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Die Weichen fĂŒr die Zukunft werden gestellt

Deutsche Bahn stellt Vorzugsvariante fĂŒr Neubautrasse vor

BERGSTRASSE. - In Mannheim wurden am heutigen Freitag, 06. Dezember, die ersten Weichen fĂŒr die Zukunft des Schienenverkehrs im Kreis Bergstraße gestellt: Die Deutsche Bahn stellte die Vorzugsvariante fĂŒr die Neubautrasse im Streckenabschnitt Lorsch-Mannheim vor.

Das wichtigste Ergebnis: Die im Rahmen des Positionspapiers des VRRN geforderte unterirdische FĂŒhrung der Trasse im Wald- und Feldbereich sowie im Bereich von Bebauung ist dabei von der Bahn zu großen Teilen berĂŒcksichtigt worden.

„Das ist zunĂ€chst einmal ein positives Ergebnis fĂŒr uns!“, sagte Landrat Christian Engelhardt fĂŒr den Arbeitskreis zu der vorgestellten Lösung. Dennoch bleiben, insbesondere mit Blick auf die TrassenfĂŒhrung, noch viele Fragen offen.

Wie Landrat Engelhardt betont, bleibt die Verwirklichung der von allen Beteiligten im Rahmen des Projektforums Neubautrasse aufgestellten Zielen zentrale Forderung des Kreises.

„Zu diesen wichtigen Zielen gehört, dass der LĂ€rmschutz oberste PrioritĂ€t hat. Ebenso wichtig ist uns, dass die Neubautrasse nicht zu einer Zerschneidung des Kreises fĂŒhrt.

Auch wollen wir keine wertvollen FlĂ€chen im Agrar-, Umwelt- und Siedlungsbereich verlieren. Schlussendlich fordern wir auch eine Gesamtbetrachtung, welche die Verkehrsentwicklung und das Schienennahverkehrsangebot auf den Bestandsstrecken mit einschließt“, erklĂ€rte Engelhardt.

Zur Verwirklichung dieser nicht verhandelbaren Ziele hatten die beteiligten StĂ€dte und Gemeinden, der Kreis sowie verschiedene Interessensgruppen der Deutschen Bahn die Konsenstrasse mit einem bergmĂ€nnisch gefĂŒhrten Tunnel als Lösung gefordert.

„Die Konsenstrasse ist damit fĂŒr uns der Maßstab, was die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt angeht. Und an diesem Maßstab werden wir auch die VorschlĂ€ge der Bahn messen“, betonte Landrat Christian Engelhardt stellvertretend fĂŒr den Arbeitskreis.

Die Bahn hat zwar die Konsenstrasse des Kreises Bergstraße auch geprĂŒft, am Freitag aber mitgeteilt, dass diese in dieser Form aus verschiedenen GrĂŒnden, dazu zĂ€hlen auch Mehrkosten in Höhe von rund 800 Millionen Euro gegenĂŒber der gĂŒnstigsten Variante, nicht umsetzbar sei.

Immerhin hat die Bahn in ihren Planungen versucht, die mit der Konsenstrasse verbundenen Ziele in ihren Überlegungen zu berĂŒcksichtigen. PrĂ€sentiert wurde nun eine Lösung, die rund 350 Millionen Euro teurer ist als die wirtschaftlichste, rein oberirdische Variante.

Diese vorgestellte Vorzugsvariante sieht eine weitgehende Untertunnelung des Streckenabschnitts zwischen Lorsch und Mannheim vor, allerdings nicht in bergmÀnnischer Bauweise.

Die Vorzugstrasse soll nach dem Entwurf der Bahn von Lorsch ab entlang der „alten Mannheimer Straße“ den Wald durchqueren, vorbei an Neuschloss, um dann in Mannheim-Blumenau in die alte Trasse zu mĂŒnden. Im Bereich sĂŒdwestlich von Lorsch verbliebe ein TeilstĂŒck mit oberirdischer StreckenfĂŒhrung

„Nun gilt es gemeinsam mit der Bahn zu klĂ€ren, wie die daraus resultierenden Fragen beantwortet werden können“, sagte Landrat Engelhardt. Dies sind Fragen zum Erhalt der BodenqualitĂ€t, der Wiederaufforstung, dem Ausgleich im Natur- und Artenschutz, der Kompensation von Betroffenen, wie zum Beispiel Landwirten, sowie Lösungen fĂŒr die Anwohner, insbesondere in Lampertheim-Neuschloß.

Mit der jetzt vorgestellten Variante, so Landrat Engelhardt fĂŒr den Arbeitskreis, sei zumindest eine Diskussionsgrundlage geschaffen. Damit beginne der eigentliche Dialog, in dem der Kreis Bergstraße seine Kernforderungen deutlich vortragen wird.