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Schutz f├╝r einen seltenen Vogel

Der seltene und streng gesch├╝tzte Flussregenpfeifer br├╝tet auch in diesem Jahr wieder auf der Kiesinsel bei Biblis-Nordheim. Diese wird deshalb gesperrt, um den Vogel w├Ąhrend seiner Brut- und Aufzuchtzeit nicht zu st├Âren. Foto: NABU/Sommerhage

Flussregenpfeifer br├╝ten wieder am Nordheimer Rhein ÔÇô Kreis Bergstra├če erl├Ąsst Betretungsverbot f├╝r die Kiesinsel bis 31. Juli

BERGSTRASSE. - Fr├╝hlingszeit ist f├╝r viele V├Âgel Brutzeit. Das gilt auch f├╝r einen seltenen Gast, der sich im Kreis Bergstra├če offensichtlich wohl f├╝hlt: Der streng gesch├╝tzte Flussregenpfeifer br├╝tet wieder am Nordheimer Rhein.

Wie in den vergangenen Jahren hat es der Vogelart vor allem die Kiesinsel im Rhein bei Biblis-Nordheim angetan. Das hat Seltenheitswert, denn es gibt in Mitteleuropa kaum noch geeigneten nat├╝rlichen Lebensraum f├╝r den Flussregenpfeifer.

Zu seinem Schutz hat der Kreis Bergstra├če deshalb auch in diesem Jahr ein Betretungsverbot f├╝r die Sandbank bei Nordheim erlassen. Laut Allgemeinverf├╝gung der Unteren Naturschutzbeh├Ârde ist es bis zum 31. Juli 2022 untersagt, die Kiesinsel und ihren Uferbereich zu betreten.

Ebenso verboten ist es, dort Hunde freilaufen oder baden zu lassen sowie Wasserfahrzeuge aller Art dort zu Wasser zu lassen. Schilder weisen auf die Sperrung hin. Zuwiderhandlungen werden je nach Schwere des Versto├čes mit einer Geldbu├če von bis zu 50.000 Euro geahndet.

Die Untere Naturschutzbeh├Ârde bittet um Verst├Ąndnis, zumal auf den umliegenden befestigten Wegen weiterhin Naherholung m├Âglich ist.

Der 15 Zentimeter gro├če und knapp 40 Gramm schwere Flussregenpfeifer reagiert sehr empfindlich auf Au├čenreize. Der Vogel ist ein Bodenbr├╝ter. Oft verl├Ąsst er bei St├Ârungen durch Menschen oder Hunde sein Nest.

Das Nest ÔÇô eine Mulde im Boden, oft zwischen Kieselsteinen ÔÇô und die mit sandfarbenem Muster getarnten Eier k├Ânnen dann leicht ├╝bersehen und unabsichtlich zerst├Ârt werden. ÔÇ×In der Vergangenheit konnten wir beobachten, dass die Sperrung der Kiesinsel Erfolg zeigt.

Dort konnte immer wieder Nachwuchs des Flussregenpfeifers schl├╝pfen. F├╝r uns als Kreis ist es sehr erfreulich, dass sich bei uns einer der noch wenigen vorhandenen nat├╝rlichen Lebensr├Ąume f├╝r diesen seltenen Vogel befindetÔÇť, betont der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Karsten Krug, der als Dezernent f├╝r das Umweltamt zust├Ąndig ist.

Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU (Naturschutzbund Deutschland) und vom Hessischen Landesamt f├╝r Naturschutz (HLNUG) beauftragter Artenschutzexperte, appelliert an die Spazierg├Ąnger, w├Ąhrend der Brutzeit R├╝cksicht auf den kleinen Watvogel zu nehmen.

ÔÇ×Seine nat├╝rlichen Brutpl├Ątze auf den Kiesb├Ąnken der gro├čen Fl├╝sse sind selten geworden, ebenso wie der Vogel selbst.ÔÇť Auch Eppler bittet die Besucher um Verst├Ąndnis, dass die Kiesbank bei Nordheim w├Ąhrend der Brutzeit bis Ende Juli gesperrt wird.

ÔÇ×Da der Rhein in der Regel auch im Herbst niedrige Wasserst├Ąnde aufweist, besteht zu der Zeit dann noch ausgiebig die M├Âglichkeit zu Spazierg├Ąngen im Flussbett des Rheins, ohne die Bruten der Tiere zu st├Âren.ÔÇť

Die vollst├Ąndige Allgemeinverf├╝gung zum Schutz des Flussregenpfeifers finden Interessierte hier: Amtliche Bekanntmachungen | Kreis Bergstrasse (kreis-bergstrasse.de)