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Gefl├╝gelpest erreicht Kreis Bergstra├če

Das Beobachtungsgebiet rund um Gro├č-Rohrheim und Biblis.

BERGSTRASSE / GROSS-ROHRHEIM / BIBLIS. - Die Gefl├╝gelpest hat den Kreis Bergstra├če erreicht.

Bei drei H├Âckerschw├Ąnen, die am 07. M├Ąrz im Seegebiet (Hammeraue) in Gro├č-Rohrheim gefunden wurden, hat sich der Verdacht auf die hochpathogene Form der Influenza vom Typ H5N8 best├Ątigt.

Das Friedrich-L├Âffler-Institut (FLI) hat als nationales Referenzlabor am 12.03.2021 den Vorbefund des Hessischen Landeslabors (LHL) best├Ątigt. Mittlerweile gibt es mindestens 19 best├Ątigte F├Ąlle des aktuellen Vogelgrippeerregers in Hessen.

Durch die ├Ârtlich zust├Ąndige Abteilung Veterin├Ąrwesen und Verbraucherschutz des Kreises Bergstra├če wurde aufgrund einer zuvor durchgef├╝hrten Risikoanalyse um den Fundort der Schw├Ąne ein Beobachtungsgebiet eingerichtet.

Das Beobachtungsgebiet umfasst das gesamte Gemeindegebiet der Gemeinde Gro├č-Rohrheim und der Gemeinde Biblis. Die betroffenen Bereiche k├Ânnen aus der Karte der Allgemeinverf├╝gung entnommen werden.

Gem├Ą├č der Allgemeinverf├╝gung des Kreises Bergstra├če gilt im Beobachtungsgebiet folgendes:

S├Ąmtliches gehaltene Gefl├╝gel ÔÇô das hei├čt H├╝hner, Puten, Perlh├╝hner, Rebh├╝hner, Fasane (auch Pfauen), Laufv├Âgel (Emus, Nandus, Strau├če), Wachteln, Enten und G├Ąnse - und in Gefangenschaft gehaltene V├Âgel anderer Arten, mit Ausnahme von Tauben, sind ab sofort ausschlie├člich in geschlossenen St├Ąllen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer ├╝berstehenden, nach oben gegen Eintr├Ąge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildv├Âgeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung), zu halten.

Gehaltene V├Âgel d├╝rfen f├╝r die Dauer von 15 Tagen nach Festlegung des Beobachtungsgebietes aus dem Beobachtungsgebiet nicht verbracht werden.

Gehaltene V├Âgel d├╝rfen f├╝r die Dauer von 30 Tagen nach Festlegung des Beobachtungsgebietes nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden.

Gefl├╝gelhalter haben je Werktag die Anzahl der verendeten Tiere in das Bestandsregister nach ┬ž 2 Absatz 2 der Gefl├╝gelpest-Verordnung einzutragen. Wer mindestens 10 St├╝ck Gefl├╝gel h├Ąlt, hat zus├Ątzlich die Gesamtzahl der gelegten Eier jedes Bestandes in das Bestandsregister einzutragen.

Folgende Biosicherheitsma├čnahmen sind einzuhalten:

Das Tr├Ąnken mit Dach- und Oberfl├Ąchenwasser ist verboten. Futter und Einstreu sind f├╝r Wildv├Âgel unzug├Ąnglich zu lagern.

Die Gefl├╝gelhaltungen sind gegen unbefugten Zutritt zu sichern.

Beim Betreten der Gefl├╝gelhaltungen ist betriebseigene Schutzkleidung, einschlie├člich Stiefel oder Einwegschutzkleidung anzulegen. Betriebseigene Schutzkleidung ist nach Gebrauch mindestens 1 Mal pro Woche zu waschen.

Einwegschutzkleidung ist nach Gebrauch unverz├╝glich unsch├Ądlich zu beseitigen.

Es ist eine M├Âglichkeit zum Waschen der H├Ąnde vorzusehen.

Nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Gefl├╝gel sind die dazu eingesetzten Ger├Ątschaften zu reinigen und zu desinfizieren.

Transportfahrzeuge und Beh├Ąlter, mit denen gehaltene V├Âgel, frisches Fleisch von Gefl├╝gel, tierische Nebenprodukte von Gefl├╝gel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Tr├Ąger des hochpathogenen avi├Ąren Influenzavirus sein k├Ânnen, bef├Ârdert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen V├Âgeln befahren worden ist, sind unverz├╝glich nach jeder Bef├Ârderung nach n├Ąherer Anweisung der zust├Ąndigen Beh├Ârde zu reinigen und zu desinfizieren.

Im Bedarfsfall ist eine ordnungsgem├Ą├če Schadnagerbek├Ąmpfung durchzuf├╝hren.

Die Durchf├╝hrung von Gefl├╝gelausstellungen, Gefl├╝gelm├Ąrkten oder Veranstaltungen ├Ąhnlicher Art sind verboten.

Das Mieten und Vermieten von Gefl├╝gel ist ebenfalls verboten.

Verst├Â├če gegen die Anordnungen der Allgemeinverf├╝gung stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die mit einem Bu├čgeld von bis zu 30.000,00 Euro geahndet werden k├Ânnen.

Die Allgemeinverf├╝gung meiner Beh├Ârde vom 29.01.2021 (Aufstallungspflicht des Gefl├╝gels in ausgewiesenen Risikogebieten entlang des Rheines) ist weiterhin g├╝ltig.

Das Geschehen entwickelt sich hoch-dynamisch, die Zahl HPAI H5- positiv getesteter V├Âgel steigt auch in Hessen weiter an. Bereits im Dezember 2020 hat die Gefl├╝gelpest Hessen erreicht. Damals wurde bei f├╝nf H├Âckerschw├Ąnen die Gefl├╝gelpest nachgewiesen.

Anfang Januar 2021 wurde der erste Fall von klassischer Gefl├╝gelpest in einer privaten Vogelhaltung in Hessen festgestellt. Aktuell gibt es weitere F├Ąlle von Gefl├╝gelpest bei Wildv├Âgeln im Vogelsbergkreis, Offenbach, Frankfurt am Main und im Kreis Gro├č-Gerau.

In Biebesheim am Rhein, Kreis Gro├č-Gerau wurde Anfang M├Ąrz 2021 bei mehr als 12 toten H├Âckerschw├Ąnen der hochpathogene Erreger nachgewiesen.

In seiner aktuellen Risikoeinsch├Ątzung zum Auftreten von HPAI H5 in Deutschland, bewertet das Bundesforschungsinstitut f├╝r Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut, FLI) das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Nutzgefl├╝gelhaltungen und Vogelbest├Ąnde in zoologischen Einrichtungen als hoch.

Kontakte zwischen Gefl├╝gel und Wildv├Âgeln sollten unbedingt verhindert werden. Denn ├╝berall dort, wo Kontaktm├Âglichkeiten zwischen Wildv├Âgeln und Hausgefl├╝gel, insbesondere Wasserv├Âgeln, bestehen, k├Ânnen Infektionen eingetragen werden und neue Infektionsquellen entstehen.

Einhaltung der Biosicherheitsma├čnahmen

Alle Vogelhalter im Kreis Bergstra├če werden zudem gebeten, strikt auf die Einhaltung der erforderlichen Biosicherheitsma├čnahmen zu achten, damit die Gefahr eines Erregereintrags effektiv reduziert werden kann.

Pflicht zur Meldung des gehaltenen Gefl├╝gels

Alle Gefl├╝gelhalter im Kreis Bergstra├če, die ihrer Pflicht zur Meldung des gehaltenen Gefl├╝gels bisher noch nicht nachgekommen sind, haben die Haltung von Gefl├╝gel unverz├╝glich beim Veterin├Ąramt des Kreises Bergstra├če anzuzeigen.

Einfache Verhaltensregeln f├╝r die Bev├Âlkerung

Bei der hochpathogenen Avi├Ąren Influenza handelt es sich um eine hochansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung beim Gefl├╝gel, deren Ausbruch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen f├╝r alle Gefl├╝gelhalter, Schlachtst├Ątten und verarbeitende Industrien haben kann.

Die derzeitige Gefl├╝gelpestsituation stellt jedoch keine Gef├Ąhrdung f├╝r die Bev├Âlkerung dar. Der ungesch├╝tzte Kontakt mit kranken, krankheitsverd├Ąchtigen oder verendeten Wildv├Âgeln sollte vermieden werden. F├╝r den Fall eines Kontaktes mit kranken oder toten V├Âgeln oder mit Vogelkot gen├╝gt ein gr├╝ndliches Waschen der H├Ąnde mit warmen Wasser und Seife, um den Erreger zu inaktivieren.

Zudem wird empfohlen, grunds├Ątzlich die Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Gefl├╝gelfleisch und Gefl├╝gelfleischprodukten zu beachten. Gefl├╝gelspeisen sollten gr├╝ndlich durchgegart werden.

Zus├Ątzlich finden Interessierte zahlreiche Informationen rund um die Gefl├╝gelpest auf der Seite des Hessischen Ministeriums f├╝r Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz https://umwelt.hessen.de/verbraucher/tiergesundheit-tierseuchen/tierkrankheiten-tierseuchen/aviaere-influenza-gefluegelpest

Bei weiteren Fragen steht die Abteilung f├╝r Veterin├Ąrwesen und Verbraucherschutz des Kreises Bergstra├če, Odenwaldstr. 5, 64646 Heppenheim, Tel. 06252 / 15 59 77, veterinaerwesen(at)kreis-bergstrasse.de gerne zur Verf├╝gung.