ľber Fragen, die doch gestellt werden m√ľssen, oder etwa nicht?

P.S.: B√∂se Zungen behaupten, der neue Standort sei schon ausgekungelt ‚Äď n√§mlich auf der Tromm. Dann h√§tte der B√ľrgermeister von F√ľrth den Nachbarn ein Schnippchen geschlagen ‚Äď F√ľrth bliebe in n√§herer Umgebung windradfrei und h√§tte daf√ľr an der √§u√üersten Grenze zu Mossautal und Grasellenbach die Windr√§der. Einfach bauernschlau, nicht?