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Hubertus Heil stimmt ein Hoch auf die Kommunalpolitik an

HOHER BESUCH: Zum 111-jĂ€hrigen Bestehen des SPD-Ortsvereins Rimbach gaben sich Bundesjustiz- und Familienministerin Christine Lambrecht (Mitte) und deren Kollege, Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (links sitzend), ebenso die Ehre wie der SPD-Bundestagskandidat fĂŒr den Landkreis Bergstraße, Sven Wingerter (2. von rechts) und die SPD-Listenkandidatin des Kreises Bergstraße zur Bundestagswahl Silke LĂŒderwald. Ortsvereins-Vorsitzender Rolf Ihrig (links stehend) begrĂŒĂŸte die GĂ€ste.

UNTERSTÜTZEN die Kandidatur des SPD-Direktkandidaten fĂŒr den Kreis Bergstraße zur Bundestagswahl 2021, Sven Wingerter (2. von links): Bundesjustiz- und Familienministerin Christine Lambrecht, der Rimbacher Ortsvereinsvorsitzende Rolg Ihrig und Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (von rechts nach links). Fotos: Markus Mendetzki

BĂŒrgermeister Holger Schmitt (links) begrĂŒĂŸte die prominenten GĂ€ste in Rimbach. Foto: Thomas Wilken

Hoher Besuch zum 111-jĂ€hrigen Bestehen des Rimbacher SPD-Ortsvereins + + + Ausscheidende Christine Lambrecht hinterlĂ€sst große Fußstapfen

RIMBACH. - Rote wehende, ĂŒberdimensionale SPD-Fahne, roter Aufsteller von Sven Wingerter, rotes Kleid von Christine Lambrecht: Das war SPD pur „unterm Schirm“ hinterm Rimbacher Rathaus.

FĂŒr den „schwarzen Farbtupfer“ war Hubertus Heil zustĂ€ndig. Sie alle waren zum Gratulieren gekommen: Denn den SPD-Ortsverein, einen der erfolgreichsten im Kreis Bergstraße, gibt es seit 111 Jahren.

Die Justiz- und Familienministerin sowie der Arbeits- und Sozialminister gratulierten dazu ebenso wie der SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis Bergstraße.

Ortsvereins-Vorsitzender Rolf Ihrig hatte mehrfachen Grund zur Freude: Nicht nur ĂŒbers Schnapszahl-JubilĂ€um, der Verschiebung aus dem vergangenen Jahr geschuldet, sondern auch ĂŒber die zwei hochkarĂ€tigen GĂ€ste.

Quasi vier Bundesminister auf einmal im Weschnitztal – denkwĂŒrdig. Kein Wunder, dass bei so viel Berliner Prominenz die SitzplĂ€tze auf dem Kulturparkplatz Mangelware wurden. Aus dem gesamten Kreis waren die Genossen und andere Interessierte gekommen.

Lambrecht und Heil erhielten beide Vorschussbeifall, als sie vom Parkplatz aus zum Platz kamen. Schon zwei Mal war der Termin verschoben worden, jetzt konnte er endlich stattfinden.

Umso dankbarer war Ihrig, dass die beiden GĂ€ste ihren Terminkalender dafĂŒr freigehalten hatten. Ihnen allen war eines gemein: die große Freude, endlich wieder unter Menschen sein zu können. Und nicht Treffen per Videokonferenz abzuhalten.

Viel Lob gab es fĂŒr die aus dem Bundestag nach 23 Jahren ausscheidende Christine Lambrecht. Eine „herausragende Kollegin“, nannte sie Heil, der ebenfalls 1998 das erste Mal ins höchste deutsche Parlament einzog.

In der Pandemie, so der Minister, stand die 56-JĂ€hrige „fĂŒr die StĂ€rke des Rechts und nicht fĂŒr das Recht des StĂ€rkeren“. Die Politikerin aus Viernheim hinterlĂ€sst „große Fußstapfen fĂŒr mich“, sagte ihr Nachfolger als Bundestagskandidat, Sven Wingerter – die er natĂŒrlich gedenkt auszufĂŒllen.

Man merkt Hubertus Heil an, dass er sich bei den Rimbacher Genossen und ihren GĂ€sten wohlfĂŒhlt. Er redet frei, anschaulich, humorvoll, erzĂ€hlt ein paar Anekdoten, hat die Lacher auf seiner Seite, bringt aber trotzdem seine Botschaft mit Nachdruck rĂŒber.

Etwa den Appell an die BĂŒrger, sich impfen zu lassen. Das ist fĂŒr den Hildesheimer „eine Frage der SolidaritĂ€t“ und der einzige Weg, die Pandemie hinter sich zu lassen.

Das Rednerpult ist nichts fĂŒr den 48-JĂ€hrigen, er stellt sich mitten zwischen die Zuschauer. In Krisenzeiten trifft es meistens die SchwĂ€chsten, bedauert er. Deshalb braucht es einen handlungsfĂ€higen Staat. Gleichzeitig ist es ungemein wichtig, dass die Menschen zusammenhalten.

Nicht nur Heil betont wiederholt, dass die SPD wĂ€hrend der Pandemie einen sehr guten Job gemacht hat, Verantwortung ĂŒbernahm und „um jeden ArbeitsplĂ€tz kĂ€mpfte“.

Das gelang vor allem mit dem Instrument der Kurzarbeit. „Verdammt teuer“ war das, gestand der Politiker ein. Aber die RĂŒckkehr der Massenarbeitslosigkeit „wĂ€re viel, viel teurer gewesen“.

„Ein Hoch auf die Kommunalpolitik“ stimmte der Minister unter dem Beifall der GĂ€ste an. Denn die ist fĂŒr ihn „das Fundament der Demokratie“. Seine Denke ist einfach: „Wenn es unten nicht klappt mit dem Zusammenleben, wackelt es auch oben.“

Heil ist ein Verfechter des starken Sozialstaats. Mit Blick auf die kommenden Herausforderungen appellierte er an die Besucher, sich nicht nur an den Erfolgen der Vergangenen zu wĂ€rmen, sondern auch Konzepte fĂŒr die Zukunft zu entwickeln.

Erfolge der Vergangenheit: Davon hatte Rolf Ihrig einige in petto, als er seinen Blick auf 111 Jahre Sozialdemokratie im Ort richtete.

66 Jahre lang stellte die SPD nach dem Zweiten Weltkrieg den BĂŒrgermeister und ist immer noch die grĂ¶ĂŸte Fraktion in der Gemeindevertretung. Ihrig warf gleichzeitig einen Blick nach vorn auf anstehende Projekte.

„Mich verbindet viel mit Rimbach“, bekannte Christine Lambrecht. Die hiesige Konsequenz des Eintretens fĂŒr sozialdemokratische Ideen habe ihr immer als Vorbild gedient, sagte sie.

Denn sie weiß: „Man braucht Geduld, um etwas durchzusetzen.“ Die Politik, so die Ministerin, „muss Verantwortung ĂŒbernehmen“. Gleichzeitig gilt es, die Menschen dabei mitzunehmen.

Lambrecht wies auf die SPD-Erfolge in den vergangenen Jahrzehnten hin. Durch den Ausbau der Kinderbetreuung etwa wurde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fĂŒr Frauen viel einfacher, stellte sie heraus.

Stolz ist sie auf das von ihr in die Wege geleitete Gesetz gegen Rechtsextremismus und HasskriminalitĂ€t. Sie weiß aber auch: „Es ist noch richtig viel zu tun.“ Mit Sven Wingerter gibt es jemanden als ihren Nachfolger, „der uns weiterbringt“.

Der SPD-Bundestagskandidat dankte seiner VorgĂ€ngerin fĂŒr die 23-jĂ€hrige Arbeit im Gremium. „Sie hat als Ministerin nochmal richtig bewiesen, warum wir sie vermissen werden“, sagte der Wald-Michelbacher.

Die aktuellen und kĂŒnftigen Herausforderungen, wie Globalisierung, Digitalisierung, Klimakrise oder Corona-Pandemie, mit den damit verbundenen VerĂ€nderungen in der Arbeitswelt zeigen fĂŒr ihn: „Sozialdemokratische Politik mit einem sozialdemokratischen Kanzler wird auch kĂŒnftig gebraucht.“

Der SPD-Bundestagskandidat ging auf sein Leitmotiv ein, Politik fĂŒr die Vielen zu machen. Gute Arbeit und soziale Sicherheit sind fĂŒr ihn die dazugehörigen Eckpunkte.

„Es gilt Lebensleistung und Arbeit zu schĂŒtzen und wertzuschĂ€tzen“, forderte der ÜberwĂ€lder. Er positionierte sich klar gegen eine Rente mit 68. Ein anderes, ganz wichtiges Ziel fĂŒr ihn: ein Mindestlohn von 12 Euro in ganz Deutschland.

Viel Lob erntete die SPD fĂŒr ihr Steuerkonzept, ergĂ€nzte der Bundestagskandidat. Damit sollen Geringverdiener, der Mittelstand und Familien entlastet werden.