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Kardiologie f├╝hrt bedeutende innovative Therapiema├čnahmen ein

Prof. Dr. Baumann, seit April diesen Jahres Chefarzt der Kardiologie am Kreiskrankenhaus, f├╝hrt einige bedeutende neue Therapiema├čnahmen in der Abteilung ein.

Das Herzkatheterlabor ist neben der Chest Pain Unit das Herzst├╝ck der Abteilung. Fotos: Thomas J. Zelinger / Kreiskrankenhaus Bergstra├če

Professor Dr. Baumann nimmt Herzwochen zum Anlass einer ersten Standortbestimmung nach seiner ├ťbernahme der Verantwortung f├╝r die Kardiologie am Kreiskrankenhaus Bergstra├če

BERGSTRASSE / HEPPENHEIM. - Im Fr├╝hjahr dieses Jahres hat Professor Dr. Stefan Baumann die Leitung der Inneren Medizin II am Kreiskrankenhaus Bergstra├če ├╝bernommen.

Die Fachabteilung mit Schwerpunkt Kardiologie ist seit Jahren ein Herzst├╝ck des zum Heidelberger Universit├Ątsklinikum geh├Ârenden Krankenhausstandorts in Heppenheim.

Jetzt nimmt Professor Dr. Baumann die traditionell im Herbst anstehenden, von der Deutschen Herzstiftung initiierten, Herzwochen zum Anlass einer ersten Bilanz. Der Fachmediziner ist an seiner neuen Wirkungsst├Ątte angekommen und f├╝hlt sich am Kreiskrankenhaus sehr wohl.

Mit seiner ├ťbernahme der Chefarztstelle wird die Entwicklung der Abteilung, zu deren Infrastruktur auch ein hochmodernes Herzkatheterlabor sowie eine zertifizierte Chest Pain Unit geh├Âren, ein Spezialbereich zur Behandlung von Herzinfarktpatienten, fortgeschrieben.

Die Kardiologie in Heppenheim hat inmitten des Dreiecks Darmstadt-Mannheim-Heidelberg zentrale Bedeutung f├╝r die Versorgung von Menschen mit Herzleiden, da sie als einzige im Kreis ├╝ber ein 24-st├╝ndiges Herzkatheterlabor verf├╝gt.

Die Abteilung steht wie auch das Haus f├╝r kurze Wege, auf hohem Niveau angesiedelte Diagnostik und Behandlung sowie f├╝r den schnellen Zugang zu universit├Ąrer Medizin in Heidelberg in besonders komplexen F├Ąllen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kreiskrankenhaus und dem Uniklinikum ist in den zur├╝ckliegenden Monaten auch im Bereich der Kardiologie weiter intensiviert worden.

Zugleich wurde in den Standort Heppenheim investiert, um mit zus├Ątzlicher Ger├Ątetechnologie Diagnosen und Therapien vor Ort zu erm├Âglichen, die bislang dort nicht m├Âglich waren und ├╝ber dem angesiedelt sind, was ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung gew├Âhnlich leistet.

Neuerdings k├Ânnen vom Kardiologenteam um Professor Dr. Baumann in Folge des Fortschreibens des technologischen Ausbaus sogenannte mikrovaskul├Ąre Funktionsst├Ârungen gemessen werden. Bislang erfasste die Diagnostik ausschlie├člich die Herzkranzgef├Ą├če und deren Seiten├Ąste.

Befunde f├╝r weiterf├╝hrende feine Ver├Ąstelungen konnten nicht erstellt werden. Dank Druckmessungen werden inzwischen auch hier Engstellen erkannt und so m├Âgliche kardiologische Ursachen f├╝r ein Unwohlsein von Patienten, oft einem Herzinfarkt stark ├Ąhnelnde Symptome, benannt und weitere Behandlungen in die Wege geleitet werden.

Ein weiteres Beispiel f├╝r Neuerungen am Kardiologie-Standort Heppenheim ist die sogenannte ÔÇ×RotablationÔÇť zur ├ľffnung stark verkalkter Blutgef├Ą├če. Expertise und Ger├Ątetechnologie hierzu sind nun auch am Kreiskrankenhaus angesiedelt.

Gew├Âhnlich werden in verkalkte Gef├Ą├če zur Erweiterung kleine Ballons eingef├╝hrt, um das Einsetzen eines Stents zu erm├Âglichen. Ist das Gef├Ą├č zu stark verkalkt und deshalb die Weitung mittels Ballonverfahren nicht m├Âglich, kann nunmehr die betroffene Gef├Ą├činnenseite mit einem feinen, hochpr├Ązisen, extrem schnell drehenden Fr├Ąskopf von Ablagerungen befreit werden.

Eine ansonsten notwendige Bypass-Operation, zu der der Patienten nach Heidelberg verlegt werden muss, l├Ąsst sich so vermeiden.

Und wenn Professor Dr. Baumann von den j├╝ngsten medizinischen Erweiterungen des Leistungsspektrum in seinem Fachbereich spricht, hat er nicht nur die Kardiologie im Blick.

Die Behandlung von Lungenembolien f├Ąllt gleicherma├čen in die Zust├Ąndigkeit seiner Abteilung, auch hier hat sich ein hochqualifiziertes Expertenteam am Kreiskrankenhaus etabliert. Was viele Kliniken nicht haben, gibt es inzwischen in Heppenheim: Die M├Âglichkeit der internistischen Intervention bei einer schweren Lungenembolie.

├ťber die bislang ├╝bliche Behandlung kann bei einer lebensbedrohlichen Situation eine lokale Thrombolyse-Behandlung mit Schallwellunterst├╝tzung zum Aufl├Âsen des Thrombus eingeleitet werden. Im Akutfall l├Ąsst sich so das Sterblichkeitsrisiko deutlich verringern und auch langfristig tr├Ągt das Verfahren zur Risikominimierung beim Patienten bei.

Schon bei der ├ťbernahme der Verantwortung f├╝r die bis dahin von Privatdozent Dr. Wolfang Auch-Schwelk gef├╝hrten Fachabteilung hat Professor Dr. Baumann die Kardiologie in Heppenheim als sehr gut aufgestellt und den Mitarbeiterstab als hervorragend ausgebildet und motivierten wahrgenommen.

Die zur├╝ckliegenden Monate haben gezeigt, dass der Klinikstandort den eingeschlagenen Weg zul├Ąsst. Weitere Schritte sollen im Interesse der Patienten und damit der medizinischen Versorgung der Region folgen.

Denn es gilt: ├ťber die Zeit ist aus dem Kreiskrankenhaus ein Gesundheitszentrum geworden, das sein Leistungsspektrum an internationalen Standards ausrichtet.

F├╝r die Kardiologie hei├čt die Weitentwicklung, dass zuk├╝nftig auch PFO-Verschl├╝sse vorgenommen werden. Geplant ist dies ab dem ersten Quartal 2024. PFO steht f├╝r persistierendes Foramen ovale, ein Loch in der Herzscheidewand.

Dies ist bei Kleinkindern nicht ungew├Âhnlich und verw├Ąchst sich oft, selbst bei Fortbestand f├╝r Erwachsene bleibt es in der Gro├čzahl der F├Ąlle unproblematisch. Ist dem nicht so und wird deshalb ein erh├Âhte Schlaganfallrisiko diagnostiziert, ist ein Eingriff angeraten.

In Heppenheim werden gerade die Vorbereitungen f├╝r eben solche Eingriffe zum Verschluss der ovalen ├ľffnung vorgenommen.

Es ist nicht allein die medizinische Entwicklung, die Professor Dr. Baumann vor Augen hat. Auch das Umfeld soll in Teilen Neues bieten.

So k├Ânnte k├╝nftig Patienten einer ambulanten Untersuchung mit einer Lounge das Warten angenehmer gestaltet werden. Auch hierzu laufen Vorbereitungen, wie Professor Dr. Baumann am Rande seiner Standortbestimmung f├╝r die Kardiologie berichtet.

ZUR PERSON

Professor Dr. Stefan Baumann hat sein Medizinstudium von 2004 bis 2011 in Frankfurt am Main absolviert, inklusive praktischer Jahre in Kapstadt, S├╝dafrika und Bern, Schweiz.

Die Ausbildung zum Facharzt der Inneren Medizin und der Kardiologie machte er am Uniklinikum Mannheim, erg├Ąnzt um einen Forschungsaufenthalt in den Vereinigten Staaten.

Weiterbildungen in Notfallmedizin (Notarzt) und Intensivmedizin erg├Ąnzen seine umfassende Expertise. Von 2018 bis 2020 legte er zudem in N├╝rnberg ein betriebswirtschaftliches Studium mit Abschluss zum Master oft Health Business Administration ab.

Der Habilitation 2018 in Mannheim folgte 2021 die au├čerplanm├Ą├čige Professur an der Universit├Ąt Heidelberg.