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Windpark-Kahlberg: „BĂŒrgerinitiative argumentierte – Kreis Bergstraße ignorierte!“

BĂŒrgerinitiative Kahlberg nimmt Stellung zu Presseberichten „Wir wollen keine weiteren Windparks“ und „Der Kreis hat sein Soll erfĂŒllt“

SÜDHESSEN / ODENWALD. - Die kritische Stellungnahme des BergstrĂ€ĂŸer Landrates Christian Engelhardt zum „Teilplan Erneuerbarer Energien SĂŒdhessen“ wird seitens der BI-Kahlberg grĂ¶ĂŸtenteils begrĂŒĂŸt, erlĂ€utern die BI-Sprecher Christel Herr und Michael Karb.

„Doch nach Aussage des Landrates wĂ€re es wichtig sachlich zu argumentieren und pauschale Aussagen der Ablehnung zu vermeiden. Genau das tut die BI-Kahlberg seit vielen Monaten! Ohne die vielen sachlich fundierten EinwĂ€nde der BI-Kahlberg wĂ€ren höchstwahrscheinlich keine Auflagen zu Brandschutz, Naturschutz und Trinkwasserschutz erteilt worden.“

Die Windkraftplaner hĂ€tten „zufĂ€llig alle Probleme am Kahlberg einfach ĂŒbersehen. In den ersten Gutachten der Planerfirma gab es weder Trinkwasserquellen, noch Greifvögel, noch FledermĂ€use und keine KulturgĂŒter auf dem Kahlberg. Selbst die Unterschreitung aller MindestabstĂ€nde zu WohnhĂ€usern (nur 570 m zu HĂ€user im Gassbachtal) hat niemanden interressiert!“

Mit Gegengutachten der BI-Kahlberg (finanziert durch private Spenden) habe die vielfĂ€ltige Problematik am Kahlberg aufgezeigt werden können. Eigene Anstrengungen seitens der Kommunalpolitik und bei Behörden, habe es im Kreis Bergstraße nicht gegeben.

„Die Antragsunterlagen wurden nicht einmal sorgfĂ€ltig gelesen! So reichte der Gemeinde FĂŒrth z. B. eine kurze Email an die Genehmigungsbehörde als positive Stellungnahme. Ohne inhaltliche Kenntnis der Thematik wurde bisher seitens der Kommunalpolitik nur ideologisch und wirtschaftlich argumentiert.“

Es habe nur pauschale Aussagen wie „wollt ihr lieber neue Atomkraftwerke?“ oder „wir mĂŒssen unseren Beitrag leisten“ gegeben. Die Ortsvorsteherin von Weschnitz, habe absolut keine Projektkenntnisse und den Anwohnern und der Oposition keinerlei Anfragen im Ortsbereirat beantwortet.

„Ist das verantwortliche Politik fĂŒr die BĂŒrger?“, fagen die BI-Sprecher. Das Bistum Mainz habe es sogar nur zu einem dĂŒnnen Satz mit dem Bekenntnis zur Energiewende gebracht, und kein Wort zur historischen Walburgiskapelle auf dem Kahlberg verloren!

Seitens der BI-Kahlberg habe es noch nie so eine flache Argumentation gegeben. „Wir stehen fĂŒr den Atomausstieg und die Energiewende unter BerĂŒcksichtigung aller geltenden Gesetze fĂŒr Mensch und Natur! Bisher hat noch niemand im Kreis Bergstraße mit uns sachlich debattiert!“

Zur Informationsveranstaltung der EnBW in Grasellenbach sei die BI nicht eingeladen worden. „Finanziert hat diese einseitige Info-Veranstaltung das Land Hessen – also der BĂŒrger. Die Aussage des Landrates, dass am Kahlberg alles getan wurde um Tiere, Pflanzen und Grundwasser zu schĂŒtzen, zeigt auf, dass er sich wahrscheinlich nie inhaltlich mit den Auswirkungen der WKA-Kalhberg fĂŒr Mensch und Natur beschĂ€ftigt hat.“

Am 24. Mai werde sich jetzt das Verwaltungsgericht Darmstadt mit der VernachlĂ€ssigung des Trinkwasserschutzes am Kahlberg beschĂ€ftigen – das seien die Tatsachen! Ohne BĂŒrgerinitiativen hĂ€tte die Windkraftlobby in Hessen aktuell freie Fahrt!

„Die Genehmigungsbehörde in Darmstadt wurde 2016 personell umorganisiert, steht unter hohem politischem Genehmigungsdruck und hat offensichtlich aus Zeit- und Personalnot damit aufgehört sich ein unabhĂ€ngiges Bild der Antragsunterlagen zu machen.“

Selbst der hohe Trinkwasserschutz werde politischer Ideologie geopfert und eine Trinkwasserversorgung mit Tankwagen als aktezptable Lösung seitens des RP-Darmstadt in die Genehmigung zum Sofortvollzug aufgenommen.

„Alle diese Angaben basieren auf beweisbaren Tatsachen! Die BĂŒrger sollten deshalb, zu ihrem Schutz, selbst aktiv werden. Wie man am wackelnden Kahlberg-Projekt sieht, kann jeder etwas bewirken. Die BI-Kahlberg fordert deshalb alle BĂŒrger dazu auf, mit einer persönlichen Stellungnahme zum >Teilplan Erneuerbarer Energien SĂŒdhessen< auf Problematiken an den ausgewiesenen WindkraftvorrangflĂ€chen hinzuweisen.“

Die BĂŒrgerinitiative Kahlberg biete, wie auch andere BĂŒrgerinitiativen, jedem interessierten BĂŒrger hierzu ihre volle UnterstĂŒtzung an.