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Der Raubacher Jockel rÀt: Aufeinander zugehen!

ZAPPELSTROM soll kĂŒnftig auch von weiteren solchen Windkraftanlagen auf den OdenwĂ€lder Höhen im Bereich Oberzent kommen. Fotomontage: BI Ulfenbachtal

Heute schreibt Jakob Ihrig, Raubach, posthum seine satirische Betrachtung zum Windrad-gespeisten Zappelstrom, der derzeit statistisch ja schon ausreicht, um alle 40,6 Millionen deutsche Haushalte zu versorgen

Das grĂŒne Öko RP in Darmstadt hat im Dezember 2021 die Genehmigungen fĂŒr drei Windindustrieanlagen auf dem Katzenwinkel bei Etzean in der Oberzent erteilt.

Genehmigungen fĂŒr drei weitere sind dort bereits beantragt, dazu kommen neun geplante Windindustrieanlagen auf dem Finkenberg entlang Falken-GesĂ€ĂŸ/Airlenbach und potentiell weitere 10 bis 15 Windindustrieanlagen auf der Hirschhorner Höhe bis Rothenberg.

Zum GlĂŒck haben sich die Parteien in der Oberzent in einer einmaligen Allianz der Vernunft zusammengeschlossen und die Stadt aufgefordert, gegen die ersten drei Genehmigungen Klage einzureichen.

Nicht unterstĂŒtzt wird diese Allianz der Vernunft von den GrĂŒn*Innen. In der Öffentlichkeit kommt es daher zunehmend zum verbalen Schlagabtausch zwischen GrĂŒn*Innen und den anderen Parteien und BĂŒrgerinitiativen im Odenwald.

Der Jockel aus der Raubach möchte hier deshalb fĂŒr einen offenen und respektvollen Umgang miteinander werben, ohne Hass, Hetze und Beleidigungen.

Gerade unsere GrĂŒn*Innen meinen es ja gut, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, die gerade die Runde machte. In dieser Mitteilung möchten sie wieder zum Ausdruck bringen, dass ein Windrad mehrere tausend Haushalte mit Strom versorgt.

Dabei hat man jetzt seit mindestens 10 Jahren versucht, ihnen klar zu machen, dass ein Windrad, wenn der Wind nicht weht – was stĂ€ndig vorkommt – keinen einzigen Haushalt versorgt und der Strom dann aus dem Kraftwerk kommt.

Es ist also erwiesenermaßen völlig sinnlos zu versuchen, dies unseren GrĂŒn*Innen immer wieder klarzumachen. Es gibt auch keine Netzspeicher wie das Annalena vermutet hatte und auch nicht seine mit Kobolden gefĂŒllten Batterien. Und die Taliban fĂ€hrt auch nicht mit Ökostrom aus deutschen WindrĂ€dern.

Dass Stromerzeugung und -verbrauch bis in den Millisekundenbereich jederzeit im Gleichgewicht sein mĂŒssen, dass es Wechselstrom und Gleichstrom und sogar Drehstrom gibt und außerdem noch Watt, Kilowatt, Amper und Volt, ist schlicht nicht vermittelbar. Damit sollte man unsere GrĂŒn*Innen auch nicht immer wieder aufs Neue quĂ€len und belasten (no maths, no physics!).

Ich werbe dafĂŒr, dass man die Menschen dort abholt, wo sie sind und ihre religiösen GefĂŒhle und ihren Glauben akzeptiert und respektiert. Es ist also schön, wenn ein Windrad mehrere tausend Haushalte mit Strom versorgen soll, wie von KreisgrĂŒn*Innen vermutet.

„Mehrere“ sind fĂŒr mich mindestens zwei, daraus folgt mindestens 2.000 Haushalte pro WindrĂ€dchen. Bei bereits installierten 29.000 WindrĂ€dlein in Deutschland werden demnach bereits mindestens 58 Mio. der laut Statista in Deutschland gemeldeten 40,6 Mio. Haushalte versorgt.

Also habt Ihr doch schon fertig, reicht doch! Diesen Zappelstrom, der dann mal kommt oder auch nicht, können Industrie und Gewerbe ja ohnehin nicht verarbeiten. Die brauchen andere Ware: die aus dem Kraftwerk, die immer kommt.

Jetzt muss man aber auch verstehen, dass der typische GrĂŒn*Inn irgendwo im Amt oder als Lehrer arbeitet oder irgendetwas mit Medien macht.

Er wohnt meist in der Stadt in einer Mietwohnung und kennt den Wald nur aus dem Greenpeace Tropenwaldspendenprospekt oder von der Baumpflanzungsablassverarsche aus der CO2 Freistellungen von Dienstreisen im öffentlichen Dienst.

DemgegenĂŒber wohnt der OdenwĂ€lder in der Regel in den eigenen vier WĂ€nden, kann selbst die Winterreifen wechseln und seine Doppelgarage ausplĂ€tteln, so groß wie sich die eine GrĂŒn*Inn nie leisten könnte. Menschen im Odenwald denken halt pragmatisch.

Sie leben schon seit Generationen in der Natur und wollen diese erhalten. Der GrĂŒn*Inn will mehr das globale Klima retten - also auch im Ausland- und glaubt fest, dass dies mit sich drehenden FlĂŒgelrĂ€dern auf hohen TĂŒrmen im Wald in SĂŒdhessen gelingt.

Wie gesagt, man darf die Menschen in ihren religiösen GefĂŒhlen und ihrem Glauben nicht verletzen, muss aber erkennen, dass hier zwei Welten aufeinandertreffen.

Daher noch einmal die Bitte an alle Parteien: Seid nachsichtig mit unseren GrĂŒn*Innen! ErklĂ€rt ihnen das mit dem Strom und den Windindustrieanlagen und warum die nur dem nĂŒtzen, der sie baut und alle anderen die Zeche zahlen.

ErklÀrt, woher der Strom kommt. Und bitte denkt immer daran: Einfache Beispiele bringen, keine Fachbegriffe, keine Fremdwörter, wenig Zahlen, keine Formeln. Und ganz wichtig: Bitte langsam reden.

Ein paar Zahlen nenne ich am Ende aber vielleicht doch noch: Das Ergebnis der GrĂŒn**Innen bei der letzten Bundestagswahl: Darmstadt 28,8%, Odenwaldkreis 11%, Oberzent 9%.

Also falls die neue Regierung den Windkraftunsinn „entfesseln“ will, dann soll sie die WindrĂ€dchen bitte wenigstens auch verursachergerecht aufstellen! NĂ€mlich dort, wo die GrĂŒn*Innen wohnen! Schließlich kann man denen damit wirklich Freude bereiten. Hier im Odenwald sicher nicht.