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Sieben B├╝rgermeister auf Sommertour

Die B├╝rgermeister mit dem Tourismus Service Bergstra├če auf Schloss Heiligenberg.

Zu Gast auf dem Walderdorffer Hof in Bensheim: Thomas Herborn und Maria Zimmermann (Tourismus Service Bergstra├če) und die B├╝rgermeister Rolf Richter, Dr. Holger Habich, Hermann Lenz, Olaf K├╝hn, J├╝rgen Kirchner und Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard (von links nach rechts).

Unterwegs zu Highlights der n├Ârdlichen Bergstra├če + + + Regionale Besonderheiten

BERGESTRASSE / BENSHEIM. - ├ťber 67 Kilometer zieht sie sich von Darmstadt bis Heidelberg, den R├Âmern war sie als ÔÇ×strata montanaÔÇť eine wichtige Handels- und Verkehrsstra├če und den Einheimischen ist sie das Synonym f├╝r Heimat schlechthin. Schon immer hat die Bergstra├če Menschen ins Schw├Ąrmen gebracht, selbst so ber├╝hmte Pers├Ânlichkeiten wie Goethe.

So ist in seinen Aufzeichnungen des viel gereisten Dichterf├╝rsten von 1612 ├╝ber die Bergstra├če zu lesen: ÔÇ×Ich glaube, du willst unser Italien ausstechen.ÔÇť 16 St├Ądte und Gemeinden reihen sich entlang der Bergstra├če.

In einem Netzwerk gemeinsam mit Winzern, Gastronomen, Heimatvereinen, Unterkunftsbetrieben sowie Privatpersonen haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, touristische Vorz├╝ge der Region hervorzuheben.

Dazu geh├Ârt die Bergstr├Ą├čer Sommertour, zu der sich jetzt sieben B├╝rgermeister getroffen haben, um auf regionale Besonderheiten aufmerksam zu machen. Neben den vielen bekannten touristischen Sehensw├╝rdigkeiten ist die Bergstra├če ein Mekka f├╝r Genie├čer.

Daf├╝r steht nicht nur der Wein, dessen Trauben an den sonnenverw├Âhnten H├Ąngen entlang der Ferienstra├če wachsen, das gilt auch f├╝r die Vielfalt der regionalen K├╝che. Begleitet von der Vorsitzenden des ÔÇ×Tourismus Service Bergstra├čeÔÇť, Maria Zimmermann und ihrem Stellvertreter Thomas Herborn, hatten die B├╝rgermeister drei Stationen ausgew├Ąhlt.

Start war beim Zwingenberger Rathauschef Dr. Holger Habich, der im vergangenen Jahr eine ganz besondere Attraktion ins Leben gerufen hat. Von Mai bis September l├Ądt der Abendmarkt im 14-t├Ągigen Rhythmus donnerstags in den Hof des Rathauses ein.

Neben Wein von ├Ârtlichen Winzern, Honig, Obst und Gem├╝se gibt es au├čerdem regionale Spezialit├Ąten, wie Lammfleischprodukte oder die ÔÇ×Bergstr├Ą├čer KracherÔÇť, herzhaft oder s├╝├č gef├╝llte Snacks aus Strudelteig. Von 17 bis 20 Uhr verwandelt sich der Hof des ÔÇ×Schl├ÂsschensÔÇť zu einem beliebten Treffpunkt. ÔÇ×Eine tolle SacheÔÇť fanden auch die B├╝rgermeisterkollegen, die von dem gro├čen Zuspruch ├╝berrascht waren.

Auf Schloss Heiligenberg in Seeheim-Jugenheim erwies sich B├╝rgermeister Olaf K├╝hn als Kenner der Geschichte dieses Anwesens, das ÔÇ×immer noch ein GeheimtippÔÇť an der Bergstra├če ist. Gro├čherzogin Wilhelmine von Hessen hatte das urspr├╝ngliche Hofgut 1827 gekauft und zum Schloss Heiligenberg umbauen lassen.

Es entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt des europ├Ąischen Hochadels und auch das Zarenehepaar Alexander der II. mit Marie, Tochter von Gro├čherzogin Wilhelmine, waren h├Ąufig zu Gast. Eng verbunden mit Schloss Heiligenberg ist die Geschichte der Battenberger/Mountbatten und deren Verbindungen nach Russland, England, Spanien, Griechenland und Bulgarien.

Olaf K├╝hn gab einen kurzen Abriss dieser geschichtstr├Ąchtigen Verflechtungen. ├ťber viele Jahre war Schloss Heiligenberg Sitz der hessischen Lehrerfortbildung. Mit der ├ťbernahme durch die Stiftung Heiligenberg wurde die Anlage aus dem Dornr├Âschenschlaf geweckt und nach und nach zu einem kulturellen Kleinod mit vielf├Ąltigen Angeboten entwickelt.

Neben der gro├čz├╝gigen Parkanlage, den historischen Sehensw├╝rdigkeiten wie beispielsweise Goldenes Kreuz, Mausoleum oder Russenhaus, ist Schloss Heiligenberg Ort f├╝r Veranstaltungen und Konzerte. Auch das gastronomische Angebot ist einen Besuch wert.

Im Au├čenbereich des Lokals, unter alten B├Ąumen und mit herrlicher Fernsicht in die Pfalz, probierten die Rathauschefs eine Auswahl der kulinarischen K├Âstlichkeiten aus Keller und K├╝che von Gastwirtin Annette Bombala.

N├Ąchste Station war der Walderdorffer Hof in Bensheim, etwas rustikaler, aber nicht weniger geschichtstr├Ąchtig als Schloss Heiligenberg. Immerhin handelt sich bei dem 1392 erbauten Anwesen um das ├Ąlteste Fachwerkhaus S├╝dhessens.

Das zum Teil an einen Gastronom verpachtete Anwesen ist heute im Eigentum der Heimatvereinigung Oald Bensem, die hier ihren Vereinssitz und schon einiges in den Erhalt und die Optimierung der Au├čenanlage investiert hat, wie B├╝rgermeister Rolf Richter lobend erw├Ąhnte.

Mit seiner regionalen K├╝che hat Gastwirt Heinz Knapp sich l├Ąngst in Bensheim etabliert. Die Speisekarte bietet in Original Bensemer Dialekt nicht nur originelle Gerichte, sondern auch sprachliche Heimatkunde.

Obligatorisch war die Begr├╝├čung im Innenhof mit dem Bensemer Droppe, bevor die Gruppe im Gastraum B├╝rgermeister-Schnitzel (mit Leberwurst), Bratwurstschnitzel oder mit Spundek├ĄsÔÇś gef├╝llte Cr├¬pes ÔÇô gepaart mit einer Auswahl an Bergstr├Ą├čer Weinen ÔÇô genie├čen konnte. Zu den regionalen Besonderheiten des Walderdorffer Hofes geh├Ârt au├čerdem das Weinheimer Bier.

In einem kurzen Fazit waren sich die B├╝rgermeister einig, dass es bei dieser einmaligen Sommertour nicht bleiben soll. Auch ├╝ber den zweiten Teil der diesj├Ąhrigen Aktion hinaus, die am 9. August in den s├╝dlichen Teil der Bergstra├če nach Hemsbach, Weinheim und Hirschberg f├╝hren wird, ist f├╝r das kommende Jahr eine weitere Tour geplant, in die unter anderem auch Lorsch einbezogen werden k├Ânnte.

Lorschs B├╝rgermeister Christian Sch├Ânung hatte sich ebenfalls an der Sommertour beteiligt. ÔÇ×Wir sind eine kleine, aber feine interkommunale Gemeinschaft, die Bemerkenswertes zu bieten hatÔÇť, stellte Bensheims B├╝rgermeister Richter fest.

Die regionalen Highlights seien einerseits f├╝r den Tourismus interessant, anderseits aber auch Standortfaktor und Mehrwert f├╝r die Bev├Âlkerung. Gerne mache man als Botschafter f├╝r die Bergstra├če mit der Sommertour auf diese Besonderheiten aufmerksam.

Das bekr├Ąftigten auch die B├╝rgermeister J├╝rgen Kirchner aus Hemsbach und Hermann Lenz aus Laudenbach sowie Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard aus Weinheim. Der Ausflug von der s├╝dlichen Bergstra├če in den n├Ârdlichen Teil hatte die erfahrenen Rathauschefs durchaus beeindruckt: ÔÇ×Da lassen wir uns was einfallenÔÇť, so Weinheims OB im Hinblick auf den zweiten Teil der Sommertour im August.