NEWS

Ex-Landrat Dietrich K├╝bler: Berufungsverfahren ab 13. Januar 2022

Muss im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Darmstadt erneut auf die Anklagebank: Ex-Landrat Dietrich K├╝bler (71, ├ťWG, Mitte), hier mit seinen Verteidigern Andrea Comb├ę und Georg D├╝rig 2017 vor dem Amtsgericht Michelstadt. Archivfoto: er

ODENWALDKREIS / DARMSTADT. - Das Berufungsverfahren gegen den Ex-Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich K├╝bler (71, ├ťWG, H├╝ttenthal), wurde nunmehr von der 8. Kleinen Strafkammer des Landgerichts Darmstadt ab dem 13. Januar 2022 terminiert.

Mehr als vier Jahre sind dann bereits vergangen, nachdem der Vorsitzende Richter Helmut Schmied das Urteil gegen K├╝bler am 20. Dezember 2017 vor dem Amtsgericht Michelstadt in der so genannten Standortmarketing-Aff├Ąre auf sieben Monate Haft und 25.000 Euro Geldstrafe festgesetzt hatte, wobei die Haftstrafe drei Jahre lang zur Bew├Ąhrung ausgesetzt worden war.

Staatsanw├Ąltin Brigitte Lehmann hatte damals wegen Untreue im Amt, hilfsweise wegen Untreue durch Unterlassen und einem f├╝r den Odenwaldkreis entstandenen Nominalschaden von rund 70.000 Euro acht Monate Haft und 30.000 Euro Geldstrafe gefordert, die beiden Verteidiger Andrea Comb├ę und Georg D├╝rig auf Freispruch pl├Ądiert.

Der fr├╝here Landrat des Odenwaldkreises sa├č seit dem 6. Juli 2017 bei 12 Sitzungsterminen vor dem Amtsgericht Michelstadt auf der Anklagebank weil er sich nach umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt der Untreue im Amt schuldig gemacht habe.

Der Anklage zufolge hatte er w├Ąhrend seiner Amtszeit (2009 bis 2015) die Agentur Lebensform seines Wahlkampfmanagers und Nachbarn Johannes Kessel rechtswidrig bevorzugt und dem Erbacher Werbeunternehmen einen mit EU-Geldern gef├Ârderten Gro├čauftrag in H├Âhe von rund 276.000 Euro ├╝bertragen.

Dabei hatte K├╝bler u.a. auch vier Warnschreiben des Rechtsamtes beim Odenwaldkreis, bei denen die drohenden Risiken aufgezeigt worden waren, missachtet und diese auch dem Kreisausschuss vorenthalten. Den Gro├čauftrag hatte er anschlie├čend seinem Nachbarn telefonisch ├╝bermittelt, ohne dass dieser sp├Ąter bereit war, einen entsprechenden schriftlichen Vertrag zu unterzeichnen.

Wegen schwerer Vergabefehler wurden dann rund 100.000 Euro der urspr├╝nglich bewilligten F├Ârdergelder nicht ausgezahlt.

Sowohl Staatsanw├Ąltin Brigitte Lehmann, die die Anklage vertrat, als auch Dietrich K├╝bler selbst waren nach dem Urteil in Berufung gegangen.

Jetzt hat die 8. Kleine Strafkammer des Landgerichts Darmstadt die Berufungsverhandlung auf zun├Ąchst zw├Âlf Sitzungstermine bis 30. M├Ąrz 2022 festgelegt, wie der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Oberstaatsanwalt Robert Hartmann, auf FACT-Anfrage erkl├Ąrte.