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Windkraftanlage: Wurde der Bruthorst eines Uhus oder einer Waldohreule bewußt zerstört?

Der aktuell zerstörte Brutplatz eines Uhus oder einer Waldohreule...

...wird durch die Polizei dokumentiert und...

...fĂŒhrte schlussendlich zur Einstellung der Arbeiten, nachdem...

...diese Fakten zunÀchst wohl vertuscht werden sollten.

Dr. Stefan Glatzl, Anwalt der BĂŒrgerinitiativen rund um die am StillfĂŒsel bei Wald-Michelbach genehmigten Windkraftanlagen, erhebt schwere VorwĂŒrfe gegen die Genehmigungsbehörde beim RP in Darmstadt und die obere Naturschutzbehörde

ODENWALD. - Angesichts neuer Entwicklungen ruft der geplante Windpark am StillfĂŒssel bei Wald-Michelbach den Anwalt der BĂŒrgerinitiativen Dr. Stefan Glatzl auf den Plan. „Obwohl weitere Einwendungen gegen das Bauvorhaben eingereicht worden waren, wurden die Windkraftanlagen am 30. Dezember vergangenen Jahres in einer Nacht-und-Nebel-Aktion genehmigt“, beklagt der Jurist das Genehmigungsverfahren beim RegierungsprĂ€sidium (RP) in Darmstadt.

Die vorgelegten Einwendungen seien offensichtlich ohne weitere PrĂŒfung unberĂŒcksichtigt geblieben. „Die Genehmigung erfolgte damit entgegen allen naturschutzrechtlichen Vorgaben, da seitens der von mir vertretenen BĂŒrgerinitiativen ein Schwarzstorchhorst in unmittelbarer NĂ€he zu den geplanten Windkraftanlagen aufgefunden wurde“, sagt Dr. Glatzl.

Der Fund wurde von der staatlichen Vogelschutzwarte in Hessen bestĂ€tigt und der gutachterliche Nachweis eines - die Genehmigung ausschließenden - Revierzentrums des Schwarzstorches war damit gegeben.

Gegen die entsprechende Genehmigung wurde deshalb form- und fristgerecht Klage beim Verwaltungsgericht Darmstadt erhoben. Ein vorlĂ€ufiger Bau- und Rodungsstop ist beantragt. Eine fĂŒr die Klage erfolgversprechende Basis sieht der Jurist damit gegeben. Hinzu kĂ€men aktuell weitere gravierende VerstĂ¶ĂŸe.

In den Auflagen des Genehmigungsbescheides des RegierungsprĂ€sidiums Darmstadt ist eine baubiologische Begleitung gefordert. Das hierfĂŒr vom Betreiber (Entega regenerativ GmbH) beauftragte BĂŒro habe nun am 31. Januar diesen Jahres einen Bruthorst eines Uhus oder einer Waldohreule offensichtlich bewusst zerstört.

Beide Vogelarten sind in Deutschland und in der EU streng geschĂŒtzt und Bruthorste dĂŒrfen nicht angetastet werden. „Das Vorgehen des vom Betreiber beauftragten BĂŒros sollte zunĂ€chst vertuscht werden. Dies lĂ€sst sich aus den Telefonaten mit der BĂŒroleitung und der oberen Naturschutzbehörde entnehmen, die ĂŒber den Vorgang hinweggehen wollten und eine Fortsetzung der Arbeiten zunĂ€chst billigten und anordneten.“

Dank der Aufmerksamkeit der BĂŒrgerinitiativen habe jedoch die Polizei eingeschaltet werden können. „Erst nach polizeilicher Aufnahme des Schadens Ă€nderte die obere Naturschutzbehörde beim RegierungsprĂ€sidium Darmstadt ihre bisherige Auffassung, dass die Horstzerstörung unerheblich sei und verfĂŒgte darauf dann aber die Einstellung der Arbeiten.“

Gegen die betreffenden Mitarbeiter des BĂŒros sowie gegen die obere Naturschutzbehörde wurde durch die BĂŒrgerinitiativen Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz erhoben.

Den BĂŒrgerinitiativen stelle sich die Frage, ob hier möglicherweise sogar mit Absicht ein artenschutzrelevanter Bruthorst zum Verschwinden gebracht werden sollte, um diesen fĂŒr die geplanten Bauarbeiten aus dem Weg zu rĂ€umen. „Hier hoffen die BĂŒrgerinitiativen auf AufklĂ€rung durch die zustĂ€ndige Staatsanwaltschaft und die untere Naturschutzbehörde.“