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Per Autokorso gegen „Windwahn im Odenwald“ unterwegs

Start des Autokorsos in Neckarsteinach, Stadtteil Grein, vor ...

... dem Rathaus in Hirschhorn, bis zu einem kleinen Stopp ...

... am Galgen in Beerfelden. Fotos: Romig (1); mk-Presse (2)

Windkraftgegner protestierten unter Pandemiebedingungen im Auto gegen 17 weitere Windkraftanlagen mit Höhen bis 247 Meter im Odenwald

ODENWALD / DARMSTADT. - „Niemand soll glauben, dass unser Kampf gegen den unĂŒberlegten Windkraftausbau im Odenwald auch der Corona-Pandemie zum Opfer fĂ€llt“, sagt Udo Bergfeld.

„Wir halten Augen und Ohren offen und wissen uns bemerkbar zu machen“, lĂ€sst der Aktivist aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil Siedelsbrunn keinen Zweifel aufkommen, dass man sich trotz aller aktueller EinschrĂ€nkungen „dem grĂŒnen Windwahn entschlossen entgegen stellen wird“.

Der am Mittwoch, 30. Dezember, gestartete >1. OdenwĂ€lder Autokorso fĂŒr einen windkraftfreien Odenwald< stelle dazu erst den Beginn einer Serie aktuell gegebener Möglichkeiten dar, wie Bergfeld erlĂ€utert.

Rund 25 Fahrzeuge in wechselnder Besetzung ĂŒber Teilstrecken starteten am Mittwochnachmittag, 30. Dezember, im Neckarsteinacher Stadtteil Grein zu einer friedlichen Protestfahrt quer durch den hessischen Odenwald bis zum RegierungsprĂ€sidium (RP) in Darmstadt.

Der Protest galt vorwiegend den aktuell beim RP vorliegenden GenehmigungsantrĂ€gen fĂŒr 17 Windkraftanlagen (WKA) mit Gesamthöhen bis 247 Meter im Odenwald.

Dies sind drei WKA in Beerfelden/Etzean mit jeweiligen Höhen von 229 Metern; sieben WKA in Breuberg /Rai-Breitenbach mit jeweiligen Höhen von 241 Metern; eine WKA im Felgenwald des MichelstÀdter Stadtteils Vielbrunn mit einer Höhe von 241 Metern, sowie sechs WKA in Reichelsheim /Gumpen/Ober-Ostern mit jeweiligen Höhen bis 247 Metern.

„Wir können und wollen nicht hinnehmen, dass trotz der Proteste großer Teile der OdenwĂ€lder Bevölkerung, ĂŒber die auch bundesweit berichtet wurde, unsere Heimat zu einem der letzten Schlachtfelder einer lĂ€ngst an den technischen, ökonomischen und ökologischen RealitĂ€ten gescheiterten >Energiewende< wird“, stimmte Bergfeld seine Mitstreiter auf die Situation ein.

Diese hatten ihre Fahrzeuge mit entsprechenden Plakaten beklebt und machten wĂ€hrend der Fahrt quer durch SĂŒdhessen immer wieder auch hupend auf sich aufmerksam. Die zu Beginn an den Fahrzeugen befestigten Luftballons hielten allerdings nur eine kurze Zeit den regnerischen EinflĂŒssen wĂ€hrend der Fahrt stand.

„Mir stockt etwas der Atem. Ich fahre durch den wunderbaren Geo Naturpark Odenwald, der mit ineffizienten und unĂŒberlegten WindrĂ€dern ĂŒbersĂ€ht werden soll“, sagt Nicole Romig, eine Teilnehmerin am Autokorso aus Breuberg.

Organisiert hatte Udo Bergfeld, eines der Urgesteine der Kritiker des Windwahns im Odenwald, die Odenwaldtour. Er hat bereits weit ĂŒber 100 Demos in Berlin, Wiesbaden, Frankfurt, Darrmstadt, Heppenheim und Wald-Michelbach organisiert, und wollte mit dem 1. Autokorso auch in Coronazeiten ein Zeichen setzen.

Eskortiert von drei Polizeifahrzeugen bewegte sich der Tross ĂŒber Hirschhorn, Beerfelden, Wald-Michelbach, FĂŒrth, Reichelsheim, FrĂ€nkisch-Crumbach, Brensbach, Höchst, Otzberg, Reinheim und Roßdorf nach Darmstadt.

Lautstark und mahnend wurde abschließend am RP in Darmstadt dessen Chefin Brigitte Lindscheid begrĂŒĂŸt in der Hoffnung, dass sie und die sie tragende Partei der GrĂŒnen endlich einsehen, dass ihre PlĂ€ne gegen jede Vernunft seien. Am Ende hatte die Kolonne bis zum RP in Darmstadt rund 120 Kilometer in dreieinhalb Stunden zurĂŒckgelegt.

Info: Den ausgelobten Preis fĂŒr die erste Anmeldung zum >1. OdenwĂ€lder Autokorso gegen den Windwahn< erhielt die Breubergerin Nicole Romig.

Sie konnte die spannende Biografie des Dirigenten, UmweltschĂŒtzers und Windwahn-Kritikers Enoch zu Guttenberg, das vom Autor Georg Etscheit signierte Buch „Musizieren gegen den Untergang“, freudig in Empfang nehmen.