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Erneut große Resonanz auf Aktionen gegen Femizid und häusliche Gewalt

Klärten niedrigschwellig über das Thema häusliche Gewalt und Femizid auf (v. l. n. r.): Petra Karg (Gleichstellungsbeauftragte des Odenwaldkreises), Andreas Krieg (Polizeidirektion Odenwald, Schutzmann vor Ort), Anja Wenthaus (Polizeidirektion Odenwald), Gregor Metz (Polizeidirektion Odenwald), Martina Thoms (Sozialpsychiatrischer Dienst, Kreisgesundheitsamt des Odenwaldkreises), Tina Meier (Frauenhaus, Erbach). Foto: Pressedienst Odenwaldkreis

Arbeitskreis „Gegen häusliche Gewalt“ im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern

ODENWALADKREIS / ERBACH. - Gewalt dort erleben zu müssen, wo man sich eigentlich sicher und geborgen fühlen sollte – dieses Schicksal teilen zahlreiche Menschen.

Vor allem Frauen erleiden oftmals psychische und/oder körperliche Aggressionen durch den eigenen Partner – teilweise bis hin zum Femizid, dem Mord an Frauen.

Um auf dieses brisante Thema aufmerksam zu machen und die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, initiierte der Arbeitskreis „Gegen häusliche Gewalt“ wie bereits im vergangenen Jahr eine dreitägige Aktion.

Die Kampagne startete am 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ in Michelstadt und wurde am 29. November in Fränkisch-Crumbach und am 02. Dezember in Bad König fortgesetzt.

Auf den Parkplätzen dreier Einkaufsmärkte veranschaulichte das Team des Arbeitskreises in Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern der hiesigen Polizei die Brisanz dieses Sachverhaltes. Mit Hilfe eines skizzierten Tatorts und Gesprächsangeboten rund um einen Informationsstand ließen sich viele Personen zu einem Austausch bewegen.

Insgesamt wurden mit mehr als 350 Menschen Gespräche geführt – was einem beachtlichen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Bedeutung des Themas eindrucksvoll unterstreicht.

Ansprechbar vor Ort waren neben der Gleichstellungsbeauftragten des Odenwaldkreises weitere Netzwerkpartnerinnen und -partner des Arbeitskreises, allen voran die Mitarbeitenden der Polizei, des Frauenhauses und der Frauenberatungsstelle sowie des Sozialpsychiatrischen Diensts des Gesundheitsamtes.

Von politischer Seite waren Sandra Funken (MdL), die BĂĽrgermeister Eric Engels und Axel Muhn sowie Isabelle MĂĽller-Hofmann und Monika Friedrich, Mitglieder der Frauenkommission, vor Ort.

Die Gleichstellungsbeauftragte Petra Karg, zeigt sich angesichts des großen Interesses seitens der Bevölkerung sehr beeindruckt: „Es war erschütternd, wie viele Menschen ihre direkten und indirekten Erfahrungen mit uns teilten und welches Leid und Martyrium die Betroffenen durchleben.

Festzuhalten ist, dass zu 80 Prozent Frauen Opfer von häuslicher Gewalt sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die häusliche Gewalt durch sämtliche Kulturen und soziale Schichten zieht“.

Karg betont die Wichtigkeit der Aktion: „Auf Grund des zunehmenden Interesses stellen wir fest, dass unsere Aufklärung auf fruchtbaren Boden fällt und zu einer Enttabuisierung der Thematik führt.

Der persönliche Austausch mit Betroffenen motiviert den Arbeitskreis und alle Beteiligten, auch in Zukunft verstärkt Präsenz zu zeigen und auf die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Prävention ist dabei ein probates Mittel, um schon den Anfängen zu wehren.“

Der Dank des Arbeitskreises richtet sich an die Verantwortlichen der Einkaufsmärkte, auf deren Gelände die Aktionen durchgeführt werden konnten

Betroffenen wird geraten, sich aktiv Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen. Weitergehende Informationen, auch mehrsprachig, und Anlaufstellen sind unter anderem auf der Webseite www.frauenberatung-erbach.de zu finden, in akuten Fällen hilft die Polizei.