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Rose als Symbol ihres Einsatzes fĂŒr gerechte Geburtshilfe gepflanzt

Kreißsaal-Leitung und Hebamme Sabine Stefanov (links) pflanzt gemeinsam mit der ChefĂ€rztin der Frauenklinik, Dr. Cordula MĂŒller, eine Rose am Kreiskrankenhaus Bergstraße zum Zeichen fĂŒr eine gerechte Geburtshilfe. Foto: Pressedienst KKB

Roses Revolution Day: Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und zugleich der Aktionstag fĂŒr Roses Revolution, eine weltweite Kampagne, die sich fĂŒr eine gewaltfreie Geburtserfahrung stark macht + + + Geburtshilfe des KKB setzt Zeichen fĂŒr BemĂŒhungen gegen Geburtsgewalt

BERGSTRASSE / HEPPENHEIM. - Die Geburt des eigenen Kindes soll fĂŒr Eltern eines der schönsten Erlebnisse ihres Lebens sein.

Doch viele Schwangere haben Angst, dass die Geburt anders verlaufen könnte als sie es sich wĂŒnschen.

Dr. Cordula MĂŒller und ihr Team der Geburtshilfe unterstĂŒtzen die Frauen am Kreiskrankenhaus darin, Ängste abzubauen und ihr Kind selbstbestimmt auf die Welt zu bringen.

„Die GebĂ€rende sollen zu keinem Zeitpunkt das GefĂŒhl haben, nicht selbst entscheiden zu können“, so die GynĂ€kologin.

„Die Kommunikation steht im Fokus. Wir versuchen eine möglichst gewaltfreie Form der Kommunikation anzuwenden, was wir auch regelmĂ€ĂŸig reflektieren und trainieren.“

Hebammen und Ärzte sind im bestĂ€ndigen Dialog miteinander und setzen neue wissenschaftliche Erkenntnisse um, um Interventionen möglichst zu vermeiden.

So hat die GynĂ€kologie beispielweise in den vergangenen Jahren das Vorgehen angepasst, dass eine Frau unter der Geburt kein Dauer-CTG mehr erhĂ€lt, und auch nicht mehr automatische beim Eintritt in den Kreißsaal eine InfusionskanĂŒle angelegt wird.

Der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus ist bestrebt, schon vor der Geburt ein gutes VertrauensverhĂ€ltnis zu den Eltern aufzubauen, um ihre BedĂŒrfnisse kennenzulernen.

Die Hebammen bieten dazu eine Anmeldesprechstunde an: „Hier können wir auch etwas ĂŒber die Vorerfahrungen der Frauen erfahren, ĂŒber ihre WĂŒnsche aber auch ĂŒber ihre Ängste“, so Kreißsaal-Leiterin Sabina Stefanov.

Gemeinsam mit ihren Hebammen möchte sie im Kreißsaal den Frauen den individuellen Raum geben, den sie brauchen. Eine familienfreundliche, interventionsarme Geburtshilfe anzubieten, ist dem Team der Geburtshilfe wichtig, aber nicht immer verlĂ€uft eine Geburt so, wie es sich Eltern, Hebammen und Ärzte wĂŒnschen.

Manchmal kommt es zu Komplikationen und medizinische Maßnahmen werden erforderlich, um die Gesundheit der werdenden Mutter und des Kindes nicht zu gefĂ€hrden.

„Dabei wollen wir stets, dass sich die Frau in dieser Notfallsituation gut informiert fĂŒhlt, um zu verstehen, was warum getan wird“, betont Dr. Cordula MĂŒller. Auch nach der Geburt bleibt das Team der Geburtshilfe Ansprechpartner fĂŒr die Frauen.

Denn nicht immer stimmt die Wahrnehmung von einer „normalen“ oder „schwierigen“ Geburt mit dem Empfinden der Frau ĂŒberein. Die ChefĂ€rztin weiß „wie hilfreich und heilsam eine gute Nachbereitung sein kann, deswegen gibt es bei uns die Möglichkeit der NachgesprĂ€che.

Nach schwierigen Situationen im Kreißsaal (z.B. einem Notkaiserschnitt) sprechen wir bereits seit langem die Frauen an und bieten ihnen an, in einem geschĂŒtzten Rahmen ĂŒber ihre Geburtserlebnisse zu sprechen“.

Da manche Frauen die negativen GefĂŒhle aber nicht gleich von sich aus Ă€ußern können, möchte die Geburtshilfe das Angebot der NachgesprĂ€ch ausbauen und in Zukunft im Rahmen der Wochenbettvisite noch proaktiver GesprĂ€chsangebote anbieten.

Den Roses Revolution Day nimmt das Team der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bergstraße zum Anlass, um eine Rose zu pflanzen, als Symbol ihres Einsatzes fĂŒr eine gewaltfreie Geburtshilfe.

Frauen, die im Rahmen von Schwangerschaft oder Geburt körperliche, verbale, psychische oder strukturelle Gewalt erlebt haben, legen traditionell eine Rose an den Ort des Geschehens nieder.

„Wir hoffen, diese Rose wird gedeihen, genauso wir unsere BemĂŒhungen, uns stetig zu verbessern“, so die ChefĂ€rztin der Frauenklinik am Kreiskrankenhaus. Das Kreiskrankenhaus im Internet: www.kkh-bergstrasse.de