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Parteitag der SPD Odenwald: „Aufstehen, Krone richten, weitermachen!“

Der neu gewĂ€hlte geschĂ€ftsfĂŒhrende Vorstand der SPD Odenwald: Rolf Wilkes, Cornelia Reinersch, Dr. Michael HĂŒttenberger, Sonny Wiessmann, Raoul Giebenhain, RĂŒdiger Holschuh, Rekha Krings, Andreas Engel (von links). Foto: Andreas Klar

ODENWALDKREIS / REICHELSHEIM. - Die Betroffenheit ĂŒber das historisch schlechte Ergebnis der Landtagswahl war den 49 Delegierten des SPD-Parteitags in Reichelsheim am Freitag, 3. November, noch immer anzumerken.

MdB Dr. Jens Zimmermann machte angesichts der weltweiten Krisen eine zunehmende Erschöpfung vor den dennoch notwendigen VerĂ€nderungen aus. „Wir mĂŒssen uns fragen: Wie bekommen wir unsere Botschaften besser rĂŒber?“

Dass dies beim hessischen Wahlkampf nicht gut genug gelungen sei, gestand Christoph Degen, GeneralsekretĂ€r der hessischen SPD, ein. Ein ausdrĂŒckliches Lob zollte er RĂŒdiger Holschuh fĂŒr dessen engagierten Wahlkampf.

Holschuh selbst war die EnttĂ€uschung deutlich anzumerken. Dem Bezirksvorsitzenden der SPD Hessen-SĂŒd Kaweh Mansoori warf er vor, die Interessen der lĂ€ndlichen Regionen nicht ausreichend berĂŒcksichtigt zu haben: „Die SPD-Landesliste ist nicht nach SolidaritĂ€t, sondern nach LoyalitĂ€t aufgestellt worden.“

Holschuh, der im neuen Landtag nicht mehr vertreten sein wird, dankte allen WahlkĂ€mpfern und seinem Team: „FĂŒr euer aller Engagement ist unser Ergebnis zu schlecht!“ Jetzt gelte es weiterzukĂ€mpfen: „Wir dĂŒrfen nicht zulassen, dass die AfD das gesellschaftliche Klima bestimmt!“

„Aufstehen, Krone richten, weitermachen!“, war auch die Botschaft des Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Raoul Giebenhain. „Wir mĂŒssen die kleinen Leute zurĂŒckgewinnen, nicht in die Ecke stellen,“ plĂ€dierte Giebenhain und beschwor den Zusammenhalt der gesellschaftlichen Mitte.

Schonungslos die Analyse von Landrat Frank Matiaske, der der Landesregierung VersĂ€umnisse in Sachen Verkehrsinfrastruktur, Gesundheitspolitik und den Belangen des lĂ€ndlichen Raums vorhielt, die allesamt GrĂŒn gefĂŒhrte Ministerien zu verantworten hĂ€tten. „Wir brauchen dringend soziale Korrekturen in der Landespolitik“, so der Landrat.

Bei den Wahlen zum geschĂ€ftsfĂŒhrenden Vorstand erhielt der alte und neue Vorsitzende RĂŒdiger Holschuh mit 87% einen hohen Vertrauensbeweis.

Zu seinen Stellvertretern wurden Raoul Giebenhain (96%), Andreas Engel (87%), Rekha Krings (85%), Cornelia Reinersch (52%) und Rolf Wilkes (52%) gewĂ€hlt. Das Amt des SchriftfĂŒhrers ĂŒbernimmt Sonny Wiessmann (96%), neuer Pressereferent ist Dr. Michael HĂŒttenberger (92%).

Zum Ende des Parteitags verabschiedeten die Delegierten einstimmig einen Aufruf, in dem „jegliche Diffamierung unserer jĂŒdischen MitbĂŒrger wegen ihres Glaubens und ihrer Weltanschauung“ verurteilt wird.