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Frieden weiterreichen

Schulpfarrer Michel Rohr hat mit seinem Religions-Kurs eine Ausstellung zur Ökumenischen Friedensdekade erarbeitet; mit dabei war auch Selina Neumann, die ein eigenes Lied beigetragen hat. Foto: Bernhard Bergmann

MICHELSTADT. - Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sind zentrale Themen der Ökumenischen Friedensdekade jedes Jahr im November.

Unter dem Motto „Reichweite Frieden“ haben SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des Religionskurses Q 1 (Jahrgangsstufe 12) im Gymnasium Michelstadt bei Pfarrer Michel Rohr eine Ausstellung fĂŒr die Aula ihrer Schule erarbeitet.

Sie vermittelte Impulse, Bilder und Informationen, vieles konnte auch ĂŒber QR-Codes heruntergeladen werden: Die Links fĂŒhrten zu Filmen oder auch zu einem eigens geschriebenen und selbst eingesungenen Lied.

Die Themen, mit denen sich die 25 Jugendlichen eingehend und gleichermaßen kritisch wie kreativ auseinandergesetzt hatten, reichten vom Handel mit kleinen Waffen fĂŒr kleine HĂ€nde (Kindersoldaten) ĂŒber Armut in Deutschland, Klimaschutz, Menschenrechte, Bekleidungsindustrie bis hin zu atomarer AbrĂŒstung oder dem Mut, gegen den alltĂ€glichen Rassismus aufzustehen.

„Das Motto erschließt sich nicht sofort, es mag zunĂ€chst irritieren und soll zum Nachdenken anregen“, schreibt Michel Rohr. „Reichweite Frieden“ spiele mit den einzelnen Worten. „Was liegt in unserer Reichweite?“, fragt der Schulpfarrer.

Die Reichweite beispielsweise von Raketen, bewaffneten Drohnen oder Gewehrkugeln lasse sich berechnen. Ebenso könne man ermitteln, wo RĂŒstungsgĂŒter aus Deutschland weltweit zum Einsatz kommen und welchen tödlichen Schaden sie anrichten.

„Die Reichweite von Frieden lĂ€sst sich generell schwer ermitteln“, so Rohr weiter. Frieden umfasse dabei auch die Bewahrung der Schöpfung und beinhalte zugleich soziale Gerechtigkeit.

So wĂŒrden etwa Milliarden von Dollar fĂŒr Instrumente der Zerstörung ausgegeben, wĂ€hrend Millionen von Menschen verhungern, ihnen grundlegende Menschenrechte genommen werden und sie gleichsam Objekte wirtschaftlicher oder militĂ€rischer Interessen wĂŒrden.

„Wenn Menschen aufstehen und fĂŒr eine gerechte Welt eintreten, fĂŒr Frieden unter den Menschen und mit ihrer Mitwelt, kann Frieden auch in unserer Reichweite liegen“, schreibt Rohr abschließend.